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Kategorie: Innere Medizin

Frage: Herzstechen nach Einnahme von Cialis

Gefragt am 09.03.2011 21:51 Uhr | Einsatz: € 20,00 | Status: Beantwortet | Aufrufe: 1041
Bewertung: 5,0 (von 5 Sternen) Herzstechen nach Einnahme von Cialis , 5 von 5 bei 1 Bewertungen Sehr geehrte Damen und Herren, leider war ich so naiv und habe mir von einem Bekannten 10 mg Cialis geben lassen, da ich seit längeren unter Erektionsstörungen leide. Da ich erst am 21 März einen Termin in der Kardiologie bzw. erst am 24 April einen Termin beim Andrologen erhalten

Sehr geehrte Damen und Herren,

leider war ich so naiv und habe mir von einem Bekannten 10 mg Cialis geben lassen, da ich seit längeren unter Erektionsstörungen leide. Da ich erst am 21 März einen Termin in der Kardiologie bzw. erst am 24 April einen Termin beim Andrologen erhalten habe, bin ich ein wenig ungeduldig gewesen und wollte mir mit der "Wochenendpille" ein wenig Hilfe gönnen.

Jetzt sind 4 Tage seit der Einnahme vergangen und mein Wohlbefinden ist schlechter als vor der Einnahme. Ich habe folgende negative und positive Dinge an mir beobachtet:

Positive:

-Penis ist besser durchblutet.
-Erektion hat sich enorm verbessert, obwohl der Wirkstoff im Körper nicht mehr vorhanden ist ?! (Cialis wirkt "nur" 36 Stunden)

Negativ:

-bereits am zweiten Tag wurden meine Herzschläge (gefühlt) stärker
-Herzstechen mittig (Brust)
-Stechen an verschiedenen Körperstellen
-leichte Übelkeit
-ich fühle mich weniger belastbar

Das Herzstechen ist num am vierten Tag weniger geworden, mein Herz schlägt fast genauso ruhig wie davor. Die Übelkeit ist fast unverändert.

Zu meiner Person:

männlich
25 Jahre alt
82 Kg
179m groß
Bmi ca. 26

1998 wurde ein angeborener Herzfehler bei mir per Herzop korrigiert (Ich hatte ein Loch an der Herzscheidewand, leider ist mir nicht bekannt ob im Vorhof oder in der Kammer)Bei mir wurde die Opvariante mit öffnen des Brustkorbes gewählt (vielleicht hilft das weiter). Ich nehme keine Medikamente wegen meiner Herzop.

Beim Geschlechtsverkehr bzw. bei 100 Meter joggen (ich habe es unter Aufsicht getestet) bemerke ich kein Stechen ausser das mir die Luft vermehrt wegbleibt und ich weniger belastbar bin.

Da ich die Herzop an der Herzscheidewand hatte und nun die Probleme mit dem Tadalafil Wirkstoff aufgetreten sind, bitte ich Sie um Rat ob ich den Termin mit der Kardiologie schnellstmöglich voverschieben soll, oder gelassen bis zum 23. März warten kann? Befinde ich mich irgendwie in Gefahr?

Vielen Dank!

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Antwort

Beantwortet von Dr. med. Ralf Berg (Profil ansehen)

Lieber Fragender,

Sie können abwarten und gelassen den 23 März kommen lassen.
Nach meiner Einschätzung, der von Ihnen gut im zeitlichen Ablauf geschiderten Begebenheiten befinden Sie sich nicht in Gefahr.

1. Ihr Herzfehler (Vorhof oder Kammerseptumdefekt) hat mit dem Nebenwirkungsprofil von Taldenafil nichts zu tun.
Diese Fehlbildung kann durch die OP und über 10 Jahre beschwerdefreiheit als geheilt betrachet werden. Die Nebenwirkungen die Taldenafil haben kann, wirken sich an den Herzkranzgefäßen aus, und dort wurden Sie nicht operiert.

2. Ihre Herzkranzgefäße scheinen so schlecht nicht zu sein, das Sie die Joggingstrecke ohne Stechen absolvieren können. Da Sie es nicht erwähnt haben, gehe ich davon aus, dass sie auch nicht rauchen, was in Ihrem Alter fast der einzige relevante Risikofaktor zu sein scheint, der vorzeitige Erkrankungen der Herzkranzgefäße auslöst.

