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Kategorie: Innere Medizin

Frage: Herpes simplex oder Gürtelrose?

Gefragt am 28.10.2011 11:17 Uhr | Einsatz: € 20,00 | Status: Beantwortet | Aufrufe: 1039

Sehr geehrte Damen und Herren,
ich hatte vor ca. 20 Jahren eine linksseitige Entzündung in- und unterhalb der Nase. Ich bin heute 45 Jahre alt. Die Entzündung damals beschränkte sich auf einen kleinen Bereich unterhalb der Nase. Größe ca. kleiner Fingernagel. Es bildetetn sich zuerst Bläschen, die dann nach einiger Zeit abtrockneten. Die Entzündung ging jedoch mit Schmerzen im Bereich des Trigenimusnerves einher. Es waren keine starken Schmerzen, jedoch eine Überempfindlichkeit bei Berühren der Haut linksseitg, Bürsten der Haare oder auch Essen ( Zähne waren überempfindlich). Diese Überempfindlichkeitsstörung ging jedoch nur ca. 2 Tage. Die Entzündung bist zur vollkommenen Abheilung ca. 1,5 Wochen . Auf der linken unteren Kieferseite ist mir auch der Lymphknoten geschwollen. Dies für ca. 1 Woche.Ich war damals beim Skifahren und schob den Auslöser auf die Kälte, den Wind und das nasse Wetter. Von diesem Moment bekam ich diese Entzündung dann aber öfter. Beim nächsten Ausbruch ging ich damit zum Arzt. Er diagnostizierte mir einen Herpes in der Nase und gab mir Zovirax zum schmieren und Zoviraxtabletten, damit es nicht mehr so oft wiederkommt.
1 Jahr hatte ich dann auch ungefähr Ruhe. Danach ging es wieder los. Bei jeder Erkältung, jedem grippalen Infekt, manchmal sogar alle 4 Wochen bei einsetzen der Menstruation, bei Temperaturwechsel, Wechsel Urlaub-Alltag bekam ich auch diesen Herpes. Es war jedesmal die gleiche Verlaufsform. Trigenimusüberempfindlichkeit ca. 2 Tage, Lymphknotenschwellung einer ca. 1 woche und Bläschenbildung. Ich dachte mir nichts mehr dabei und behandelte es jedesmal mit Zovirax zum schmieren und stand diese 2 Tage Schmerzen und Unwohlsein durch. Ausgebreitet haben sich die Bläschen nie. Aber ich hatte es in den letzten 20 Jahren mindestens schon 50 mal.
Im Sommer als ich aus dem Urlaub zurückkam hatte ich es wieder. Das war vor ca. 2 Monaten. Gleichzeitig mit meiner Menstruation und dem Temperaturwechsel. Das erste mal fing ich an im Internet nachzulesen und stiess sdabei auf haarsträubende Geschichten über gürtelrose. Bislang vermutete ich eben einen harmlosen Herpes simplex und keinen Herpes zoster. ich ging an dem Wochenende noch in die Hautklinik. dort war jedoch nur eine junge Assistenzärztin. Sie diagnostizierte mir aufgrund der beschrieben Symptome eine Gürtelrose und verschrieb mir Zostex für 7 Tage. Das nahm ich auch brav ein. Vertragen habe ich es nicht sehr gut, Übelkeit und allgemeines Unwohlsein. Die Entzündung ging jedoch auch nicht schneller oder besser weg als die jahre zuvor ohne Medikament. Trotzdem macht es mir natürlich jetzt Angst, dass ich die letzten Jahre jedesmal an einer gürtelrose erkrankt bin.
Als ich letzte Woche bei meinem Hautarzt zur Leberfleckenkontrolle war schilderte ich ihm die Sache. Er meinte, das könne unmöglich jedesmal eine Gürtelrose gewesen sein. Das bekäme man nicht so oft. Zudem könne man diese neuralgische Überempfindlichkeit und das anschwellen des lymphknoten auch von einem normalen Herpes simplex bekommen.
ich bin jetzt sehr verunsichert und habe diverse Fragen an Sie:
wie ist Ihre Einschätzung meiner Erkrankung?
Welcher Arzt wäre der richtige ansprechpartner? Hautarzt oder Internist oder welche Fachrichtung?
Können das alles auch Symptome eines normalen Herpes swimplex sein?
Was kann ich zur Vorbeugung tun, damit es nicht so häufig ausbricht, sollte es wirklich eine Gürtelrose sein?
Wie ist es mit dieser Impfung gegen Gürtelrose?
Bin ich dann anstreckend? Besonders für kleinkinder, die noch keine Windpocken hatten?
Herzlichen Dank für ihre Mühe

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Antwort

Beantwortet von Dr. med. Ralf Berg (Profil ansehen)

Sehr geehrter Fragender,

m. e. ist die Wahrscheinlichkeit extrem hoch (

Nachfrage
das ist jetzt nicht Ihr Ernst? Für 20 Euro hätte ich doch gerne eine etwas detailliertere Antwort als ur: m.E. ist die Wahrscheinlichkeit recht hoch...Ich hatte Ihnen meinen Krankheitsverlauf detailliert beschrieben und möchte Sie nun bitte auf meine Fragen, das war nicht nur eine, etwas genauer einzugehen. Herzlichen Dank

