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Präterminale T-Negativierung Ursachen

Gefragt am 05.08.2023
15:07 Uhr | Einsatz: € 25,00 | Status: Beantwortet | Aufrufe: 363

 

Guten Tag,

Ich habe gestern den Notarzt gerufen, weil ich plötzlich für meine Verhältnisse hohen Blutdruck hatte 132 zu 90 Puls 90.
Ich habe sonst eher niedrige Drücke 110 zu 75. Da ich so ein merkwürdiges Gefühl in der Brust hatte, bekam ich Angst.
Blutdruck von heute morgen: 112 zu 75, Puls 67

Ich schreibe das Entlassungsschreiben aus der Notaufnahme ab:

Aktueller Vorstellungsgrund
Verdachtsdiagnose

Thoraxschmerzen
EKG: keine auffälligen Veränderungen
Ausschluss ACS
Labor: Troponin
Vorgeschichte, Risiken und Vorerkrankungen

Allgemeine Anamnese
Die Vorstellung der Patientin erfolgte mit thorakalen Beschwerden in Form von brennenden Schmerz retrosternal. Dyspnoe bestehe im Rahmen ihres Asthmas mal öfter. Zudem berichtete sie von Tachykarden Episoden, welche von Diarrhöen und Polyurie gefolgt wären. Fieber habe nicht bestanden. Die Schmerzen strahlen nicht aus. Vorerkrankungen am Herzen oder Diabetes seien nicht bekannt. Familienanamnestisch seien keine Herzerkrankungen vorbekannt. Die Patientin leide seit sie 16 ist an Panikstörungen.

Risikofaktoren Nikotin: ja, pack year Alkohol: regelmäßig

Vormedikation
L Thyroxin 75 microgram
Levoceterizin
Budesonid

Vorerkrankungen
Asthma bronchiale
Hashimoto Thyreoiditis
Panikstörung

Körperlicher Untersuchungsbefund

36 jährige Patientin in stabilem AZ und regelrechtem EZ
wach, ansprechbar, zu allen Qualitäten orientiert
Pupillen isokor, direkt und indirekt lichtreagibel
Cor: rein, regelmäßig, keine Nebengeräusche, normofrequent
Pulmo: vesikuläres Atemgeräusch, kein Giemen, keine Rasselgeräusche
Abdomen: weich, kein Druckschmerz, regelrechte Peristaltik über allen Quadranten, kein Nierenlagerklopfschmerz
Extremitäten: keine TVT-Zeichen, keine peripheren Ödeme, keine peripheren Ödeme
kein Hinweis auf ein neu aufgetretenes fokal neurologisches Defizit

Vitalparameter bei Aufnahme:
Blutdruck mmHg: 123 zu 88. Herzfrequenz 1 min: 93. SpO2 Prozent: 100. Temperatur C: 36,5

Diagnostik und Therapie

Labor

EKG
normfrequenter Sinusrhythmus, Steiltyp, RS-Umschlag V1 V2, isolierte präterminale T Negativierung V3

Beurteilung und Verlauf

Die Vorstellung der Patientin erfolgte mit brennnenden thorakalen Schmerzen. Im EKG zeigte sich eine präterminale T Negativierung in V3. Laborchemisch konnten wir über ein nicht nachweisbares Troponin einen NSTEMI ausschließen. Die Patientin verblieb kardiopulmonal stabil und zeigte sich im Verlauf beschwerdegebesserert, sodass wir sie in stabilem Allgemeinzustand zurück in die Häuslichkeit entlassen konnten. Im Falle einer akuten Verschlechterung der Symptomatik ist eine Wiedervorstellung jederzeit möglich.

Weiteres Prozedere Therapieempfehlung

Ambulante Weiterbehandlung
Therapieempfehlung: Wir empfehlen eine kardiologische Untersuchung im Sinne eines 24h EKGs zur Abklärung einer AVNRT, Medikamente

Nun wurde ich mit diesem Bericht, ohne Aufklärung oder Erklärung entlassen, was mich nun aber sehr verunsichert ist, dass eine isolierte präterminale T-Negativierung V3 gefunden wurde. Das, was ich bisher darüber gelesen habe, klingt irgendwie nicht besonders gut.

