Kategorie: Innere Medizin |
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Frage: ohne Diagnose |
| Gefragt am 04.04.2011 20:01 Uhr | Einsatz: € 20,00 | Status: Beantwortet | Aufrufe: 1043 |
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Vor drei ca. 3 Jahren im Frühjahr wchte ich (nännl. 42 Jahre) eines morgens mit einem geschwollenem linken |
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Beantwortet von Dr. med. Ralf Berg (Profil ansehen)
Lieber Patient,
ich kann gut nachvollziehen, wie jemanden zumute ist, der so eine Krankheitsgeschichte erlebt hat, wie sie es oben beschreiben haben. Ich hoffe, daß Sie sich im Klaren sind, dass es so gut wie unmöglich ist, dass ich von hier nun eine Diagnose stelle und sage: das ist es. Ich glaube ich kann aber aus meiner Erfahrung und erlebten Verläufen von Krankheitsgeschichten ähnlich wie Ihrer Ihne aufzeigen, was m. E. sich in Ihrem Körper abspielt. Sie sind schon auf der richtigen Fährte: Es sind "grundlos" auftretende Entzündungen, die die betroffenen Organe oder Regionen stark beeinträchtigen, und dann wieder verschwinden, ohne, dass bisher jemand eine Ursache (z. B. Erreger wie Bakterien, Viren, Parasiten, Würmer), oder einen wegweisenden Laborwert finden konnte. Nach all den durchgeführten Untersuchungen scheint es mir unwahrscheinlich, dass Sie an einer Infektions- oder "normalen" allergischen Krankheit leiden. Auch Tumore scheiden nach der umfangreichen Bilddiagnostik, wie auch wegen des langen Verlaufs und "Umspringen" der Symptome weitgehend aus. Neurologische Syndrome, von denen es gar viele gibt, sind sicherlich intensiv gesucht worden. Da diese aber in aller Regel progredient sind, also sich im Laufe der Zeit verschlimmern kommen diese auch eher nicht in Frage. Es bleibt eine große Gruppe von bisher nur teilweise in ihrem Pathomechanismus verstandenen Krankheiten: Die sogenannten Autoimmunkrankheiten des Bindegewebes (Kollagenose). Nehmen diese einen typischen Verlauf, sind sie beschrieben (Namen folgen weiter unten) und können auch anhand von Blutbild oder Gewebeveränderungen diagnostiziert werden. Oft ist es jedoch so wie bei Ihnen, dass sich diese körpereigenen Attacken, gegen das eigene Gewebe nur schubweise ereignen und dann wieder in eine Art Ruhestadium kommen. Leider kommt es vor, dass es dabei gar nicht zu den Blutbildveränderungen kommt, die eine Diagnose erlauben. Oft bleibt einem nicht anderse übrig, das nur symptomatisch den Organen oder Geweben zu helfen, die gerade von so einer Attacke betroffen sind. Oft muss eine Kortisonstoss eingesetzt werden um das Geschehen kurzfristig zu stoppen. Bei aller Vorsicht, die bei einer Beurteilung über das Internet angebracht ist könnte es sich um eine Art SHARP-Syndrom, auch treffender MIXED KONNEKTIVE TISSUE- Syndrom handelt. Dieses kann eine Vorstufe von Krankheiten wie Wegnersche Granulomatose, Lupus Erythematodes, Reitsyndrom, gen. Vaskulitis, Diverse Glomerulonephritiden etc. sein. Der Übergang zu Erkrankungen des rheumatischen Formenkreises ist oft fließend. Vielleicht sollten Sie einen Rheumatologen mit hinzuziehen, der Sie ambulant weiter beobachtet. Rheumatologen haben in aller Regel viel Erfahrung in der Bekämpfungen von "Autoimmunentzündlichen" Veränderungen. Zum Schluß möchte ich Sie aber auch noch informieren, dass Fälle gibt in denen sich das Sharp Syndrom einfach wieder zurückzieht, ohne, dass es zum Vollbild einer der oben genannten Krankheitsbilder kommt. Leider schreiben Sie nicht ob und welche Therapieversuche bei Ihnen schon unternommen worden sind. Dies ist aber für Sie nun viel wichtiger, wie der Name, den man Ihrer Art von Kollenose am Ende geben wird. Ich würde Ihnen wie gesagt raten Kontakt zu einem Rheumatologen zu suchen und mit Ihm ein Therapiekonzept zu entwicklen, wenn sich wieder neue Symptome zeigen. Ich hoffe Sie können nun etwas besser verstehen, was sich bei Ihnen möglicherweise abspielt. Mit vielen Grüßen Dr. R. Berg |
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