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Kategorie: Innere Medizin

Frage: Dauerhafte Bauchbeschwerden

Gefragt am 01.02.2012 18:59 Uhr | Einsatz: € 15,00 | Status: Beantwortet | Aufrufe: 1025
Bewertung: 5,0 (von 5 Sternen) Dauerhafte Bauchbeschwerden , 5 von 5 bei 1 Bewertungen Ich habe seit etwa 2 Monaten Schmerzen im rechten "Bauchbereich". Die Schmerzen sind sowohl im Unterbauch wie auch im Oberbauch und an der Seite unter den Rippen (nur rechts). Es ist ein dauerhafter, auszuhaltender Schmerz, der sich bei Druck verstärkt. Des Weiteren habe ich gelege

Ich habe seit etwa 2 Monaten Schmerzen im rechten "Bauchbereich". Die Schmerzen sind sowohl im Unterbauch wie auch im Oberbauch und an der Seite unter den Rippen (nur rechts).

Es ist ein dauerhafter, auszuhaltender Schmerz, der sich bei Druck verstärkt. Des Weiteren habe ich gelegentlich ein "Hitzegefühl" im angegebenen Bereich.

Als weitere Symptome treten ein zwischenzeitliches Klosgefühl im Hals auf sowie kalte Füße (innerliche Kälte die auch durch 3,4,5 Paar Socken nicht verschwinden).

Ich weiss nicht ob die Symptome in einem Zusammenhang stehen, meine persönliche Einschätzung ist jedoch das es einen Zusammenhang gibt (reines Gefühl von mir).

Folgende Untersuchungen wurden bereits durchgeführt:

Mehrfache Blutuntersuchung (inkl. Nierenwerte)
Urintest
Magenspiegelung
Darmspiegelung
MRT Abdomen
Bauchspiegelung (mit Entfernung des Wurmfortsatzes)
Belastungs EKG

Alle Untersuchungen verliefen OHNE nennenswerten Befund (der Blinddarm war laut Labor wohl mal entzündet in der Vergangenheit).

Kein Arzt hat eine Idee woher die Beschwerden kommen können so das es scheinbar psychische Ursachen haben soll. Auf anraten des Arztes habe ich nun einen Termin zur Psychotherapie. Meine persönliche Einschätzung geht jedoch nicht dahin, dass es psychisch ist da ich weder Stress noch große Sorgen habe. Meine einzige Sorge ist meine absolut fehlende Lebensqualität aufgrund der andauernden Bauchschmerzen. Weiterhin weiss ich nicht ob ein psychisch bedingter Schmerz sich durch Druck auf die Stelle verstärken lässt. Aber ich werde der Empfehlung folgen und mich gerne darauf einlassen.

Wahrscheinlich wird es schwer sein mir meine Frage zu beantworten, da bereits scheinbar alle erforderlichen Untersuchungen (und darüber hinaus) durchgeführt wurden.

Ich suche hier mit meiner Frage nach Möglichkeiten, die vielleicht eine einfache Ursache haben können und einfach übersehen wurden.

So stellt sich mir z.B. die Frage ob eine Stuhluntersuchung Hinweise auf Erkrankungen geben kann, die bei den anderen Untersuchungen nicht festgestellt wurden?

Weiterhin habe ich bis zum Anfang der Beschwerden sehr viel Ibuprofen genommen aufgrund von Rückenschmerzen (Orthopäde hat mich aufgrund der Bauchschmerzen untersucht). Im Nachhinein habe ich erfahren, dass Ibuprofen auch sehr magenschädigend sein kann. Allerdings weiss ich nicht ob man eine Schädigung nicht bei der Darm- oder Magenspiegelung gesehen hätte?

Ich selber als NICHT-Mediziner habe auch an einen Darmpilz gedacht der nicht entdeckt wurde allerdings weiss ich nicht ob dieser so dauernde und doch stark vorhandene Symptome verursachen kann?

Ich würde mich freuen wenn es noch realistische Möglichkeiten gibt diese Beschwerden lokalisieren und behandeln zu können. Mein Alltag ist momentan sehr durch Schmerzen und Sorgen darüber geplagt.

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Antwort

Beantwortet von Dr. med. Ralf Berg (Profil ansehen)