Ich frage mich bloß, woher das plötzlich kommt. Folgender Bericht wurde vor einem Jahr bei meiner Kardiologin gemacht:

Datum 11.01.2022
Alter: 34 Jahre, Blutdruck: 125/90 mmHg
Cor: rein, rhythmisch, normfrequent. Pulmologischer Befund: Unauffälliger Klopfschall über den Lungenfeldern, vesikuläres Atemgeräusch, keine Nebengeräusche. Kein Wirbelsäulen- und Nierenklopfschmerz. Keine peripheren Ödeme:

Ruhe-EKG:
SR, HF in Ruhe 84/min. Normale P-Konfiguration, normale AV-Überleitung (PQ 141 ms). Herzachse: 83 Grad, Lagetyp: Indifferenztyp. QRS nicht verbreitert (74 ms). Ungestörte Repolarisation (QTc: 403 ms). Keine Auffälligkeiten.

Echokardiographie:
Gute transthorakale Schallqualität. Normal großer linker Ventrikel mit global guter LV-Funktion. Keine regionalen Wandbewegungsstörungen. Keine Hypertrophie der LV-Wände. IVS: 9 mm. Der linke Vorhof ist normal dimensioniert. Kein Nachweis einer diastolischen Funktionsstörung. Aortenklappe: Aortenklappenwurzel normal dimensioniert, trikuspid, kein Aortenklappen Vitium. Ao. ascendens normal weit, unauffällig. Mitralklappe: Mitralklappenring unauffällige Darstellung, Mitralklappe funktionell unauffällig, physiologische Insuffizienz. Rechte Herzkammer normal dimensioniert, gute RV-Funktion. Physiologische Trikuspidalklappeninsuffizienz. Pulmonalarterieller Druck: normal, +5 mmHg ZVD: Vena cava inferior normal weit, atemmoduliert. Indirekt keine Rechtsherzbelastungszeichen. Kein Perikarderguss.

Ich habe in einer Woche einen Termin für ein Langzeit-EKG, das wurde mir damals auch von der Kardiologin empfohlen. Ich frage mich zum einen, was die Blutwerte zu bedeuten haben, denn einige sind, was die Sauerstoffwerte anbelangt, nicht in der Toleranz. Genauso außerhalb der Toleranz sind Werte im kleinen Blutbild, ebenso in der klinischen Chemie. (Die ich leider hier nicht anfügen konnte, wegen unerlaubter Zeichen)

Ich möchte gerne wissen, ob und unter welchen Umständen mein Herz strukturelle Veränderungen erfahren haben könnte, zwischen dem 11.01.22 und heute. Damals klang es so, als wäre mein Herz tip top in Ordnung, jetzt plötzlich ist da eine Auffälligkeit im EKG zu sehen gewesen.

Wie lässt sich die präterminale T-Negativierung erklären?

Ebenso verunsichern mich die Blutwerte, da einige außerhalb der Norm sind, ich aber ohne Infos stehengelassen worden bin. (Leider kann ich diese hier nicht anhängen, Troponin war aber negativ, sprich ausschluss von Herzinfarkt)

Ich hoffe sehr, dass sie mir eine Einschätzung der Werte und Lage geben können.

Mit freundlichen Grüßen,
M.

Fragesteller Fragesteller Gefragt am 05.08.2023
15:07 Uhr
Dr. David Meyer Dr. David Meyer Beantwortet am 05.08.2023
17:40 Uhr

Frage stellen
Beantwortet am 05.08.2023 17:40 Uhr | Einsatz: € 25,00 | Status: Beantwortet | Aufrufe: 363

Antwort von Dr. David Meyer (Frage zu Innere Medizin)

Liebe Fragestellerin,

einen Fall wie den Ihren sehen wir häufig in der Notaufnahme. Als junge Patientin ohne Vorerkrankung gibt es keinen medizinisch probaten Grund bei einem formal normalen Blutdruck die Notaufnahme aufzusuchen.
Dennoch ist es in der deutschen "Absicherungsmedizin" so, dass das Komplette Diagnostikprogramm für Herzinfarkt gefahren wird.
Das verunsichert Sie als Patientin noch viel mehr. Man hätte Sie, wenn Sie mit ihren Beschwerden gleich zum Hausarzt gegangen waren, dort vielleicht schon mit ihrer Angst- und Panikstörung bekannt gewesen wären, in der Praxis besser abfangen können ...



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Kommentare anderer Experten


Dr. med. Ralf Berg
Dr. med. Ralf Berg
Zugestimmt am 06.08.2023 21:38:07 Uhr

Dem ist vollumfänglich zuzustimmen.






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