Kategorie: Innere Medizin |
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Frage: Lungenkrebs |
| Gefragt am 28.12.2010 16:42 Uhr | Einsatz: € 20,00 | Status: Beantwortet | Aufrufe: 1167 |
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Beantwortet von Dr. med. Ralf Berg (Profil ansehen)
Lieber Patient,
verzweifeln sollten und müssen Sie nicht. Mit den heute zur Verfügung stehenden Untersuchungen konnte man an Ihrer Lunge nichts feststellen. Das heimtückische am Lungenkrebs, vor dem Sie offensichtlich große Furcht haben, ist ja, dass er meist überhaupt keine Schmerzen hervorruft. Unerklärlicher permanenter Husten kann ein Hinweise darauf sein. Genau dies haben Sie aber nicht. Bluthusten, kann im Spätstadium auch ein Zeichen eines Lungenkrebes sein, dies ist aber sehr viel dramatischer als die blutigen Nasensekrekte die Sie beschreiben. Dies kann einfach durch angegriffene Schleimhäute, vor allem bei nacheinander auftretenden Infektionen, die Sie ja beschreiben auftreteten. Hier empfehle ich Ihnen jeden Tag etwas Nasensalbe aufzubringen, damit die Schleimhaut wieder etwas robuster wird. Warum insgesamt Ihr Gesundheitszustand etwas angegriffen zu sein scheint, ist aber nicht klar. Dies kann von beruflichem Stress, zu kurze Rekonvaleszenzeit nach Infekt, bis zu einer passageren Immunschwäche an vielem liegen. Aber an einen Lungentumor müssen Sie nun wirklich nicht denken. Nicht dass ich die Gefahren des Rauchens hier bagatellisieren möchte, jeder Raucher hat ein erhöhtes Risiko einen Lungenkrebs zu entwickeln, aber die Erfahrung zeigt, dass dieses Risiko sich mit einer langen Latenzzeit (20-30 Jahre )erst verwirklicht. In Ihrem Fall ist Ihr Entschluss seit 2 Jahren auf das Rauchen zu verzichten, in jedem Fall der richtige Schritt gewesen. Was kann Ihre Symptome noch auslösen? Für die Brust und Rückenschmerzen, käme auch ein Tieze-Syndrom in Frage. Diese kann einseitig auftreten, hält lange an, hat aber eine gute Spontanprognose, es verschwindet oft genauso unerklärlich wie es gekommen ist. Ursache: Spannungen und Nervenirritationen (brennende Schmerzen) an den kleinen Knochen/Knorpelverbindungen paralell zum Brustbein, manchmal mit Ausstrahlung in den Rücken. Wenn Sie so einen Punkt am vorderen Thorax identifizieren können, dann kann z.b. ihr Hausarzt dort eine Qaddel mit Lokalanästhetikum anbringen und den Nerven blockieren. Ist der Spuk dann für ein paar Stunden vorbei, ist die Diagnose gesichert. Dies wäre eine mögliche Erklärung für ihre bestehenden Schmerzen. Was sollen Sie noch machen? Wegen des Drucks beim Schlucken sollten Sie ihren Hausarzt bitten auch einmal die Schilddrüse zu untersuchen, ob diese durch Vergrößerung/Entzündung den Schluckakt stören könnte. Um eine Frage von Ihnen habe ich mich bisher herumgeschrieben: Kann es sich trotzdem um Lungenkrebs handeln? Ich hoffe sehr, dass Sie meine ehrliche Antwort nun nicht mehr verzweifeln läßt. Ja es kann. Und zwar deshalb weil nicht nur der Lungenkrebs, sondern fast alle Tumorarten sich im Frühstadium nicht nachweisen lassen. Bis heute gibt es keinen zuverlässigen "Frühtest" auf Lungenkrebs. Auch bei dem viel häufigeren Brustkrebs, sind im Gegensatz zur Therapie, die Erfolge bei der Früherkennung trotz vieler Anstrengungen sehr bescheiden. Risikobewußtes Verhalten, (keine Rauch, Stäube, Asbest etc), was Sie ja schon tun bringt viel mehr. Natürlich kann man noch ein CT mit und ohne Kontrastmittel, Bronchoskopie mit oder ohne Narkose machen, aber ohne dass man handfeste klinische Hinweise auf ein Tumorgeschehen hat, werden diese Untersuchungen, wie die bisherigen Untersuchungen ohne Ergebnis sein. Ihre Symptome sind eher untypisch, unspezifisch und können auf viele andere Ursachen zurückgehen. Ich hoffen, Ihnen einige hilfreiche Ratschläge gegeben zu haben und hoffe, dass sie nun die Sache etwas gelassener sehen können. Mit ganz herzlichen Grüßen Dr. R. Berg |
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