Sehr geehrter Ratsuchender,

ich kann nachvollziehen, dass Sie in einer unbefriedigenden Lebenssituation sich befinden. Schließlich lassen diese Beschwerden ja nicht nach. Ich kann Sie aber wenigstens bezüglich des Ibuprofen beruhigen, Schäden am Magen durch diese Medikament hätte man schon sehen können. Außerdem scheinen ihre Beschwerden ja doch eher vom Darm zu kommen, da diese ja nicht nur im Oberbuach auftreten. Da bei Ihnen bereits eine Laparoskopie gemacht wurde, bei der man ja auch Anomalien der re Darmseite /Colon Ascendens sehen kann ist guter Rat teuer. Das mit dem Darmpilz sehen sich ganz richtig, diese verursachen eben in der Regel nicht so stakre anhaltenden Schmerzen. Sie haben nicht erwähnt, dass zu Ihren Schmerzen auch Durchfälle, Erbrechen, Gewichtsabnahme, Appetitverlust zählen. Auch berichten Sie nicht von veränderter Farbe oder Konistenz des Stuhls. Wenn Sie diese Fragen alle mit ja beantworten können, dann sehe ich nicht was uns ein Stuhltest bringen könnte.
Auch beim zweiten Durchgang fällt mir bei Ihren Beschwerden leider keine einfache Ursache ein, die man hätte übersehen können. Gut finde ich, dass Sie sich auch der psychischen Untersuchung stellen. Aus meiner Praxis kann ich ihnen versichern, dass praktisch jede Beschwerden auch von der Psyche getriggert sein können. Im Gegensatz zu einem pathologischen somatischen Geschehen ist es ja gerade das Wesen von psychischen Beschwerden, dass Sie sich nicht lokalisieren lassen. Ich hoffe sehr, dass ihnen die Methoden der psychotherapie helfen können ihre Beschwerden zu lindern oder zu kontrollieren.

PS.:
Zuletzt noch eines: Ich gehe davon aus, dass Sie bereits ausgewachsen/erwachsen sind (über 21 J ). Diese Art von Beschwerden habe ich schon öfters bei Adoleszenten als Wachstumsbeschwerden gesehen, die völlig harmlos sind und ohne Therapie vorüber gehen. Dies wäre so eine einfache Ursache, aber ich fürchte die trifft bei Ihnen auf grund ihre Alters nicht zu.

Nachfrage
Sehr geehrter Herr Dr. Berg,

vielen Dank für Ihre Antwort!

Zu Ihrer Rückfrage: Ich bin 33 Jahre jung, 186cm, 80 Kg

Durchfälle oder Verstopfung hatte ich zu keiner Zeit (an 1 Tag mal leichten Durchfall).

Erbrechen muss ich nicht jedoch begleitet mich täglich ein leichtes Übelkeitsgefühl (vielleicht auch in Verbindung mit dem Klosgefühl im Hlas was ich täglich habe).

Appetit habe ich, jedoch nicht mehr so wie vor den Beschwerden, an manchen Tagen bin ich leider komplett Appetitlos.

Im Krankheitsverlauf habe ich bisher 6 kg abgenommen (innerhalb von 2 Monaten).

Stuhlgang habe ich in der Regel 1 Mal täglich Morgens. Von der Konsistenz eher weich und "unstrukturiert", oftmals kleine "Bröckchen"!

Die Farbe ist meines erachtens weder zu hell noch zu dunkel. Gelegentlich stelle ich jedoch kleine hellbraune Stellen fest, die aussehen wie Nüsse (ohne welche gegessen zu haben).

Vielleicht könnte folgender Hinweis noch helfen:

Nach der Blinddarm OP hatte ich 2 Tage lang nicht die "alten" Beschwerden wie Klos im Hals, kalte Füße und ich hatte einen sehr guten Appetit (habe jede Mahlzeit im KH komplett gegessen). Ab dem 3 Tag nach der OP habe ich das Essen wieder kaum noch angerührt und die üblichen Beschwerden sind wieder aufgetreten.

Vielleicht kann es da noch einen Zusammenhang oder einen Ansatz geben??

Nach der OP hatte ich natürlich auch schmerzen von dem Gas im Bauch und der OP an sich aber es waren nicht mehr die vorherigen Beschwerden vorhanden, die jetzt wieder da sind.

Rückantwort
Hall0,

vielen Dank für ihre nochmals ausführlichen Schilderungen.
Meines Erachtens deutet vieles darauf hin, dass ihre Beschwerden doch psychischer Natur sind. Insbesondere das Klosgefühl im Hals, dass Sie ja immer begleitet hat ist ein Kardinalsymptom psychischer Ursachen, wenn eben keine Veränderungen im Halsbereich nachgewiesen werden können.
Medizinisch wird dieses Symptom auch als Globus Hystericus bezeichnet. Dieses Symptom kommt häufig vor. Ihre ganzen Beschwerden können sehr wohl dadurch bedingt sein. Im Gegensatz zur Muskulatur der Extremitäten werden die gesamten Muskeln des Darmes vom sog. autonomen oder vegetativen Nervensystem gesteuert. Sind diese Nerven durch bewußte oder unbewußte psychische Anspannung "unter Strom" so kann es sein, dass es durch die Anspannung der Darmmuskeln zu ihren Bauchbescherden kommt. Klar ist dass dieser Schmerz dann auch durch äußeren Druck verstärkt werden kann. Neben der sicher notwendigen Psychsotherapie können Sie ihr vegetativen Nervvensystem gut mit pflanzlichen oder homöopathischen Mittel günstig beeinflussen. Ich würde Ihnen empfehlen zB. Iberogast tropfen (3x 20)= Pflanzlich oder Digestodoron (Dosierung individuell tbl oder Tropfen) zu versuchen.

Mit vielen Grüßen dR. R. Berg

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