3. Ob die von Ihnen wahrgenommenen Nebenwirkungen sämtlich auf die Medikamenteneinnahme zurückzuführen sind, kann man nicht mit Sicherheit sagen. Zwar passen diese schon auf das mögliche Nebenwirkungsprofil, aber wie sich schon selbst kritisch anmerkten, ist zu fragen, wieso diese auch nach über 3 Tagen nach der Einnahme noch auf dieses zurückgeführt werden sollen.
Auch ein interkurrenter Infekt kann solche Symptome vorübergehend auslösen. Nicht zu vergessen ist auch die Psychische Komponente, die eine Erwartungshaltung positiv und negativ verstärken kann.


In jedem Falle rate ich Ihnen bis zur vorgesehenen Herzuntersuchung keine diesbezüglichen Experimente mehr zu machen.
Die Verträglichkeit und Wirksamkeit der 3 derzeit verfügbaren Erektionshilfen, Viagra, Cialis und Levitra
scheint typabhänig sehr unterschiedlich auszufallen.
In einem Blindversuch bei der die Patienten nacheinander alle 3 Präparate getestet hatten und entscheiden sollten welches am Effektivsten und verträglichsten war ergab sich folgendes Bild, je 25 % vertrugen Viagra oder Levitra am besten, 50% bevorzugten Cialis.
Aber im Einzelfall sagt das wenig. Wenn Sie mein Patient wäre und der Kardiologe nichts gefunden hat was gegen eine erneute Einnahme spricht, und Sie einen weiteren Versuch machen wollen, würde ich Ihnen raten, eine der Alternativen in der kleinsten Dosis auszuprobieren.

Mit besten Wünschen Ihr R. Berg

Nachfrage
Sehr geehrter Herr Dr. Berg,

meine Rauchervergangenheit habe ich total vergessen zu erwähnen. Ich habe acht Jahre lang geraucht und letzten Jahres im Mai 2010 erfolgreich aufgehört. Ich hatte schon damals eine Verschlechterung meiner Erektionsfähigkeit festgestellt und mich für das Beenden meiner Raucher"karriere" entschieden.

Im Februar 2010 habe ich das sogenannte Schluckecho in der Kardiologie über mich ergehen lassen, wobei man nichts finden konnte (ich hatte damals über zwei Transitorisch ischämische Attacken (TIA) geklagt, wobei ich ca. eine Minute nicht in der Lage war zu Reden, da meine Zunge nicht unter Kontrolle zu bekommen war). Ich habe diese TIAs nicht mehr erlebt. Eine MTR hatte auch keine Ergebnisse liefern können.

Ich wünsche mir das es hoffentlich keinen Zusammenhang zwischen den TIAs und der Erektionsstörungen gibt.

Vielen Dank!


PS: Sie haben Recht, ich habe mich psychisch ein wenig von den Medien einspannen lassen und mich ein wenig verrückt machen lassen, in dem Glauben PDE5-Hemmer könnten Herzinfarkte etc. auslösen...

Die letzte Cialis-Hälfte werde ich vorerst nicht nehmen, da können Sie sich sicher sein.

Rückantwort
Herzlichen Glückwunsch zum Rauchstopp.

Vielleicht könnten Sie es auch noch schaffen sich etwas mehr sportlich zu betätigen. (BMI 26, Außer Puste nach dem Kurz-Jogging). Dies wäre eine natürliche Art die Durchblutung des ganzen Körpers zu verbessern.
Über einen Zusammenhang zwischen Tia und Erektionsstörungen ist mir leider nichts bekannt.
Mir scheint, dass Ihr Gefäßsystem besonders sensibel auf äußere Einflüsse reagiert. Man kann Schnelligkeit und Änderung der Weite der Blutgefäße mitunter positiv zur physikalisch Reizbehandlung wie Kalt/Warmgüsse oder auch regelmäßiges saunieren beeinflussen. Wäre vielleicht auch mal einen Versuch wert und ist bis auf`s zittern, oder schwitzen nicht mit Übelkeit und sonstigen Nebenwirkungen, wie Sie das erleben mußten behaftet.
Einen gute Nacht wünscht R. Berg

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