Kategorie: Plastische Chirugie |
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Frage: Abdominoplastik, Sorge um ideale Figur vor OP |
| Gefragt am 08.09.2011 14:53 Uhr | Einsatz: € 20,00 | Status: Beantwortet | Aufrufe: 1031 |
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Beantwortet von Dr. med. Ralf Berg (Profil ansehen)
Liebe Fragende,
Ich fürchte, daß Sie meine Antwort nicht erfreuen wird. So wie Sie es schildern, geht es bei Ihnen nicht nur um die Korrektur einer Rectusdiastase also einer Art "Bauchwand oder Narbenbruch" an deren Kosten sich die Kasse beteiligt, sondern um den Wunsch einer Modellierung des gesamten Körpers. Das Schema das sie dabei zugrunde legen ist: 41 kg bei 158 Größe (medizinisch schon eher Untergewicht wie Normalgewicht) und auch mit 37 Jahren noch so eine straffe faltenfreie Haut wie mit 20 Jahren. Ihre Ängste sind berechtigt, so etwas wird die "Bauchop" nicht leisten können. Es ist physiologisch, dass der Körperfettanteil mit zunehmenden Alter auch bei Normalgewichtigen steigt. Da Fett natürlich nicht so straff ist wie Muskulatur und zudem der Wassergehalt im Bindegewebe mit den Jahren einfach abnimmt, bilden sich Runzeln und Falten an den bekannten Problemzonen. Auch stimmt es, dass selbst wenn die Straffung und Fettentfernung am Bauch sehr gut gelingt, die Neigung an anderen Stellen zuzulegen weiter besteht und evt noch verstärkt wird. Was noch alles passieren kann, können Sie an einer Frage vor ein paar Wochen hier im Forum sehen, in dem eine solche operative Korrektur nicht nur nicht das Faltenrelief des Bauches in der gewünschten Weise verändert hat, sondern die Patientin sich nun mit Schmerzen, Obstipation, und Haltungsbeschwerden herumplagen muss. Ich möchte Ihnen dringend raten, mit all ihren Wünschen und berechtigten Ängsten nocheinmal mit dem Operateur zu reden. Mein Rat ist, auch wenn Sie Ihn vielleicht nicht gerne hören, sich mit Sport und Ernährung so fit wie möglich zu halten und das unvermeidliche Altern und die altersbedingten Veränderungen des Körpers zu akzeptieren. Prüfen Sie ob Sie mit ein paar Kilos mehr, aber einer harmonischen Verteilung nicht eine bessere Figur machen, wie mit flachem Bauch aber Reithosenhüften. Fragen Sie Ihren Chirurgen, was er meint wieviel OP`S Uschi Glas hat unterziehen müssen um das im den Illustrierten veröffentlichte Bild abzugeben. Es ist so wie beim Renovieren: Kaum hat man einen Teil erneuert, passt es einfach nicht mehr zum Nachbarteil und man muss auch dort Veränderungen vornehmen. Das ganze kann endlos werden. Ich denke Sie wären gut beraten, sich das alles nochmals gut zu überlegen, und vielleicht die Op auf das Notwendige, nämlich die Korrektur der Rektusdiastase zu beschränken. Auch diese OP ist heikel genug, was die postoperativen Beschwerden angeht. Auch wenn es eine Binsenweisheit ist: Falten bilden sich mit zunehmenden Alter eben nicht zurück, sie kommen und bilden sich mit dem Alter und sind dem natürlichen Alterungsprozess geschuldet. Aus der Distanz scheinen mir Ihre Ziele zu ehrgeizig und leider auch im Grunde unrealistisch. Sprechen Sie auch mit Menschen die Sie mögen und schätzen, darüber. Vergleichen Sie ihre Selbst und Außenwirkung. Nehmen Sie die möglichen Komplikationen ernst, und bedenken Sie, dass so eine Op nicht einfach rückgängig gemacht werden kann, wie sich die o. e. Fragende es sich am liebsten wünschen würde. Mit vielen Grüßen Ihr Dr. R. Berg |
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