Kategorie: Gynäkologie |
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Frage: medikamentöse Abtreibung und folgen |
| Gefragt am 06.05.2011 20:32 Uhr | Einsatz: € 10,00 | Status: Beantwortet | Aufrufe: 1044 |
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05.05.2011 |
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Beantwortet von Dr. med. Ralf Berg (Profil ansehen)
Geehrte Fragende,
ich kann mir wirklich vorstellen, dass man als Betroffene/r und eben nicht Mediziner nach diesem etwas unglücklichen Ablauf nun völlig verwirrt und verunsichert ist. Oft gibt es in der Medizin mehrer Wege um zum Ziel zu kommen. Daher gibt es auch unter Mediziner verschiedene Ansichten, wenn es eben auch verschiedene Wege der Behandlung gibt. Besonders dann wenn die Alternative Operatives Vorgehen oder Konservatives Vorgehen = ohne eine OP möglich ist. Zunächst führt eine nach der Kunst durchgeführte chirurgische Abtreibung, wie auch eine Ausschabung (lat. Abrasion) um die es bei Ihnen ja nur noch ginge, keineswege immer und schicksalhaft zu unkontrollierten Unterbauchschmerzen oder gar zu Sterilität. Natürlich hat es schon Fälle gegeben in denen das passiert ist. Und da eben auch die Möglichkeit einer medikamentösen Abtreibung bestehen, muss man die Frau/ Patienten sehr genau über die Risiken aufklären, auch wenn diese nur sehr klein sind. Das Problem in Ihrem Falle ist, dass Sie sich für eine Konservative Methode mit Tabletten entschieden haben, diese aber nicht ganz vollständig funktioniert hat. Auch die bisherigen weiteren Versuche mit Tabletten, waren nicht ganz erfolgreich. Wenn man absolut keine OP haben möchte, kann man mit dem Vorgehen wie sie Ihre Frauenärztin vorgeschlgen hat einverstanden sein. Allerdings, halte ich es für meine Pflicht Sie beide auch darauf hinzuweisen, dass ihre Risikoeinschätzung bez. eine OP = Abrasion m. E. nicht realistisch ist. Nicht nur bei gewolltem Schwangerschaftsabbruch, sonder auch beim Arbort wird dieser Eingiff (Abrasion) als Standartroutine-Behandlung in Kurznarkose durchgeführt. Das Risiko ist sogar niedriger als bei eine Blinddarmoperation. Die Vorstellung, dass nach diesem Eingriff unten alles kaputt ist stimmt so einfach nicht. Die Absicht ist mit der Pille wie mir dem Skalpell die gleich: nämlich die Gebärmutterschleimhut (Korpus und Hals natürlich) und evt. Reste der Schwangerschaft abzulösen. Ein Vorgang der auch natürlich im Zyklus sich ereignet und der sonst als Regelblutung wahrgenommen wird. Ich habe schon aus Ihrem Schreiben gelesen, dass Sie am liebsten eine Anweisung oder einen Rat zur weiteren medikamentösen Behandlung hören wollten. Aber ich muss Ihnen ehrlich meine unabhänige Meinung sagen. 1. Ich würde dem Kollegen zustimmen der Ihnen zur OP rät. Gründe: die medikametöse Behandlugn spricht bei Ihnen schlecht an. 2. Bei so langer Zeit halte ich eine Ausschabung für eine sicherere Methode evt. Schwangerschaftsreste zu entfernen. 3. Die Kammillosanbäder können Sie ruhig machen, ich glaube aber nicht das dies die Beste Methode ist. Vielleicht ist dies für Sie ein Vorschlag den sie einmal ausprobieren sollen: Nehmen Sie ihren Mut und ihre Enschlossenheit zusammen und stellen Sie sich in der gynäkologischen Ambulanz eines Krankenhuases vor. Wenn Ihnen auch dort zu einer Abrasion geraten wird, beziehen Sie dies bitte in Ihre Überlegungen und Entscheidungen ein. Mit viele Grüßen Ihr R Berg |
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