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Kategorie: Verhaltensstörung

Frage: Hund uriniert pro Tag bis zu 5 Mal ins Haus

Gefragt am 12.05.2011 14:31 Uhr | Einsatz: € 40,00 | Status: Beantwortet | Aufrufe: 1030

Sehr geehrte Damen und Herren,

Seit gut 1 Jahr haben wir einen gerade erst 2 Jahre alt gewordenen Toy-Pudel bei uns in der Familie.
Der Pudel-Rüde stammt aus einer Zucht und wuchs in einem Zwinger mit ca 40 anderen Pudeln auf. Er hat von Geburt an eine Schulter-Dysplasie, was sich in seiner etwas speziellen Gangweise äussert. Es ist keine schlimme Dysplasie, aber sie lässt sich nicht operieren (jedenfalls nicht mit der gewünschten Verbesserung). Aus diesem Grund wollte man unseren Hund nicht mehr in der Zucht haben, weil er erstens nicht als Zuchtrüde geeignet ist und zweitens weil man sicherstellen wollte, dass er an einen Platz mit viel Auslauf kommt, um die Muskeln in seiner Schulter zu stärken und so die Dysplasie weitgehend zu mildern.

Nun aber zum eigentlichen Thema: wie gesagt lebt der Hund nun etwas länger als ein Jahr bei uns in der Familie und er hat sich von Anfang an sehr wohl bei uns gefühlt und auch wir haben sehr viel Freude an ihm. Leider hat er vor etwa einem halben Jahr begonnen, immer und immer wieder, an einem einzigen Tag bis zu 5 Mal in unser Haus zu pinkeln. Es scheint, als sei irgendetwas nicht in Ordnung mit ihm, denn es ist kein markieren, sondern er hinterlässt einfach ganz grosse Pfützen mittem im Wohnzimmer oder in der Küche und stiehlt sich dann heimlich davon. Wir gehen mit ihm am Tag bis zu 5 Mal oder mehr spazieren, weil wir verhindern wollen, dass er uns ins Haus macht, aber es kommt nur allzu oft vor, dass er 2 Minuten nachdem man von einem halbstündigen Spaziergang zurückkommt eine unglaublich grosse Lache ins Haus macht.

Ich war mit dem Hund auch schon beim Tierarzt, um abzuklären, ob es sich vielleicht um eine Blasenentzündung oder etwas Ähnliches handelt, dort wurde uns aber gesagt, dass die Urinwerte bestens seien. Wir haben ihn dann auch kastrieren lassen, in der Hoffnung das Problem würde so behoben. Leider scheint es bis jetzt noch nichts geholfen zu haben.

Gerade heute hat er uns bis zum Mittag schon wieder 3 Mal ins Haus gepinkelt, obwohl mir um 7.00, 10.00 und 11.45 mit ihm draussen waren.

Draussen, auf Spaziergängen, habe ich festgestellt, dass er vielfach nicht richtig Zeit hat, zu pinkeln oder dass allenfalls mit der Kontrolle über seine Blase irgendetwas nicht ganz stimmt. Vielfach hebt er das Bein an und pinkelt, läuft dann aber weg während dem immer noch Urin austritt und so hinterlässt er Spuren die manchmal 2-3 Meter lang sind. Zudem pinkelt er manchmal und ich habe das Gefühl, dass nicht wirklich Druck auf dem Strahl ist, d.h. es tröpfelt eher und manchmal hebt er das Bein, und es kommt gar nichts. Kaum sind wir dann aber wieder im Haus, ist er in der Lage, die grösste Pfütze auf den Boden zu machen.

Können Sie mir wohl weiterhelfen? Haben Sie schon einmal von einem ähnlichen Fall gehört? Wir wissen nicht weiter und kennen keine Möglichkeit, wie wir diese schlechte Angewohnheit unseres Hundes beheben könnten. Komisch ist, dass dies nicht von Anfang an der Fall war, sondern erst mit der Zeit aufgetreten ist. Wir alle haben den Hund sehr ins Herz geschlossen (vor allem ich), meine Mutter ist aber inzwischen soweit, dass sie sagt, dass sie den Hund weggeben will. Das möchte ich natürlich verhindern und wende mich drum mit meiner Frage an Sie.

Mit freundlichen Grüssen aus der Schweiz,

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Antwort

Beantwortet von Hundewelte Stefanie Weinrich (Profil ansehen)

Guten Tag,

ja ähnliche Fälle sind uns bereits bekannt.
Also in erster Linie ist hier mal zu erwähnen, daß wenn Sie vermuten, daß dort organisch etwas vorliegt, immer eine weitere Meinung eines anderen Tierärztes eingeholt werden sollte! Das ist wichtig, denn ist dort die Ursache zu suchen, können Sie so viel "erziehen" wie Sie wollen und auch so oft rausgehen, wie Sie können, es wird sich nichts verändern.

Daher noch mal ganz klar: suchen Sie zusätzlich einen Tierarzt auf, möglichst einen, der den Hund nicht kennt, um dem Tunnelblick vorzubeugen.

Desweiteren ist Ihre Annahme durchaus möglich, dass Ihr Hund nicht die Zeit zum "pinkeln" hat, weil er viel zu sehr mit den Außenreizen beschäftigt sind.

Gerade kleine Hunde sind, was Gefahrenpotentiale anbetrifft besonders empfindlich, eben aufgrund ihrer Größe. Sie fühlen sich schneller bedroht.

Daher ist es nicht ratsam mit einer ausrollbaren Leine zu laufen, da sie dem Hund erst den Raum gibt, überfordert und verängstigt auf alles reagieren zu können und sich nicht mehr auf die eigentliche Sache zu konzentrieren, nämlich das Lösen.

Daher nehmen Sie sich einen zweiten Menschen mit zur Gassirunde, der Hund läuft an einer 1 Meter langen Führleine(die auf 2 Meter verstellt werden kann) aber nicht ausrollbar ist und der Pudel läuft in der Mitte der beiden Menschen. So auf beiden Seiten gesichert, wird er für sich ruhiger werden und kann erst einmal vernünftig mitlaufen.
Auch die Bewegung baut Stress ab.

Zum Geschäft machen, bleiben Sie stehen, die Leine wird verlängert und dem Hund wird auf Blickkontakt signalisiert, daß er sich "entfernen" kann. Das Stehenbleiben in dieser Situation ist ganz wichtig, damit er nur einen gewissen Radius überlassen bekommt. Anfangs werden Sie sicherlich einige Zeit stehen, bevor Ihr Hund etwas machen kann, aber das wird zukünftig schneller gehen.

Auch beim Reinkommen nicht die Leine abmachen, sondern behalten Sie ihn doch erstmal angeleint. Leider hat Ihr Hund ja schon negative Erfahrung mit dem Menschen gemacht, wenn er in die Wohung uriniert hat, denn sonst würde er sich nach dem Malleur nicht wegschleichen.

Der Hund bleibt in der Wohnung nur unter Beaufsichitgung angeleint. Ist der Mensch nicht anwesend, müssen Leine und Halsband abgemacht werden.

Sollten Sie mit der obern aufgeführten Anleitung keinen Erfolg haben, kann das auf eine organscihe Ursache zurückzuführen sein, oder die Anleitung wird nicht richtig ausgeführt. In diesem Falle kontaktieren Sie bitte unser Team unter info@hundewelten.de, damit weiter geholfen werden kann.

Mit hundenetten Grüßen
Cornelia Benford

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