Kategorie: Innere Medizin |
|---|
Frage: Herzerkrankung |
| Gefragt am 17.01.2012 08:49 Uhr | Einsatz: € 15,00 | Status: Beantwortet | Aufrufe: 1022 |
|
Hallo, |
Klicken Sie hier und fragen Sie einen Arzt zum Thema Innere Medizin!
| Antwort |
|---|
|
Beantwortet von Dr. med. Ralf Berg (Profil ansehen)
Sehr geehrte Fragende,
eine Frequenz von 40 und darunter, insbesondere wenn im LZ EKG "Aussetzer" längerer Dauer gefunden wurden rechtfertigen die Überlegung , bzw. den Vorschlag einen Herzschrittmacher zu implantieren um damit einer Synkope (Kreislaufzusammenbruch mit Sturz wegen zu langem Aussetzen des Herzschlages) zuvorzukommen. Die Risiken beim Einsetzen eines Herzschrittmachers sind gering. Es wird dabei meist nur in lokaler Betäubung in die Brusthaut das Aggregat eingesetzt und dieses mit den Sonden (meist 2 Stück) die über die V. Subclavia /oberere Hohlvene bis zum Herz vorgeschoben, und dort verankert werden, verbunden. Das Risiko entspricht in etwa einer Wundversorgung sowie den Komplikationen, wie sie z. b. auch bestehen bei der Analge eines zentralen venösen Zugangs. Hinzu kommt natürlich die mögliche, aber meist beherschbare Auslösung von Herzrhythmusstörungen bei Legen der Sonden. Die Lebensdauer einer Batterie hängt natürlich von der Inanspruchnahme ab. Allderdings schaffen moderne Akkus beim Herzschrittmacher inzwischen meist über 10 Jahre. Eine Einschränkung besteht nur in soweit, dass die Funktion, Einstellung und Akkureserve in halb- oder später in ganzjährigen Abständen von außen überprüft wird, wozu man eben einen Termin im Krankenhaus oder beim niedergelassenen Kardiologen machen muss. Im vorliegenden Fall meine ich, dass man mit Diät das Problem weder in den Griff bekommen, noch irgendwie lindern kann. Ob die Gabe von ASS sinnvoll ist kann von hier aus nicht beurteilt werden. Dazu ist die Kenntnis des Langzeitekgs und weiterer Untersuchungen notwendig. Falls dies vorgeschlagen wurde, fragen Sie bitte die behandelnden Ärzte aufgrund welcher Überlegungen sie dadurch einen Vorteil sehen. Wie sie ja selbst sagen, geht es in diesem Fall weniger um eine KHK/Herzinfakrtgefahr, sonder um eine bradykarde Herzrhytmusstörung evt mit einer beginnenden Herzleistungsschwäche (Herzinsuffizienz). Bei einer Gefährdung aufgrund von Verkalkungen von Herzkranzgefäßen ist ASS natürlich ein muss, und ich stehe dem positive gegenüber. Aber wie gesagt, aus den geschilderten Symptomen kann man dies nicht unbedingt ableiten. Zusammenfassend: Die Risiken beim Legen eines Herzschrittmachers sind gering. Wenn im LZ EKG längere Pausen auftreten, die den Einsatz eines Herzschrittmachers rechtfertigen, sollte Ihr Vater bei doch noch gut erhaltender Leistungsfähigkeit, sich diesen einsetzen lassen. Wesentlichen Einschränkungen der Lebensqualität hat ein SChrittmacherträger nicht zu befürchten. Ob der Einsatz von ASS sinnvoll ist, müssen Sie mit den Ärzten vor Ort besprechen. Dies ist immer dann sinnvoll wenn man zusätzlich zu den geschliderten Rhythmusstörungen und der Herzschwäche noch Zeichen oder Befürchtungen bez. einer Herzkranzgefäßverkalkung hat. Ich hoffe meine Einschätung ist Ihnen nachvollziehbar und eine Hilfe bei Ihrer Entscheidung, bzw. der Entscheidung ihres Vaters. Mit vielen Grüßen Dr. R. Berg |
Klicken Sie hier und fragen Sie einen Arzt zum Thema Innere Medizin!
