Kategorie: Innere Medizin |
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Frage: Laborwerte, Bluthochdruck |
| Gefragt am 29.11.2010 11:00 Uhr | Einsatz: € 20,00 | Status: Beantwortet | Aufrufe: 1072 |
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Beantwortet von Dr. med. Ralf Berg (Profil ansehen)
Sehr geehrter Patient,
auch wenn ich Ihr Alter nicht kenne, liegt bei Ihnen mit Werten von 160 /100 eindeutig eine Hypertonie vor, die alleine mit Metoprolol nicht ausrechend behandelt ist. In jedem Alter sollten die Durchschnittswerte für den Blutdruck unter 140 und unter 90 (diastolisch) liegen. Ein chronischer erhöhter Blutdruck kann zu Nierenschäden führen. Ihre Blut, Cholesterin und Kaliumwerte sind ok. Diese Schwankungen, die Sie beschreiben für das Blutbild sind normal, und liegen innerhalb der Messwerttoleranzen. Diese Werte haben sich nicht verschlechtert. Der Hämatokrit wert z. B. ist mit 41,5% bei Bluthochdruck eher besser wie zu dickes Blut. Vermutlich haben Sie zuvor einfach mehr getrunken. Etwas schwierig ist die Interpretation von Ihren Kreatininwerten und der Glom. Filt. Rate (GFR). Ein Krea von 1,01 ist völlig normal, wenn Sie um die 40 Jahre sind ist auch ein Anstieg auf 1,08 völlig unbedenklich. Was nicht dazu passt, ist die niedrige GFR Rate. Meistens wird diese jedoch nicht tatsächlich bestimmt, sondern aufgrund vom Kreatininwert, Größe, Alter und Gewicht usw. errechnet. Es sind hier verschiedene Formeln in Gebrauch die zu unterschiedlichen Schätzwerten führen. Möglicherweise wurden bei Ihnen da Eingabefehler gemacht oder es wird eine unpassende Formel angewendet. Dafür spricht auch, dass im US und im MRT wohl keine organischen Nierenveränderungen gesehen worden sind. Wenn nun noch Harnstoff und Harnsäure ebenfalls im Normbereich liegen, würde ich davon ausgehen, daß ihre GFR derzeit zu niedrig eingeschätzt wird. Eine exakte Methode wäre die Bestimmung des Inulinwertes. Dies wird aber in der Praxis wegen des Aufwandes nicht durchgeführt. Wenn man hier genauere Aussagen haben will, so muss man über mindestens 24 Stunden den Urin sammeln und analysieren. Allerdings beginnen die Nierenschäden langsam und schleichend und ein schlecht eingestellter Hochdruck ist eine Hauptursache für eine Nierenschädigung. Sie sollten mit Ihrem behandelten Arzt sprechen, und ausdrücklich bekunden, dass Sie eine bessere Blutdruckeinstellung anstreben. Neben Allgemeinmassnahmen (Bewegung, Abbau von Übergewicht, Stressabbau), sollten Sie zu (oder anstatt) Ihres Betablockers (Metoprolol) einen ACE Hemmer oder einen AT1 Blocker einnehmen. Diese Medikamente beeinflussen den Blutdruck unmittelbar über die Nieren und haben einen gewissen "Nierenschutzeffekt" nachgewiesen. Wenn dies nicht ausreicht für die Blutdrucksenkung können noch die Substanzgruppen Calciumantagonisten und Diuretika mit zum Einsatz kommen. Nur in unter 20 % gelingt es bei Hypertonikern mit nur einer Substanz den Blutdruck zufriedenstellend einzustellen. Sofern möglich sollten Sie einmal eine Langzeitblutdruckmessung durchführen lassen und selbst ein Blutdruckbüchlein führen, damit die Medikation entsprechend angepasst werden kann. Dazu brauchen Sie eine regelmäßige Beratung und Kontrolle beim Hausarzt sowie etwas Geduld. Nur bei konsequenter Einnahme der Medikamenten sinkt der Blutdruck. Bei fast allen Medikamenten setzt die volle Wirkung und Blutdrucksenkung erst nach 3-4 Wochen ein. Nicht nach 14 Tagen gleich eine neues Präparat nehmen, möglicherweise benötigt Ihr Mittel einfach nur etwas länger um bei Ihnen seine Wirkung zu entfalten. Sie haben dafür auch Zeit, 160 /100 sind nicht schwere sondern eher mittelgradig erhöhte Druckwerte. Auch die Nierenwerte sind noch gut, man braucht nichts über das Knie zu brechen. Fazit: Blutbild, Cholesterin ist ok. Blutdruck muss besser eingestellt werden, damit sich die noch normale Nierensituation nicht weiter verschlechtert. Ich hoffe Ihnen damit etwas geholfen zu haben, nun liegt es an Ihnen die vorgeschlagen Schritte anzugehen. Mit vielen Grüßen Dr. R. Berg
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