Kategorie: Kind und Hund |
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Frage: Hund schnappt nach 8 Monate altem Baby |
| Gefragt am 09.04.2010 20:23 Uhr | Einsatz: € 10,00 | Status: Beantwortet | Aufrufe: 1054 |
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Sehr geehrte Hundetrainer, |
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Beantwortet von Anja Haufs (Profil ansehen)
Bei Ihrer Frage handelt es sich um ein sehr komplexes Thema, es ist nicht möglich Ihnen hierzu Ratschläge zu geben ohne Ihre Situation vor Ort gesehen bzw. eingeschätzt zu haben.
Ich denke das, dass auch der Grund ist weshalb Sie keine Antwort erhalten haben. Auch ich tue mich schwer mit einer Antwort. Ihnen hierzu Tipps zu geben wäre grob fahrlässig! Ich möchte Ihnen ans Herz legen, mit einem guten Hundetrainer einen Hausbesuch und dann ein weiteres individuell auf Sie zugeschnittenes Training zu vereinbaren. Zum Verhalten Ihrer Emma möchte ich Ihnen, subjektiv aus meiner Trainer-Erfahrung, sagen: - es sollten Umstellungen in den häuslichen und sozialen Strukturen in Bezug auf Emma vorgenommen werden, dazu das Stichwort: Ihre Hündin befand sich in einer erhöhten Position, als sie zugeschnappt hat. - Emma könnte sich bedroht oder auch genervt fühlen von der veränderten häuslichen Situation. Das fiel nicht so auf als Ihr Baby noch nicht mobil war, heisst im Bettchen oder im Kinderwagen lag. Ihre Tochter kommt jetzt in ein Alter in dem sie natürlich auf Erkundungstour gehen/krabbeln möchte und sich in Emmas Verständnis ungehemmt/dynamisch bewegt. Diese „ungehemmte Bewegung“ könnte Emma stoppen wollen und setzt sich hierzu aus ihrer Sicht erzieherisch ein. Emma versucht Ihre Tochter zu stoppen bzw. möchte nicht das Ihre Tochter ihr zu nahe kommt. - Bei dem von Ihnen geschilderten Zuschnappen könnte es sich um ein „Halten“ gehandelt haben, d.h. „ich zeige das ich meine Zähne einsetzten kann, ich beisse nicht zu, aber ich halte die Hand fest, aber wenn ich wollte könnte ich Dich verletzten“, also ein körpersprachlicher Ausdruck von Emma, ihre Tochter daran zu hindern noch näher an sie heranzukommen. Hunde bewahren ebenso wie Menschen auch eine sogenannte Individualdistanz und ich denke Ihre Tochter ist aus Emmas Sicht zu nahe gekommen, hat sie „bedrängt“, hat also die Individualdistanz unterschritten. Der letzte aggressive Akt wäre gewesen, das Emma so fest hätte zubeissen können, dass sie Ihre Tochter wirklich ernsthaft hätte verletzten können. Was sie nicht getan hat und das gibt mir die Hoffnung, dass Sie mit einem guten Trainer das Verhalten von Emma in Zukunft besser einschätzen und kontrollieren könnten. Noch ein Letztes zu Emmas Verhalten, aus Sicht von Hunden werden Säuglinge und Kleinkinder vom Hund als Welpen des Menschenrudels angesehen. Durch ihre noch unkoordinierte Art sich zu bewegen erhält der Hund den Eindruck, dass es sich hier um ein Lebewesen handelt das noch der Pflege, Versorgung und Erziehung bedarf. Ein gut sozialisierter Hund wird häufig viel vom Kind dulden, eine feste Umarmung, ein Klettern über den Hund oder wildes Herumtoben, das wäre der wünschenswerte Idealfall der aber leider nicht immer Realität ist. Genau hier liegt aber die Gefahr, denn „Welpen“ müssen aus Sicht des Hundes erzogen werden. Wird es dem Hund zu viel oder meint er, dass er beim Kind erzieherisch eingreifen muss, wird/kann er Handlungen aus dem hundlichen Verhaltensrepertoire anwenden, kann Schnauzgriff, Nackenstoss, ein Halten mit dem Fang, Drohschnappen oder auch Drohfixieren anwenden. Eltern sollten dem Hund unmissverständlich klarmachen (mit klarmachen meine ich ausdrücklich!! nicht die Anwendung von körperlicher Gewalt gegen Emma) dass er keine erzieherische Aufgabe bei Kindern übernehmen darf. Andererseits müssen Eltern Kinder davon abhalten, den Hund zu bedrängen, heisst u.a. die Liege- bzw. Ruheplätze sind für Kinder jeden Alters tabu, gleiches gilt für Futter- und Wasserstellen. Ich bin mir bewusst dass ich Ihnen Ihre Frage nicht beantworten konnte, hoffe aber etwas mehr zum Verständnis von Emma beigetragen zu haben. Mit herzlichen Grüssen Anja Haufs -Leinenstolz- |
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