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Frag einen Steuerberater zum Thema Einkommensteuererklärung

Abzugsfähigkeit von betrieblich veranlassten Fahrtkosten bei Gewährung einer Mobilitätszulage des Arbeitgebers

Mein Arbeitsvertrag regelt, dass ich ein Wahlrecht habe, statt eines Dienstwagens eine Mobilitätszulage in Anspruch zu nehmen. Gemäß Firmenrichtlinie ist in diesem Fall die "Abrechnung von Fahrten mit dem Privat PKW im Rahmen der Reisekostenabrechnung nicht zulässig", d.h. mit der Mobilitätszulage sind Kosten für betrieblich veranlasste Fahrten sowie für Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsstätte abgegolten. Die Mobilitätszulage wird monatlich dem Bruttogehalt zugeschlagen und voll versteuert.

Ich habe 2014 diese Mobilitätszulage in Höhe von €7800,- brutto jährlich in Anspruch genommen und aufgrund meiner Tätigkeit in Projekten betrieblich veranlasste Fahrten an andere Standorte in Deutschland durchgeführt.

In meiner Steuererklärung habe ich neben der Entfernungspauschale für Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsstätte für diese Fahrten mit dem Privat PKW die gefahrenen Kilometer auf Basis der tatsächlichen Fahrzeugkosten als Auswärtstätigkeit in Höhe von €3748,- (43 Fahrten mit €0,56/ km) geltend gemacht.

Für die Steuererklärung 2014 hat das FA in einer Nachfrage zunächst die hohen Kosten / Anzahl der Fahrten in Zweifel gezogen, was ich aber in einer Kommentierung entkräften konnte.

Im Steuerbescheid für 2014 der nun ergangen ist, erkennt das FA den Ansatz dieser Kosten für Auswärtstätigkeit nicht an, mit der Begründung, dass "diese durch die Mobilitätszulage abgegolten sind"

In der Steuererklärung 2013 hatte das Finanzamt die diesem Ansatz entsprechenden Kosten bereits anerkannt.

Meine Frage ist, ob Kosten für dienstlich veranlasste Fahrten allein dadurch nicht in Ansatz zu bringen sind, dass der Arbeitgeber eine (voll versteuerte) Mobilitätszulage gewährt. Gibt es dazu Urteile/ Rechtsprechung, die ich in meinem Einspruch heranziehen kann?. Die Einspruchsfrist endet am 04.05.

Steuerberater Udo Glinka

Sehr geehrter Fragesteller,

ausgehend von dem von Ihnen geschilderten Sachverhalt gebe ich Ihnen nachfolgend meine erste Einschätzung.

So wie ich Ihren Fall verstehe handelt es sich bei der Mobilitätszulage dem Grunde nach um einen Erhöhung Ihres Bruttogehaltes, das voll einkommensteuer- und sozialversicherungspflichtig ist.

Es handelt sich also nicht um einen steuerfreien Ersatz von Reisekosten nach § 3 Nr. 16 EStG.

Nachfolgend der Wortlaut des Gesetzes in Bezug auf diesen Reiskostenersatz:

'Vergütungen, die Arbeitnehmer außerhalb des öffentlichen Dienstes von ihrem Arbeitgeber zur Erstattung von Reisekosten, Umzugskosten oder Mehraufwendungen bei doppelter Haushaltsführung erhalten, soweit sie die nach § 9 als Werbungskosten abziehbaren Aufwendungen nicht übersteigen'

Wenn die Reisekosten dem Grunde nach, nach § 9 EStG als Werbungskosten zu qualifizieren sind und nicht steuerfrei von Ihrem Arbeitgeber erstattet wurden, sind diese steuerlich auch zu berücksichtigen.

In Ihrer Einspruchsbegründung sollten Sie erläutern, dass die Mobilitätszulage keine steuerfreie Vergütung im Sinne von § 3 Nr. 16 EStG ist und deshalb ein Abzug der Werbungskosten nicht nach § 3 c (1) EStG ausgeschlossen ist.

Ich hoffe, ich konnte Ihnen mit meine Ausführungen weiterhelfen.

Mit bestem Gruß

Udo Glinka (StB)

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