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Kategorie: Kind und Hund

Frage: Hund an Säugling gewöhnen

Gefragt am 08.10.2009 16:50 Uhr | Einsatz: € 10,00 | Status: Beantwortet | Aufrufe: 1061
Bewertung: 5,0 (von 5 Sternen) Hund an Säugling gewöhnen , 5 von 5 bei 1 Bewertungen Sehr geehrte Hundetrainer, wir erwarten in einigen Wochen unser erstes Kind und wissen nicht wie unser Hund (Rasse: Boxer) darauf reagieren wird. Er ist bislang noch nie mit einem Säugling in Kontakt gekommen. Gibt es eine Möglichkeit ihn irgendwie darauf vorzubereiten? Vielen Dank.

Sehr geehrte Hundetrainer,

wir erwarten in einigen Wochen unser erstes Kind und wissen nicht wie unser Hund (Rasse: Boxer) darauf reagieren wird. Er ist bislang noch nie mit einem Säugling in Kontakt gekommen. Gibt es eine Möglichkeit ihn irgendwie darauf vorzubereiten?

Vielen Dank.

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Antwort

Beantwortet von Anja Haufs (Profil ansehen)

Meine Ratschläge für die Gewöhnung an Ihren Familienzuwachs:

sofern Sie nicht bereits Räume haben, die Ihr Hund nicht betreten soll, ist es wichtig, dass Sie das Kinderzimmer in Ihrem Haus/Wohnung als Tabu-Raum für Ihren Hund festlegen. Diesen so genannten Taburaum sollten Sie jetzt bereits aufbauen, bevor Ihr Baby nach Hause kommt. Ihr Boxer sollte ohne Ihr Beisein nicht das Kinder-/ Säuglingszimmer betreten.

Wer ist die Bezugsperson für Ihren Hund?
In den meisten Fällen sind das die Frauen der Familie. Sie sollten Ihren Hund in langsamen Schritten daran gewöhnen, dass Ihr Partner nun mehr und mehr zum vorrangigen Sozialpartner wird und Sie bei allem was mit Ihrem Hund zu tun hat, nun mehr in den Hintergrund treten.
Heisst:
Schrittweise übernimmt nun der Partner die Fütterung, den Spaziergang, das Training und Spielen mit dem Hund.

Weiter sollten Sie jetzt bereits trainieren, das Sie ein Baby auf dem Arm tragen bzw. das Sie mit einem Kinderwagen unterwegs sein werden. Hierzu hilft Ihnen beim Training eine Puppe, so komisch das jetzt für Sie klingen mag, aber Sie können Ihren Hund daran gewöhnen, dass ihm nicht mehr Ihre uneingeschränkte Aufmerksamkeit zu Teil wird, indem sie eine Puppe zu unterschiedlichen Zeiten auf dem Arm herumtragen und sich ausschliesslich mit ihr beschäftigen. Sollte Ihr Boxer aufmerksam werden und Ihnen neugierig folgen schenken Sie ihm bitte keine Beachtung, Ihr Hund bekommt hier keine Aufmerksamkeit.
Auch sollten Sie das Tragen der Puppe gemeinsam mit Ihrem Partner und dem Hund üben.

Gleichfalls können Sie weiter trainieren, dass Sie mit dem Kinderwagen unterwegs sind. In den meisten Fällen steht der Kinderwagen ja schon bereit. Haben Sie einen Garten, dann üben Sie zusammen mit Ihrem Partner und der Babypuppe im Kinderwagen. Sie schieben dabei den Kinderwagen, beschäftigen sich mit dem „Baby“ und Ihr Hund wird von Ihrem Partner an der Leine geführt. Idealerweise kann Ihr Partner durch Suchspiele mit Trockenfutterstückchen oder Spielzeug vom Hund, den Hund beschäftigen und Ihr Boxer lernt so, das es positiv und spannend für ihn ist, wenn Sie mit dem Baby unterwegs sind.

Ein weiterer Rat, meist ist ja auch schon eine Wiege vorhanden, in der das Baby in Ihrer Nähe z. B. im Wohnzimmer, zur Ruhe gelegt wird. Auch das können Sie gemeinsam mit Ihrem Partner üben. Sie kümmern sich um das Baby (Babypuppe), Ihr Partner lässt den Hund Dinge suchen oder auch apportieren, oder macht mit Trockenfutter Suchspiele in dem Raum wo auch die Wiege steht. Aber bitte nicht zu nah an dem Bettchen trainieren.

Ihr Hund soll für sich die positive Erfahrung machen, dass er weiterhin die Zuwendung und Aufmerksamkeit bekommt die er braucht, nur eben nicht zu viel von Ihnen, sondern von Ihrem Partner.

…… und ein letzter Rat, bitte bringen Sie bzw. Ihr Partner keine benutzte Windel des Babys aus dem Krankenhaus mit nach Hause und lassen Ihren Hund daran schnüffeln. Es macht keinen Sinn für Ihren Hund, er bringt den Geruch der Windel nicht mit dem Baby, dass einige Zeit später bei Ihnen zu Hause sein wird, in Verbindung.

Für alle zu trainierenden Situationen, beginnen Sie mit kurzen Zeiträumen und weiten Sie die Trainingszeiten schrittweise aus. Variieren Sie die Tageszeiten an denen Sie üben, nicht immer zur gleichen Zeit trainieren.

Wenn Sie noch weitere Fragen haben, rufen Sie mich gerne an.

Nun wünsche ich Ihnen viel Spass beim Training und viel Freude mit Ihrem Baby
Anja Haufs (Personal Dog Coach)

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