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Kategorie: Innere Medizin

Frage: lang dauernder Infekt

Gefragt am 11.09.2010 16:17 Uhr | Einsatz: € 15,00 | Status: Beantwortet | Aufrufe: 1022

Guten Tag,
bei mir wurde vor ca. 3 Wochen ein bronchialer Infekt diagnostiziert. Meine Symptome sind weniger Husten und Schnupfen oder Fieber, sondern allgemeines Unwohlsein, nächtliches Schwitzen und Schlappheit. Leider konnte ich mich anfangs nicht richtig schonen und bin mit Antibiotika auf eine Fortbildung gefahren. Danach wurde meine Therapie auf eine kurze Kortisonbehandlung (prednisolon) umgestellt. Eine Lungenentzündung durch Röntgenbild ausgeschlossen und vergangene Woche wurde ein Blutbild gemacht (in Ordnung). Eigentlich ist die Diagnose der Ärzte (Allgemeinmediziner und Bronchenfacharzt) eindeutig und deutet auf einen ausklingenden bronchialen Infekt. Bin aber trotzdem etwas irritiert, weil die Symptome noch immer das sind (Kopf- Nacken und Gliederschmerzen, Schlappheit, leichte Verschleimung in den Bronchen).

Meine Fragen sind:
- Kann sich ein grippaler Infekt wirklich so lange und hartnäckig halten (nur leicht erhöhte Temperatur)? Ist diese Diagnose verlässlich?
- Ist auch eine Hirnhautentzündung eine mögliche Diagnose oder wirken auch die Antibiotika / Kortison dagegen? Lässt sich eine Hirnhautentzündung im Blut nachweisen?

Vielen Dank für die Auskunft.

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Antwort

Beantwortet von Dr. med. Ralf Berg (Profil ansehen)

Eine schönen guten Tag,

ich möchte ihre Frage, derer eigentlich 4 sind kurz und bündig beantworten.
1. Ja, ein grippaler Infekt kann sich so lange hinziehen, gerade auch die "Nebenbeschwerden" können noch 2-3 Wochen
manchmal nachklingen.
2. Die Verlässlichkeit einer solchen Diagnose (abklingender Infekt) hängt vom Verlauf der Erkrankung und der klinischen Einschätzung des behandelnden Arzte ab. Es gibt Befunde, die eingeordnet und gedeutet und bewertet werden müssen.
Konkret heiss das, dass Sie ein gewisses Vertrauen in die Kompetenz und die Fähigkeiten Ihres Arztes haben müssen, denn eine Untersuchung mit dem Ergebnis Wahr/Falsch gibt es in diesem Fall nicht.
3. Eine Hirnhautenztündung erscheint sehr unwahrscheinlich. Diese verläuft schwerwiegend so dass Sie nach 3 Wochen mit Sicherheit schon im Krankenhaus stationär gelandet wären.
Es gibt viele Auslöser einer Hirnhautentzündung. Gegen Viren (z.b. Polio, FSME), die diese auch auslösen können wirken Kortison und Antibiotika selbstverständlich nicht.
Hier hilft nur die vorherige Impfung.
4. Zeichen einer Hirnhautentzündung lassen sich im Liquor nachweisen, der durch eine Lumbalpuktion des Rückenmarks gewonnen werden muss. Eine Maßnahme die man bei Ihnen zum jetzigen Zeitpunkt sicherlich nicht in Erwägung ziehen würde. Aus dem Blut kann es nicht diagnostiziert werden.

In einem möchte ich sie beruhigen, nach den von Ihnen genannten Symptomen, den durchgeführten Untersuchunge und des Verlaufes, würde ich bei Ihnen auch nicht an eine Hirnhautentzündung denken. Falls diese Beschwerden weiterhin nicht abklingen, so wären weiter Untersuchungen wie auf TBC angebracht.
Mit vielen Grüßen R. Berg

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