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Kategorie: Aggression

Frage: Unerzogene Hunde

Gefragt am 12.05.2010 17:29 Uhr | Einsatz: € 20,00 | Status: Beantwortet | Aufrufe: 1018

Hallo! Ich habe eine Maremmano-Husky-Mix-Hündin,8,5 J.,kastriert u. einen Bernersennen-Schäferhund-Rüden,5,5 J., unkastriert. Es ist unmöglich, mit beiden Hunden gleichzeitig spazieren zu gehen. Wenn ich andere Hunde treffe, rastet der Rüde aus u. kläfft, zieht zum fremden Hund, die Hündin macht mehr o. weniger mit, je nach Laune. In unmittelbarer Umgebung sind hier 4 Rüden, die unser Rüde absolut nicht ab kann. Wenn er im Freilauf auf sie trifft, drängt er sie solange in eine Ecke (nach dem Motto: komm her ich mach dich alle) bis der andere Rüde sich wehrt und dann gibts Trara mit Hund u. Halter bis zu beider Erschöpfung.An der Leine kann ich den über 40 kg schweren Rüden dann kaum halten u. vermeide so jeglichen fremden Hundekontakt, da ich schon viel Ärger hatte. Einen Rüden hatte er mal (vor unserem Haus) bedrängt u. dann in den Nacken gepackt, wobei dann 4 kleine blutende Löcher entstanden.Ich gehe immer spät abends bei wenig Hundeverkehr u. am liebsten bei Sauwetter spazieren, um keinen zu treffen. Die Hündin ist leinenführig u. macht nur bei Traktoren u. großen Fahrzeugen Theater, bei anderen Hunden je nach Laune. Dafür hat sie sehr viel Angst vor Knallgeräuschen, Feuerwerk usw., Silvester muß ich ihr Valium geben, da sie auf die Möbel u. Fensterbank klettert. Der Rüde zieht sehr stark an der Leine, hat sehr viel Power, auch nach einem 2 Stunden Spaziergang (Freilauf) u. rennt auch zu anderen Hunden, die er in 400 m Entfernung wahrnimmt. Habe schon Schleppleinentraining versucht, wobei ich mehrmals zu Boden gerissen wurde. Er hatte mit ca. 6 Monaten eine schwere Knochenhautentzündung und mußte mind. 3 Monate nur an der Leine laufen. Seitdem hat er einen enormen Bewegungsdrang. Ich gab ihm dann nach Genesung viel Freilauf, weil er sich irgendwie auspowern mußte. Dann fingen aber auch die Probleme mit anderen Hunden (insbesondere Rüden) an. Mir ist klar, daß er nicht ausgelastet ist, aber mit beiden Hunden gleichzeitig zu spielen o. irgendwelche Dressurprogramme durchzuführen, geschweige denn spazieren zu gehen ist fast unmöglich, jeder will der 1. sein. Alles 2 mal durchzuführen, ist sehr nervend u. ja auch sehr zeitaufwendig. Das ist jetzt alles etwas viel auf einmal, vielleicht haben Sie einen Tipp für mich. Vielen Dank im voraus.

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Antwort

Beantwortet von Marianne Hoyer (Profil ansehen)

Guten Abend!

Bei Ihrem Rüden handelt es sich um einen Mix von Dominanz und fehlenden Spielregeln. Diese sind für beide Hunde wichtig, unabhängig von Dominanz und Ängstlichkeit, wie
z. B. bei Ihrer Hündin. Diese würde sich durch klare Regeln sicherer fühlen und weniger ängstlich reagieren.

Ihr Rüde scheint dieses Verhalten noch ausgleichen zu wollen, indem er vermehrt aufpasst und Dominanz repräsen-tiert.

Sicher ist es nervig und zeitaufwendig, die Hunde einzeln zu trainieren, aber sicherlich nicht zu verhindern. Denn zu zweit kommt das Rudelverhalten durch und sie haben auch zuviel Gewicht. Bei Korrekturen sollte ich mich vorerst nur auf einen Hund zur Zeit konzentrieren, bis dieser das erwünschte Verhalten zeigt. Kurze Übungszeiten sind vollkommen ausreichend. Während der Trainingszeit sollte Ihr Rüde auch nicht mehr die Gelegenheit durch einen Freilauf für sein unerwünschtes Verhalten bekommen.

Bei beiden Hunden ist Grunderziehung wichtig. Ich würde mit beiden Hunden das Folgetraining beginnen, erst ohne Ablenkung, mit dem Ziel, immer mehr Ablenkung einzubauen.
Beim Folgetraining geht der Hund an einer ca. 1,50 m langen Leine in kurzen, vielen und abrupten Richtungswechsel ohne, das sie darauf achten, wo er läuft, sondern nur sie auf Ihren Weg achten. Er lernt dadurch auf Sie zu achten, da Sie dadurch die Führung automatisch übernehmen. Geht er an lockerer Leine und achtet auf Sie, steigern Sie die Ablenkung. Hundebegegnungen erst auf stressfreier Distanz, dann auch dort immer weiter heranarbeiten. Wichtig ist die Belohnung. Dafür verwende ich Leckerchen, die der Hund sonst garantiert nicht bekommt als besondere Motivation.
Sollte es bei Hundebegegnungen dann immer noch kritisch sein, nehmen Sie ein Halti dazu.
Also: Fehlverhalten = Korrektur
Erwünschtes Verhalten = Belohnung durch Worte und Leckerchen!

Das Folgetraining ist für die stressfreie Rudelablösung wichtig, denn auch wenn Ihr Hund nicht will, gehen Sie ohne Worte und sich darauf einzulassen, weiter Ihres Weges.

Üben Sie kurz (ca. 10 Min.) aber dafür öfter, z. B. 2 - 3 x pro Tag.

Für Ihre Hündin empfehle ich Ihnen zusätzlich eine Bachblütentherapie gegen die Ängstlichkeit.

Sollten Sie noch Fragen haben, können Sie sich gerne wieder an mich wenden.

Viel Erfolg und herzliche Grüße!

Marianne Hoyer

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