Kategorie: Gynäkologie |
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Frage: tabletten und schwangerschaft |
| Gefragt am 04.01.2011 09:18 Uhr | Einsatz: € 20,00 | Status: Beantwortet | Aufrufe: 1031 |
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Bewertung: 5,0 (von 5 Sternen)
Hallo ich habewenn ja eine frage ich bin in der 3-4 woche schwanger hatte tbc und muss eremfad 600 und isozid tabletten nehmen nun sagt jeder arzt was anderes bitte helfen sie mir können die tabletten dem baby schaden wie hoch ist das risiko das das baby nicht gesund ist oder es zu einer fehlgeburt kommt ich habe totale angst gibt es eine ersatzteraphie die dem baby nicht schadet und mir auch nicht |
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Beantwortet von Dr. med. Ralf Berg (Profil ansehen)
Sehr geehrte Patientin,
ihre Angst und Sorge kann man gut verstehen, insbesondere wenn nun jeder noch etwas anders sagt, dann ist die Verwirrung perfekt. Allerdings um es vorwegzunehmen ist die Lage gar nicht so schlecht. Sie können Ihr Baby (herzlichen Glückwunsch) austragen und parallel ihre Tuberkulose behandeln. Es handelt sich ja um 2 Medikamente 1, Isozid und 2. Eremfad600= Rifampicin Zu 1. Dieses ist ein ganz altes Tuberkulosemittel. Hier liegen Erfahrungen vor, daß das Medikament zwar über die Plazenta in den Embryo übergeht, es aber bisher zu keinen Mißbildungen gekommen ist. Zwar wird natürlich empfohlen, die Schwangerschaft nach dem Ende der Tuberkulosetherpie zu beginnen und solange zu verhüten, aber dafür ist es ja nun zu spät. Es steht aber wörtlich (leider nicht in dem Beipackzettel von Isozid ) in den Anwendungshinweisen, dass wegen der Einnahme von Isozid zu keiner Zeit ein Schwangerschaftsabbruch gerechtfertigt ist. Es gibt keine Erkenntnisse über Mißbildungen des Kindes aufgrund dieses Mittels. zu 2. Eremfad 600 ist das Antibiotikum Rifampicin. Auch hier wird zwar empfohlen, dass in den ersten 3 Monaten keine Schwangerschaft eintreten sollte, es ist aber ausdrücklich erwähnt, dass bei bestehender Tuberkulose hier eine Ausnahme gemacht wird. Hintergrund dieser abweichenden Empfehlungen ist der, dass ja auch der Tuberkuloseerreger über die Placenta in den Embryo gelangen kann, und dass dann mit Sicherheit mit schweren Schäden einer connatalen (im Mutterleib erworbenen) Tuberkulose zu rechnen ist. (Im zweiten und dritten Abschnitt der Schwangerschaft ist das Antibiotikum sowie so nicht generell verboten, und kann eingesetzt werden, wenn es Mutter und Kind Nutzen bringt). Daten darüber ob oder in welchem Prozentsatz dem Kind Schäden durch Einnahme von Rifampicin im 1 Abschnitt entstehen können, habe ich nicht gefunden. Fazit: 1. Sie müssen die Medikamente so weiter einnehmen um Tuberkuloseschäden von sich und ihrem Kind abzuhalten. 2. Das Isozid macht aller Erfahrung nach dem Kind keine eigenen Schäden 3. Das Rifampicin kann als Antibotikum ab dem 4. Monat sowieso bei gefährlichen Infektionen der Mutter eingesetzt werden. 4. Die Empfehlung in den ersten 3 Monaten am besten keine Medikamenten einzunehmen basiert auf dem Wissen, dass in diesem Stadium die Organogenese stattfindet, und auch kleine Störungen Missbildungen zur Folge haben können. Aber im Falle einer Tuberkuloseinfektion ist ausdrücklich die Einnahme von Rifampicin empfohlen, da das unbemerkte Verschleppen des Tuberkulums über das Blut auf den Embryo in jedem Falle schwere SChäden verursacht. Einer "Ersatz"therapie bedarf es also nicht. Ich hoffe Sie sehen nun etwas klarer. Medikamente einnehmen, Baby austragen, und ein Quentschen Glück braucht man immer im Leben. Aborte ereignen sich ja in gar nicht so geringer Zahl auch spontan ohne Medikamente. Einen Tip zum Schluss noch: Sie können sich in Ihrem Fall, falls nicht schon geschehen, an die Ärzte ihres lokalen Gesundheitsamts wenden. Diese sind inzwischen die Experten, da ja alle Tuberkulosefälle Ihnen gemeldet werden müssen. Ich denke, diese werden Ihnen den gleichen Rat wie ich geben, und danach sollten und dürfen Sie sich ohne Angst richten. Mit vielen lieben Grüßen Ihr Dr. R. Berg |
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