Rückantwort
Lieber Fragender,

HERPES LABIALES WIRD DURCH HERPES SIMPLEX VIREN, DIE GüRTELROSE DURCH DAS VARICELLA-ZOOSTER-VIRUS üBERTRAGEN. DIE ERSTINFEKTION BEI DIESEM VIRUS ZEIGT SICH IN DER REGEL AN DER GESAMTEN HAUT ALS DIE KINDERKRANKHEIT WINDPOCKEN. IN EINEM UNBEKANNTEN PROZENTSATZ GELINGT ES DEM IMMUNSYSTEM NICHT ALLE VIREN ZU VERNICHTEN UND BEI EINIGEN MENSCHEN üBERLEBT MANCHMAL EINE VIRUSPOPULATION IN SPEZIELLEN NERVENZELLEN DES RüCKENMARKS. IST DAS IMMUNSYSTEM üBERLASTET ODER GESCHWäCHT, BSPW. AIDS, SONSTIGE ERKäLTUNG, SCHLAFMANGEL, STRESS) KOMMT ES DANN ZU EINEM ERNEUTEN AUSBRUCH ABER ALS HERPES ZOOSTER, DER ABER IMMER NUR AN DER SELBEN STELLE AUFTRITT, DIE GENAU DIESE NERVENZELLE(N) VERSORGEN.
DIE BLäSCHEN ENTHALTEN SOWOHL BEIM HERPES WIE BEIM ZOOSTER DIE VIREN, DIE MAN MITTELS EINES ABSTRICHS IM LABOR NACHWEISEN KANN. (WIRD VON DER KK NUR BEI SCHWEREN GENERALISIERTEN VERLäUFEN (WENN SICH DIE INFEKTION AUSNAHMSWEISE WIEDER üBER DEN GANZEN KöRPER AUSBREITET) üBERNOMMEN.)
DAMIT KöNNEN SIE SICH BEIM NäCHSTEN AUSBRUCH GEWISSHEIT VERSCHAFFEN. FALLS SIE ZU DEN WENIGEN MENSCHEN GEHöREN, DIE NOCH NIE WINDPOCKEN HATTEN, KöNNEN IHRE BLäSCHEN KEINE ZOOSTER-BLäSCHEN SEIN. (AUSNAHME: DIE ERKRANKUNG VERLIEF BEI IHNEN SEHR SCHWACH IM FRüHEN KINDESALTER UND DAS HAUTBILD DER WINDPOCKEN WURDE VON DEN ELTERN GAR NICHT ERKANNT) MEINER EINSCHäTZUNG IST JEDOCH WIE SCHON IN DER RüCKANTWORT GESCHRIEBEN, DASS ES MIT üBER 95% SICHERHEIT ES SICH BEI IHNEN, ALLEINE VOM KLINISCHEN VERLAUF UM EINE NORMALE HERPES SIMPLEX INFEKTION HANDELT.
> WAS SIE TUN KöNNEN, DASS SIE NICHT SO OFT HERPES BEKOMMEN, IST DIE BEKANNTEN AUSLöSER ZU MEIDEN. DA IST ERHöHTE UV STRAHLUNG (AUCH IM FLUGZEUG) BEIM SONNENBADEN ODER IM GEBIRGE, WECHSEL DES GEWOHNTEN LEBENSRHYTHMUS, STRESS, SCHLAFMANGEL, UNTERERNäHRUNG, INTERKURRENTE ERKRANKUNGEN, DIE DAS IMMUNSYSTEM ANDERWEITIG BEANSPRUCHEN. DANN KOMMT ES ZU ZUM AUSBRUCH DER VIREN AUS DER NERVENZELLE MIT DER BILDUNG VON HAUTBLäSCHEN. DAS IST BEIM HERPES SIMPLEX, WIE AUCH BEIM HERPES ZOOSTER GLEICH. AUCH DIE THERAPIE MIT 1. ACICLOVIR (=ZOVIRAX) STANDARDPRäPARAT ODER 2 ZOOSTEX (MANCHMAL SCHLECHTERE VERTRäGLICHKEIT) NEUERES PRäPARAT BEI BEIDEN ERKRANKUNGEN GLEICH.
LASSEN SIE SICH NICHT VERRüCKT MACHEN. GERADE IM GESICHT IST DIE GüRTELROSE EINE ERNST ZU NEHMENDE ERKRANKUNG, DA SIE ZU KOMPLIKATIONEN NEIGT. (Z.B. KöNNTEN DIE VIREN DURCH REIBEN AUF DIE HORNHAUT DES AUGES üBERTRAGEN WERDEN, WO SIE SCHWERE HORNHAUTSCHäDEN ANRICHTEN KöNNEN.) DIES WAR ABER BEI IHNEN NIE DER FALL. AUßERDEM WAR DER VERLAUF NICHT LANGWIERIG UND LYMPFKNOTEN UND NERVENSCHMERZEN, KOMMEN EBEN AUCH BEI HERPES SIMPLEX ERKRANKUNGEN VOR. GOTTSEI DANK BILDEN SICH DIE SCHMERZEN DORT SOGUT WIE IMMER ZURüCK, WAS BEI DEN ZOOSTERNERVENSCHMERZEN MIT ZUNEHMENDEN ALTER LEIDER NICHT IMMER DER FALL IST.
ICH HOFFE, DASS SIE NUN MEINE ANTWORT VOLLSTäNDIG ERREICHT, UND SIE DAMIT ZUFRIEDENER SIND. ES WAR EINFACH EIN ÜBERTRAGUNGSFEHLER, DER WAHRSCHEINLICH DEM "WIRELESS" MODUS ZU VERDANKEN IST. ICH KONNTE ES LEIDER AUCH NICHT BEMERKEN, DAS JA NUR DIE NACHRICHT KAM, E-MAIL ERFOLGREICH VERSENDET.
MIT VIELEN GRüßEN UND DER BITTE UM ENTSCHULDIGUNG DR. R. BERG

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