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Kategorie: Innere Medizin

Frage: Rheuma

Gefragt am 18.09.2010 01:18 Uhr | Einsatz: € 25,00 | Status: Beantwortet | Aufrufe: 1026
Bewertung: 5,0 (von 5 Sternen) Rheuma , 5 von 5 bei 1 Bewertungen Hallo, ich habe seit d.J. Schmerzen in fast allen Gelenken, besonders Füße, Sprunggelenke, Knie, Handgelenke und Hand. Handgelenke und Hände schmerzen auch nachts und besonders morgens. Das li. Handgelenk ist auch an der Außenkante etwas geschwollen. Außerdem fühl

Hallo,
ich habe seit d.J. Schmerzen in fast allen Gelenken, besonders Füße, Sprunggelenke, Knie, Handgelenke und Hand. Handgelenke und Hände schmerzen auch nachts und besonders morgens. Das li. Handgelenk ist auch an der Außenkante etwas geschwollen.
Außerdem fühle ich mich total erschöpft, ständig müde, ausgelaugt und antriebslos. Zudem habe ich seit 2-3 J. ständig Eisenmangel u. bekomme ab und zu Eisenspritzen. 2 x Magen-Darmspiegelung außer Polypen o.B., letzte vor 2 J.
Im April/Mai d.J. bekam ich ganz plötzlich Schmerzen direkt unterhalb des li. Rippenbogens ohne vorherige Anzeichen oder Fieber, keine Grippe, nichts. Die erste Woche war mit Schmerzmittel noch erträglich, bis ich mich einmal bücken wollte und ich einen höllischen Schmerz an dieser Stelle verspürte. Das war ein Gefühl, als ob etwas gerissen sei. Diese unerträglichen Schmerzen hielten ca. 3 Wochen an und beim Abtasten dieser Stelle beim Arzt hab ich nur noch aufgeschrien. Bekam Antibiotika u. Cortison. War dann in einer Lungenklinik mit der Diagnose V.a. Rippenfellentzündung, konnte aber nicht mehr genau festgestellt werden, da mittlerweile eine Besserung eingetreten war. Die Entzündungswerte (BSG, CRP) waren sehr hoch. In der Klinik war ansonsten alles o.B. inkl. Bronchoskopie, Sonographie, etc. Nach 6 Wochen war der Spuk vorbei, fühlte mich jedoch weiterhin erschöpft.
Bei V.a. auf Rheuma (CCP 28,5, Norm 0-10), immer noch bzw. wieder erhöhten Entzündungswerten sowie unklarem Eisenmangel war ich Anfang der Woche in einer Klinik. Laborwerte stehen noch aus, ansonsten alles o.B., bis auf die Oberbauchsonographie. Hierbei wurden nun 2 Herde in der Milz entdeckt. Die Sonographie im Mai in der Lungenklinik war ohne pathol. Befund.
Sono-Befund: Milz normal groß. Am unteren Milzpol finden sich im Parenchym zwei echoreichere Herde, der distal-medialer davon rundlich, 1,7 cm, aber nicht ganz scharf begrenzt, der etwas proximalere, lateralere ist schärfer begrenzt, inhomogener, 1.3 cm mit innenliegenden Verkalkungen.

Meine Fragen:
Gibt es hier evtl. einen Zusammenhang bezügl. Rheuma, den Schmerzen am Rippenbogen und den nun entdeckten Herden in der Milz?
Was könnten die Herde in der Milz sein? Können solche Herde innerhalb von 4 Monaten sich entwickelt haben?
Bin ansonsten gesund, 51 J. alt, weiblich.

Anbei Laborwerte.

Ich danke Ihnen herzlichst im Voraus für Ihre Antwort und Mühen.

Mit freundlichen Grüßen

Heidi

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Antwort

Beantwortet von Dr. med. Ralf Berg (Profil ansehen)

Liebe Patientin,

da kommt bei Ihnen ja einiges zusammen. Vielen Dank für die genaue Schilderung der Ereignisse. Ich möchte versuchen,dies alles nacheinander Punkt für Punkt zu beatworten
1. Unklar bleiben letztlich die heftigen Schmerzen vom Mai. Die nachfolgenden Überlegung sind, das möchte ich betonen spekulativ. Im Nachhinein könnte man sich schon vorstellen, dass die Schmerzen unter dem li Rippenbogen von der Milz herrühren könnten. Kommt es zu einem starken Abfall der Sauerstoffsättigungin der Milz, kann sich dies in plötzlichen heftigen Flankenschmerzen (Seitenstechen) äußern. Jeder untrainierte, der einmal einen längen Dauerlauf gemacht hat weiss, wie sich das anfühlt. Das gleiche gilt auch wenn es zu einer Infarzierung oder Gewebezerreiung in der Milz kommt. Hier könnte ich schon einen Zusammenhang vermuten.

2. Gesichert ist offensichtlich die Diagnose Rheuma. Leider geht aus ihrem Bericht nicht hervor, ob und wie konsequent dieses behandelt wird. Hier würde ich Ihnen raten auf jedenfall sich von einer Klinikambulanz oder so vorhanden einem niedergelassenen Rheumatologen zusammen mit dem Hausarzt mitbehandeln zu lassen. Ziel ist es die Entzündungswerte so weit wie möglich zu senken und das Rheuma in Remission zu bringen.

