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Kategorie: Innere Medizin

Frage: extremer Durst nach Essen

Gefragt am 18.05.2011 21:01 Uhr | Einsatz: € 30,00 | Status: Beantwortet | Aufrufe: 1039

Hallo, bin mitte 20 und leide ca seit meiner Pupertät unter Beschwerden kognitiver und muskulärer Art. Weitreichende Untersuchungen haben keinen Aufschluss gegeben. Zusätzlich habe ich das oben genannte Symptom und hoffe das es ihnen vielleciht ein Indiz auf eine mögliche Ursache gibt, da ich es so detalliert noch keinem Arzt geschildert hatte, und hoffe mit ihrem vollen Ernst rechnen zu können, so merkwürdig es auch wirken mag.

Diesen extremen Durst bekomme ich nach dem Essen, so das ich ca. 4 Liter am Tag trinken muss. Wenn ich dem nicht nachkomme erschöpfe ich sehr stark und zudem bleibt natürlich der sehr starke Durst. Der extreme Durst wird nur durchs Essen ausgelöst und ist unabhängig vom Salzgehalt der Mahlzeit. Selbst Mahlzeiten wie purer Reis oder Kartoffeln führen zu diesem starken Durst.

Ein weiteres ungewöhnliches Zeichen ist, dass wenn ich diese mehrstündige Phase ohne trinken überstehe (abhängig von der Menge des Essens), der Durst sich normalisiert.

Diabetis wurde bereits ausgeschlossen und auch ein Durstversuch ergab einen normalen Befund. Mein Urinmenge ist auch entsprechend der Trinkmenge normal. Eine Psychogene Ursache schließe ich aus. Alle gängigen Blutwerte sind normal.

Ich hoffe das sie mit meinen Schilderungen etwas anfangen können und einen Hinweise auf mögliche Ursachen haben und wie ich weiter verfahren soll.

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Antwort

Beantwortet von Dr. med. Ralf Berg (Profil ansehen)

Hallo,

dies wird natürlich schwierig. Ein konkretes Krankheitbild kommt mir so (Außer denen aus dem Formenkreis der psychogenen Polydipsie,(die sie aber für sich ausschliessen wollen)) nicht in den Sinn. Verstehe ich das richtig, dass dieser Durst zwar jedes mal nach dem Essen, aber nicht nach jedem Essen auftritt?

Zu ihrer Hilfe hier eine Liste an was an weiteren Untersuchungen noch gemacht werden könnte: 1. Bestimmung von Inhaltsstoffen im 24 Stundenurin (z.b. zum Ausschluß eines Phäochromozytoms/Homovanillinsäure), 2. ein ADH Test (Applikation von Adiuretin nasal), 3. Zur Sicherheit eine Spezial Röntgenaufnahme (Sella turcika) zum Ausschluss eine Hypophysen(Vorderlappen) Adenoms. 4. CT Schädel zum Ausschluß einen Raumforderung


Falls dies noch nicht alles gemacht wurde, empfehle ich Ihnen sich in einer Endokrinologischen Ambulanz oder spezialisierten Praxis (und Radiologe) vorzustellen.

Falls Ihnen das alles schon bekannt ist, bzw. auch bei obigen Untersuchunges nicht herauskommt, ist eine psychologische Exploration aber m. E. dann doch geboten.

Ich wünsche Ihnen alles gute bei den weiteren Untersuchungsschritten. mit vielen Grüßen
R. Berg

Nachfrage
Ich müsste da noch etwas nachhacken. Bin auf den Hypovolämischen Durst als mögliche Ursache gestoßen, was eigentlich recht gut zu meinem Sypmtomen passen würde, da ja zur Verdauung Blut umverteilt wird.

Wie wird dieser abgklärt? Habe einen zwar etwas niedrigen Blutdruck mit 100/60 aber nicht krankhaft. Könnte es dann trotzdem diese Ursache haben?

Rückantwort
Abklärung des hypovolämischen Durstes ist recht einfach:
Tägliche Trinkmenge (+ % Anteil der Flüssigkeit aus der Nahrung (je nach Nahrungsmittel 90% bei Tomaten 10% bei Knäckebrot durchschnitt ca 40% der Gewichstsanteile) zusammenzählen.
Mit ausgeschiedener Urinmenge pro 24 Stunden vergleichen.

Liegt die Urinmenge bei 1,5 Litern (oder mehr) und die Flüssigkeitsaufnahme bei 2 - 2,5 Liter (1,5Liter Getränke und 500-900ml aus der Nahrung) sollte die Bilanz ausgeglichen sein und eine Hypovolämie nicht vorliegen.

Bei älteren Herrschaften kommt dies Form schon hin und wieder vor wegen mangelndem Durstempfiden, in Ihrem Alter sorgt der Körper eigentlich schon dafür, dass nachgetrunken wird.
Weiterer Hinweis: ist der Urin nicht extrem konzentriert (Dunkelgelb) dann ist diese Form unwahrscheinlich.

Mit vielen Grüßen R. Berg

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