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Kategorie: Innere Medizin

Frage: Darmfloranalyse - Deutung des Befunds (vermehrte / erniedrigte Bakterien)

Gefragt am 21.04.2011 15:22 Uhr | Einsatz: € 15,00 | Status: Beantwortet | Aufrufe: 1023

Sehr geehrte Damen und Herren,

mich plagen schon seit gut 6 Monaten folgende Beschwerden (sehr starke Blähungen 24 Std (auf dem Bauch zu schlafen geht schon lange nicht mehr- dazu fühle ich mich mehr als unwohl, es fühlt sich so an, als ob ich manchmal platzen würde), Aufstoßen, Rülpsen, Übelkeit, breiiger Stuhlgang bis Durchfall).

Vor 2 Monaten wurde dann eine ausgeprägte Laktoseintoleranz festgestellt. Seither achte ich sehr auf meine Ernährung (alles laktosefrei, bei Produkten wie Butter und Milch: Minus-L).

Sonstige Ergebnisse:
Fructose: negativ, Zöliakie: negativ, Magenspiegelung: leichter Reflux

Da die Symptome leider nicht besser wurden, habe ich bei dem Labor Dr. Dres. Hauss eine Darmfloranalyse machen lassen mit diesen Ergebnissen:

Candida im Normalbereich (der Spucktest war allerdings positiv)
Schimmpelpilze negativ

Alle anderen Bakterienwerte waren in Normalbereich, bis auf Folgende:

- Escherichia coli: vermehrt
- Bifidobakterium spec.: stark erniedrigt
- Clostridium spec.: vermehrt
- PH-Wert des Stuhls: leicht erniedrigt

Was haben diese Werte zu bedeuten?

Ich bin wirklich schön langsam verzweifelt und hoffe sehr, dass meine Beschwerden bald gelindert werden können.

Zu welchen Arzt soll ich mit diesen Werten gehen (habe die Erfahrung gemacht, dass sich nicht wirklich jemand darum bemüht. Bevor endlich ein Laktoseintoleranztest gemacht wurde, wurde ich mit dem Thema Reizdarm konfrontiert. Nur auf mein Drängen hin, wurde der Test gemacht).

Im Voraus herzlichen Dank für Ihre Hilfe & schöne Osterfeiertage!

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Antwort

Beantwortet von Dr. med. Ralf Berg (Profil ansehen)

Zunächst ebenfalls schöne Osterfeiertage !

Über die Deutung der unterschiedlichen Mengen an verschiedenen Bakterienspezies im Darm gibt es viele verschiedenen Meinungen. Zuerst einmal: alle von Ihnen erwähnten Keime, gehören dahin, sind also insofern "normal"
Die Erfahrung zeigt, dass die Mengen je nach Person, Ernährung aber auch im zeitlichen Verlauf oft variieren. Im Allgemeinen bekommt man davon nichts mit. Lediglich bei einigen Personen, wie bei Ihnen stellen sich Beschwerden ein, der Darm ist "gereizt". Da sich die genaue Ursache oft nicht finden läßt, beläßt man es eben bei der Diagnose Reizdarm.
Zu der bei Ihnen festgestellten Laktoseintoleranz ist zu sagen, dass diese sich bei Ihnen offensichtlich nicht krankhaft auswirkt. Auch unter Laktose freier Kost sind ihre Beschwerden unverändert.
Es geht aus Ihrem Bericht nicht hervor, ob schon Versuche unternommen worden sind, das Ausmass der Blähungen zu mindern. Dafür eignen sich folgenden Medikamenten SAB Tropfen, Lefax Kautabletten oder Suspension.
Wenn es hilft, kann man dieses solange einsetzen bis sich die Keimzusammensetzung im Darm wieder geändert hat.
Direkt versucht man einen Keimwechlsel herbeizuführen mit Präparaten wie z. b Perenterol, die große Mengen Darmbakterien enthalten. Aber auch mit natürlicher Zufuhr von Darmbakterien wie z. b. im Brottrunk (gibts im Reformhaus) habe ich schon (Einzelfälle) erstaunliche Besserungen erlebt.
Aus dem Befund selbst, läßt sich eben nicht so viel ableiten, weshalb solche Untersuchungen im Allgemeinen auch von der Kasse nicht bezahlt werden.
Wenn dies alles in 4-6 Wochen nicht hilft wäre auf jeden Fall, auch falls Sie noch jünger sind, eine Darmspiegelung angebracht um schwerwiegendere Gründe (Polypen, Divertikel, Tumor) auszuschliessen.

Mit freundlichen Grüßen Dr. R. Berg

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