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Kategorie: Erziehung

Frage: Ziehen an der Leine

Gefragt am 01.04.2011 23:07 Uhr | Einsatz: € 18,00 | Status: Beantwortet | Aufrufe: 1019

Ich habe meine Pitbull Hündin mit 8 Wochen bekommen. Nun ist sie 5 Monate alt. Mein Problem ist, dass sie sehr heftig an der Leine zieht. Ich weiss, dass Terrier nicht leicht zu erziehen sind aber solche Probleme kenne ich eigentlich nicht. Sitz und Platz macht sie auf Kommando. Aber nur mit Leckerli in der Hand. Ohne ist sie stur und macht es nicht. In der Wohnung läuft sie mir überall hinterher und draussen, als ich sie mal ohne Leine laufen lassen hatte, drehte sie plötzlich um und rannte nach Hause ohne sich umzusehen, ob ich überhaupt hinterher komme. Seit dem Vorfall lasse ich sie an der Leine. In der Hundeschule reagiert sie überhaupt nicht auf Rufen. Sind die Pitbull Terrier wirklich so stur oder ist ihr Verhalten nicht normal?? Bitte helfen Sie mir. Vielen Dank im Vorraus. Ganz liebe Grüsse aus dem tiefsten Ostfriesland senden Ihnen Andrea und Hündin Anjala.
PS: Bitte per Mail antworten. Bin nicht so oft im Net. Danke !!!

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Antwort

Beantwortet von Hundewelte Stefanie Weinrich (Profil ansehen)

Hallo,

mehrere Aspekte können hier zutreffen.
Zum einen deutet beim Hund das in der Wohnung hinterherlaufen, aber auch das Ziehen an der Leine auf Kontrollverhalten hin.

Das passiert immer, wenn man dem Hund zu viel zugesteht. Nun haben Sie ja schon geschrieben, daß Ihre Hündin vorerst an der Leine bleibt. Das ist sicherlich eine richtige Entscheidung. Denn ein Hund, der Selbstinitiative ergrieft, wie Ihrer und für sich entscheidet, was zu tun ist, ohne den Menschen dabei zu brauchen, stellt eine Gefahr für die Umwelt dar.

Das Ihre Hündin auf Kommandos nur reagiert, wenn sie Leckerchen in der Tasche haben muss dabei nicht schlimm sein. Denn das ist eine gute Ausgangsbasis für ein erfolgreiches und stressfreies Training. Nehmen Sie doch das reguläre Futter mit auf die Runden, führen Sie Ihre Leine dabei hinterm Rücken und bestätigen erst mal jeden Blickkontakt und ebenfalls jeden Schritt, den sie nicht zieht. Egal ob Sie dabei das Futter nutzen, welches Ihr Hund doch eh braucht, oder ob sie über eine Körperbestätigung gelobt wird.

Machen Sie im Umgang und in der Konsequenz keinen Unterschied zw. drinnen und draußen, denn den kennt ein Hund auch nicht.
Soll Ihr Hund sich lösen, warten Sie erneut auf einen Blickkontakt und verlängern die Leine und geben dazu ein eindeutiges Sichtzeichen. Danach geht es erst mal mit kurzer Leine weiter. Später können Sie die Leine wieder nach vorne nehmen und werden sicherlich auch nicht mehr viel Futter draußen benötigen, aber etwas sollten Sie immer dabei haben. Wie es mit der Leinenpflicht und der Befreiung aussieht, sollten Sie im für Ihre Region zuständigen Amt erfragen.

Noch mal kurz zurück zum Futter:Futter bedeutet für den Hund Existenzsicherung und wenn So etwas Überlebenswichtiges haben, sind Sie für das Fortleben Ihres Hundes unumgänglich. Also wird der Hund postwendend von sich aus zu Ihnen schauen, ohne daß Sie sich für den Hund zum Kasper machen müssen, um interessant zu sein.

Das nach Hause laufen kann ferndiagnostisch nicht beurteilt werden, zu viele Auslöser können dafür in Frage kommen, vielleicht ein Geräusch oder etwas anderes was in den Zusammenhang gehört und nun nicht mehr mit betrachtet werden kann.

Daher ist es empfehlenswert, auch wenn es "nur" um Leinenführigkeit geht, eine Fachkraft nach Hause kommen zu lassen, die sich die komplette Situation ansieht und alle Zusammenhänge erklären kann.

Denn ein Hund ist immer nur dann "auffällig" wenn der Mensch dem Hund die Möglichkeit dazu läßt. Der andere Grund, der immer mit ausgeschlossen werden muß ist eine organische Ursache, wie z.B. Taubheit, Blindheit oder andere Erkrankungen, die so ein Verhalten auslösen bzw. beeinflussen können.

Mit freundlichen Grüßen
Cornelia Benford

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