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Kategorie: Erziehung

Frage: jagen

Gefragt am 23.01.2011 20:10 Uhr | Einsatz: € 20,00 | Status: Beantwortet | Aufrufe: 1019

Hallo,

wir haben seit fas 2 Jahren eine Labrador Hündin. Wir haben sie mit 2,5 Jahren bekommen. Am Anfang hat alles super geklappt. Nach kurzer Zeit fing unser Hund an zu jagen. Ich denke das sie das bei den Vorbesitzern auch gemacht hat. Sie ist dann nicht mehr abrufbar. Auch wenn sie im Feld ist, hat sie teilweise die Nase nur auf den Boden und versucht Hasen aufzustöbern. Acuh da klappt es mit dem abrufen dann zu 80% nicht mehr. ICh habe mitlerweile eine Hundepfeie, weil ich denke, das sie mich teilweise nicht mehr gehört hat (zu weit weg). Darauf reagiert sie auch schon sehr gut. Jedoch bleibt das Problem bestehen. Wenn sie auf rufen oder pfeifen kommt, bekommt sie auch immer ein Leckerchen und wird gelobt. Ich habe mir jetzt eine Schleppleine zugelegt und werde jetzt erstmal nur so mit ihr spazieren gehen. Grundgehorsam ist vorhanden. Wir waren auch am Anfang in der Hundeschule. Da hat sie sich immer vorbildlich benommen. Allerdings ist sie in ihrem gewohnten Spazierumfeld teilweise ganz anders. Was kann ich machen, damit sie wieder abrufbar ist und gleich kommt. Es ist momentan sehr anstrengend mit ihr spazieren zu gehen und ich merke auch, das ich dann schnell gereizt reagiere.

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Antwort

Beantwortet von Marianne Hoyer (Profil ansehen)

Guten Morgen!
Der Jagdtriebinstinkt ist bei einem Hund angeboren und je nach Rasse und Hunde typ mehr- oder minder ausgeprägt. Junge Labradore sind in der Regel sehr gelehrig und temperamentvoll und brauchen körperliche und geistige Auslastung. Haben sie dazu wenige Möglichkeiten, suchen sie sich ihre „Highlights“ z. B. durch das Jagen. Das Jagen ist eine sich selbst belohnende Aktion, ähnlich der Auswirkungen eines Joggers (Ausschüttung der Glückshormone).
Das Ihr Hund auf dem Hundetrainingsplatz gut gehört hatte liegt daran, dass ein Hund orts- und situationsbezogen lernt. D. h. auf dem Übungsplatz hat er gelernt zu hören, im privaten Freilauf aber nicht.
Was den Jagdtrieb betrifft, empfehle ich Ihnen sich bei einem Hundetrainer, der darin bereits erfolgreich gearbeitet hat, Hilfe zu holen, denn es gibt da unterschiedliche Trainingsmethoden und sollte auf den Hundetyp abgestimmt sein.
Sie sollten sich aber auf jeden Fall Beschäftigungs-möglichkeiten mit ihrem Hund überlegen. Ein Hund muss nicht rund um die Uhr beschäftigt werden, besser sind öfter mal kleine Übungsphasen einzubauen. Gehen Sie an unterschiedlichen Orten mit ihm spazieren und üben Sie vor dem Spaziergang in kurzen Phasen (ca. 3 – 5 Min.) Bei-Fuß-gehen, Sitz, Platz Bleib, Abruf: Hier. Rufen Sie ihn zwischendurch immer mal mit „Hier“ und wenig Ablenkung ab, später die Ablenkung langsam mit einbauen. Das festigt das Grundehorsam und er lernt dadurch Spielregeln einzuhalten, egal wo.
Nehmen sie zum Umarbeiten immer Leckerchen, die wechselnd sind und welche, die er sonst nicht bekommt (Fleischwurst, Käse, gebratenes Fleisch = alles sehr klein geschnitten als Highlight). Dadurch ist die Motivation immer sehr hoch und kann später langsam wieder abgebaut werden, wenn alle Übungen gefestigt und geprägt sind. Verwenden Sie im Wechsel auch das Spielbelohnen. Dadurch lernt Ihr Hund, dass auch bei Ihnen „Action“ ist.
Lassen Sie ihn über umgefallene Bäume balancieren oder über Baumwurzeln springen, usw. Zu Beginn des Trainings ist es immer mit viel Arbeit verbunden, lohnt sich aber!
Ich wünsche Ihnen bei der Umsetzung viel Erfolg! Bei Rückfragen können Sie mich gerne wieder kontaktieren.
Herzliche Grüße!
Marianne Hoyer

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