Kategorie: Augenheilkunde |
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Frage: Lichthöfe und Lichtempfindlichkeit |
| Gefragt am 30.12.2011 23:37 Uhr | Einsatz: € 30,00 | Status: Beantwortet | Aufrufe: 1019 |
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Beantwortet von Dr. med. Ralf Berg (Profil ansehen)
Lieber Fragender,
Nach Art der Schilderung und der schon ausgeschlossenen Netzhautveränderung handelt es sich um sog. Halo Phänomene (=Lichthöfe oder Regenbogenspektrum um Lichquellen herum). Dieses Phänomen beruht auf der Lichtbrechung von weißem Licht wie man Sie in der Physik mit Prismen, oder aber in der Natur bei Nebeltröpfchen im Gegenlicht wahrnehmen kann. Das was sich dort extern abspielt, kommt bei Ihnen im Auge, intern, also hinter Ihrer Linse zustande. Hauptverdächtiger ist der Glaskörper, manchmal sind auch Inhomogenitäten und Trübungen der Linse die Ursache. Letzere treten aber erst im höheren Lebensalter auf. Diese könnten auch beim Augenarzt mit seinen diagnostischen Möglichkeiten noch überprüft werden . Schwieriger ist es beim Glaskörper. Normalerweise ist dieser ganz glasklar, und von homogener Dichte. Er soll nach der Fokussierung der Lichtstrahlen durch Hornhaut und Linse diese möglichst unverändert bis zur Netzhaut weiterleiten und durchlassen. Sind im Glaskörper, der zu 99 % aus Wasser besteht, lokal verdichtete Substanzen, (Kolloide, dichtere Stellen) so kann es dort zur Lichtbrechung kommen, und die beschriebenen Lichterscheinungen werden auslöst. Da dies bei Ihnen schon seit Kindheit besteht, ist anzunehmen, dass schon bei der Entwicklung des Glaskörpers die darin enthaltenen "Nichtwasser" Bestandteile nicht homogen verteilt sind und sie, vor allem wenn es um Grenzen hohen Kontrastes geht (Punktförmige Lichtquellen) das Licht brechen. Ganz ehrlich kann ich Ihnen nicht sagen ob sie sich Sorgen machen müssen, da ich die Entwicklung nicht von hier einschätzen kann. Da Sie jedoch eine Gefühlte Verstärkung seit Ihrer Kindheit feststellen, was auch mit ihrer Schilderung übereinstimmt, da Sie nun auch bei Schwachlichtquellen, diese Phänomen mehr wahrnehmen, rate ich Ihnen sich an der nächsten Uniklinik mit Augenabteilung vorzustellen. Diese haben die Möglichkeiten Untersuchungen des Glaskörpers vorzunehmen. Auch eine schlichte Abnahme des Wassergehalts im Glaskörper, kann, wenn dieser eben nicht ganz glasklar ist, Ihre Symtome verstärken. Fazit: Sie sollten m. E. Spezialisten hinzuziehen, die den Zustand ihres Glaskörpers beurteilen können. Danach können Ihnen diese Aussagen zur Diagnose, Prognose und darüber ob man Maßnahmen ergreifen sollte machen. Generell gilt: Der Glaskörper ist ein sehr empfindliches Gebilde, wir haben im Gegensatz zur Linse und der Hornhaut keine Möglichkeiten ihn zu ersetzen. Bevor man sich entschliesst daran etwas zu manipulieren sollte man sehr genau den möglichen Benefit in Bezug zu den Risiken setzen falls das gewünschte Ergebnis nicht eintritt. Mit vielen Grüßen R. Berg |
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