Kategorie: Innere Medizin |
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Frage: Rheuma |
| Gefragt am 18.09.2010 01:18 Uhr | Einsatz: € 25,00 | Status: Beantwortet | Aufrufe: 1026 |
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Bewertung: 5,0 (von 5 Sternen)
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Beantwortet von Dr. med. Ralf Berg (Profil ansehen)
Liebe Patientin,
da kommt bei Ihnen ja einiges zusammen. Vielen Dank für die genaue Schilderung der Ereignisse. Ich möchte versuchen,dies alles nacheinander Punkt für Punkt zu beatworten 1. Unklar bleiben letztlich die heftigen Schmerzen vom Mai. Die nachfolgenden Überlegung sind, das möchte ich betonen spekulativ. Im Nachhinein könnte man sich schon vorstellen, dass die Schmerzen unter dem li Rippenbogen von der Milz herrühren könnten. Kommt es zu einem starken Abfall der Sauerstoffsättigungin der Milz, kann sich dies in plötzlichen heftigen Flankenschmerzen (Seitenstechen) äußern. Jeder untrainierte, der einmal einen längen Dauerlauf gemacht hat weiss, wie sich das anfühlt. Das gleiche gilt auch wenn es zu einer Infarzierung oder Gewebezerreiung in der Milz kommt. Hier könnte ich schon einen Zusammenhang vermuten. 2. Gesichert ist offensichtlich die Diagnose Rheuma. Leider geht aus ihrem Bericht nicht hervor, ob und wie konsequent dieses behandelt wird. Hier würde ich Ihnen raten auf jedenfall sich von einer Klinikambulanz oder so vorhanden einem niedergelassenen Rheumatologen zusammen mit dem Hausarzt mitbehandeln zu lassen. Ziel ist es die Entzündungswerte so weit wie möglich zu senken und das Rheuma in Remission zu bringen. 3. Nun zu den Rundherden in der Milz. Hier wird es schwierig, da vieles in Betracht käme, was man aber per Internet nicht weiter abklären kann. Mir sind zwar "Rheumaknötchen" in den Weichteilen bekannt, aber nicht in der Milz. Einen Zusammenhang mit Ihrem chronischen ungeklären Eisenmangels könnte aber auch hier vorliegen. In der Milz werden Blutkörperchen abgebaut und das Eisen herausgelöst und wenn möglich wieder verwendet. Geschieht dies, z.b. wegen einer Immunstörung zu schnell so geht ein Teil des Eisens meist über die Galle verloren. Es ist möglich, dass sie zusätzlich zum Rheuma auch eine hämatologische oder Immunerkrankung der Milz haben. Die beiden Rundherde müssen aber (z.b. mit MRT) sicher weiter beobachtet und abgeklärt werden, das es sich neben harmlosen Befunden (alte Narben, Hämangiom, Rest des Infarziertes Gewebe) aber eben auch um Tochtergeschwülste (Metastasen)handeln kann. Da Sie ein eine Voruntersuchung der Milz vorweisen können und die Herde über einen Zentimeter gross sind, muss man davon ausgehen, dass sich diese tatsächich in den letzten 4 Monaten entwickelt haben. Ich würde Ihnen zur weitern radiologischen Abklärung raten. Wenn man auch dort nicht weiterkommt, sind auch Untersuchungen mit Kontrastmittel und Röntgen nötig. Eine Punktion zur Gewebegewinnung ist in der Milz wegen des hohen Blutungsrisikos nicht üblich. Bevor man jedoch nach dem Chirurgen ruft, muss man auch die Fachgebiete Onkologie und Hämatoloigie mit in die Behandlung einbeziehen. Es ist in ihrem Fall wie gesagt vieles zweideutig. So sprechen die Verkalkungen im 2 Herd dafür, dass diese eine ältere Sache ist, und von Ihren damaligen Schmerzen herrühren könnte. Dann wären die Herde vielleicht einfach nur das Überbleibsel eines kleinen Milzinfartes, oder Milzrisses vom Mai. Allerdings: der Eisenmangel und ihre Müdigkeit, der zweite Herd nicht verkalkte Herd, der wohl neuer ist, sind aber Anlass bis zum Beweiss des Gegenheits, weiter nach einem Tumor zu suchen. Ich bedaure, dass ich Ihnen keine besseren Nachrichten geben kann. Ich würde mich freuen, da ich an dem weiteren Verlauf und dem Ergebnis sehr interessiert bin, wenn Sie mich darüber (z.b. per Fax der Arztbriefe) informieren würden. Ich hoffe, dass meine Ausführungen Ihnen helfen, das Geschehen nun auch selbst etwas besser verstehen und einordnen zu können. Mit vielen Grüßen Ihr Dr. R. Berg
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