Frag einen Arzt

Frage stellen
Einsatz festlegen
Antwort erhalten
Hier Frage stellen!

Kategorie: Onkologie

Frage: Hormonabhängiger Brustkrebs/ Wechselwirkungen?

Gefragt am 13.01.2011 12:30 Uhr | Einsatz: € 15,00 | Status: Beantwortet | Aufrufe: 1047

Guten Tag

Ich hatte vor 4 Jahren Brustkrebs und nehme seitdem Tamoxifen.
Jetzt habe ich in verschiedenen Foren gelesen, dass man während der Tamoxifeneinnahme Grapefruits und Granatäpfel nicht zu sich nehmen sollte. Ich esse seit ein paar Monaten täglich einen Granatapfel. Nun meine Fragen.

- Fördern die Phytooestrogene in diesen Früchten einen erneuten hormonabhängigen Brustkrebs?

- Schwächen bestimmte Enzyme in Granatäpfeln die Wirkung von Tamoxifen ab?

Ich habe viele unterschiedliche Aussagen gelesen und bin nun sehr verunsichert. Sollte ich am Besten den Verzehr ganz einstellen?

MfG
Danke

Weitere Fragen zum Thema "Onkologie" lesen!

  Haben Sie auch eine Frage?
Klicken Sie hier und fragen Sie einen Arzt zum Thema Onkologie!
Antwort

Beantwortet von Dr. med. Ralf Berg (Profil ansehen)

Liebe Fragende,

ich wünsche Ihnen weiter guten Appetit und Freude beim täglichen Verzehr ihres Granatapfels !
Nach meiner Ansicht müssen Sie den Verzehr keinesfalls ganz einstellen.

Bei Ihrem Medikament Tamoxifen handelt es sich um einen Wirkstoff aus der Gruppe der Aromatase Hemmer. Diese wirken nachweislich als Rezidiprophylaxe bei hormonsensitiven Mammatumoren. Daher werden sie in der Nachsorge eingesetzt.

Vereinfacht ausgedrückt, fördert das Enzym Aromatase das erneute Wachstum von evt. verbliebenen Krebszellen in der Brust. Wird diese Enzym durch Tamoxifen blockiert so kommt es zu keinem Rezidiv. Umgekehrt fördern alle Östrogene ob nun künstlich, körpereigen, oder aus Pflanzlicher Herkunft (Phytoöstrogene) die Aktivität der Aromatase.

Nun kommt es auf die Kräfteverhältnisse an. Solange Tamoxifen die Aromatase hemmen kann, bleiben geringe Dosen von Östrogen an den Ziel/Tumorzellen wirkungslos. Es ist zwar richtig, das auch Phytoöstrogene die Wirkung von Tamoxifen abschwächen. Allerdings fand ich bei keinem Hersteller in den erweiterten Beipackzetteln für Fachkreise, Hinweise, dass Grapefruit oder Granatäpfel wegen möglicher Wechselwirkungen zu meiden wären. Klassische Hormontabletten wie die z.b. die Pille, sind dort aufgeführt und können klinisch relevante Wechslwirkungen haben, sollte also nicht eingenommen werden. Aber ein Granatapfel am Tag reicht da sicher nicht. Genausowenig wie Sie mit Granatäpfeln sicher verhüten können, selbst wenn Sie am Tag 10 Granatäpfel vertilgen. Also, lassen Sie sich nicht verunischern oder verä(pf)ppeln.
Lediglich die Empfehlung generell Tabletten zusammen oder in kurzem Zeitlichen Zusammenhang mit Grapefruitsaft einzunehmen, soll beachtet werden, da der Grapefruitsaft tatsächlich viele Tablettenüberzüge vorzeitig andauen kann oder mit den Wirkstoffen interagiert.

Mit vielen Grüßen R. Berg

Weitere Fragen zum Thema "Onkologie" lesen!

  Haben Sie auch eine Frage?
Klicken Sie hier und fragen Sie einen Arzt zum Thema Onkologie!