3. Nun zu den Rundherden in der Milz. Hier wird es schwierig, da vieles in Betracht käme, was man aber per Internet nicht weiter abklären kann. Mir sind zwar "Rheumaknötchen" in den Weichteilen bekannt, aber nicht in der Milz. Einen Zusammenhang mit Ihrem chronischen ungeklären Eisenmangels könnte aber auch hier vorliegen. In der Milz werden Blutkörperchen abgebaut und das Eisen herausgelöst und wenn möglich wieder verwendet. Geschieht dies, z.b. wegen einer Immunstörung zu schnell so geht ein Teil des Eisens meist über die Galle verloren. Es ist möglich, dass sie zusätzlich zum Rheuma auch eine hämatologische oder Immunerkrankung der Milz haben.
Die beiden Rundherde müssen aber (z.b. mit MRT) sicher weiter beobachtet und abgeklärt werden, das es sich neben harmlosen Befunden (alte Narben, Hämangiom, Rest des Infarziertes Gewebe) aber eben auch um Tochtergeschwülste (Metastasen)handeln kann. Da Sie ein eine Voruntersuchung der Milz vorweisen können und die Herde über einen Zentimeter gross sind, muss man davon ausgehen, dass sich diese tatsächich in den letzten 4 Monaten entwickelt haben. Ich würde Ihnen zur weitern radiologischen Abklärung raten. Wenn man auch dort nicht weiterkommt, sind auch Untersuchungen mit Kontrastmittel und Röntgen nötig. Eine Punktion zur Gewebegewinnung ist in der Milz wegen des hohen Blutungsrisikos nicht üblich. Bevor man jedoch nach dem Chirurgen ruft, muss man auch die Fachgebiete Onkologie und Hämatoloigie mit in die Behandlung einbeziehen. Es ist in ihrem Fall wie gesagt vieles zweideutig. So sprechen die Verkalkungen im 2 Herd dafür, dass diese eine ältere Sache ist, und von Ihren damaligen Schmerzen herrühren könnte. Dann wären die Herde vielleicht einfach nur das Überbleibsel eines kleinen Milzinfartes, oder Milzrisses vom Mai. Allerdings: der Eisenmangel und ihre Müdigkeit, der zweite Herd nicht verkalkte Herd, der wohl neuer ist, sind aber Anlass bis zum Beweiss des Gegenheits, weiter nach einem Tumor zu suchen. Ich bedaure, dass ich Ihnen keine besseren Nachrichten geben kann. Ich würde mich freuen, da ich an dem weiteren Verlauf und dem Ergebnis sehr interessiert bin, wenn Sie mich darüber (z.b. per Fax der Arztbriefe) informieren würden. Ich hoffe, dass meine Ausführungen Ihnen helfen, das Geschehen nun auch selbst etwas besser verstehen und einordnen zu können. Mit vielen Grüßen Ihr Dr. R. Berg

Nachfrage
Hallo,
vielen Dank für Ihre schnelle und ausführliche Antwort, das hilft mir doch weiter. Ich werde natürlich mein komplexes Krankheitsbild weiter abklären lassen. Ich werde mich sehr gerne noch mal bei Ihnen melden, wenn ich Befunde und Diagnosen habe.
Rheuma ist bei mir noch nicht sicher diagnostiziert, obwohl ich schon fast überzeugt davon bin, dass ich eine Art Rheuma habe. Es stehen noch Laborwerte aus der letzten Klinik und der Arztbericht aus.

Leider war der Internist/Rheumatologe, also mein Arzt in der letzten Klinik vor einer Woche, nicht gerade verständnisvoll oder offen für meine Beschwerden und auch nicht gesprächig. Er war mehr mit seinem PC als mit mir beschäftigt, hörte mir nicht zu. Auch zu den Schmerzen im Mai meinte er lediglich, was ich damit wolle, ist doch längst vorbei! Ansonsten wäre ich sicher schon einen Schritt weiter. Er meinte auch MRT und CT, das wäre doch alles das Gleiche!? Es ist heutzutage sehr schwer, einen Arzt seines Vertrauens zu finden, leider. Das sind wohl die Auswirkungen unserer stressigen Zeit.
Leider kann ich aus Angst nicht in ein geschlossenes MRT und suche nach einer Alternative, evtl. KM-Sono oder CT, da ich zwar einen Termin im offenen MRT habe, allerdings erst am 5.1.11.

Nochmals besten Dank und

mit freundlichen Grüßen

Heidi

Rückantwort
MRT und CT ist natürlich nicht das gleiche. Das MRT ist sicherlich die derzeit beste Methode um die Milz bei dieser Fragestellung weiter zu untersuchen. Wo gibt es denn ein offenes MRT?
Wenn Sie eine KM Sono in Erwägung ziehen so kann ich Ihnen noch den Tipp geben, sich in Wiesbaden an die deutschen Klinik für Diagnostik zu wenden. Mir ist bekannt, dass dort an der Anwendung der KM Sonografie geforscht wird, und Ihr Fall wäre sicherlich geeignet um per Sonografie festzustellen, wie es mit der Durchblutung der suspekten Herde bestellt ist.

Mfg Dr. Berg

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