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Kategorie: Allgemeinmedizin

Frage: Erhöhte Temperatur bessert sich nicht

Gefragt am 04.01.2011 10:02 Uhr | Einsatz: € 15,00 | Status: Beantwortet | Aufrufe: 1021

Hallo,

so um den 16. Dezember (das sind nun schon fast drei Wochen, herje) bekam ich eine ziemlich heftige Erkältung mit Husten, Schnupfen, jedoch ohne Fieber. Ich bin dann zuhause geblieben, habe mich warm gehalten, jede Anstrengung vermieden. Erst als ich nach ca. einer Woche dachte, es ginge wieder bergauf, habe ich mich auch nach draußen getraut. Am Abend war ich dann aber völlig erschöpft und hatte seltsamerweise auf einmal erhöhte Temperatur (ca. 37,6, wobei meine Normaltemperatur um 36,3 liegt). Die nächsten Tage verliefen als fröhliches Wechselspiel solcher erschöpfter und etwas gesünderer Phasen. Seit etwa einer Woche hat sich meine Temperatur nun aber bei 37,5 eingependelt und die kleinste Anstrengung verursacht Müdigkeit, Erschöpfung und manchmal Herzrasen.

Dass sich eine Viruserkrankung derart lange hinzieht, ist doch nicht normal, oder? Und dann auch noch mit solch einem diskontinuierlichen Verlauf? Gerade habe ich ein wenig im Internet herumgeschaut und gelesen, dass es zu einer Reaktivierung des Ebbstein-Bar-Virus kommen kann, insbesondere ausgelöst durch einen anderen Infekt. Vermutlich reagiere ich gerade zu panisch, mache mir aber ernsthaft Sorgen.

Beim Arzt war ich heute auch. Abhören hat keine auffälligen Herzgeräusche ergeben, aber der Lunge kann man eine gerade vergangene Bronchitis wohl noch anhören. Lymphknoten am Hals sind etwas geschwollen. Ein Antibiotikum hielt der Arzt nicht für sinnvoll, weil allgemeine Erschöpfung eher Symptom eines Virusinfekts sei (was meinen Sie, könnte ein Antibiotikum nicht doch eventuell helfen?). Zum Blutabnehmen soll ich erst morgen wiederkommen.

Könnten Sie mich ein wenig beruhigen -- vor allem dahingehend, dass ein dreiwöchiger Krankheitsverlauf noch nicht auf irgendeine chronische Erkrankung hindeuten muss?

Vielen Dank.

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Antwort

Beantwortet von Dr. med. Ralf Berg (Profil ansehen)

Vielen Dank für Ihre Frage.

Ich beantworte diese auch gerne, da es mir uneingeschränkt möglich ist Ihnen zu sagen: Ja, eine Viruserkrankung kann sich so lange hinziehen. Es ist nicht der Normalfall aber es kommt sehr wohl vor. (Habe es selbst auch schon erlebt)
Die Maßnahme ihres Arztes eine Blutuntersuchung vorzunehmen ist sehr sinnvoll. Einerseits kann man daraus evt. noch Hinweise auf den abgelaufenen Virusinfekt bekommen, andererseits lassen sich auch Hinweise für ein anderes chronisches Geschehen finden, oder eben auch nicht !!
Die Sache mit der Reaktivierung von EBV oder aber auch von Varizella/Zooster Viren durch andere Viruserkrankungen ist bekannt, und kann die Genesung verlängern. Was Sie ihrem Arzt noch vorschlagen können ist eine EKG Untersuchung um einen Befall der Herzmuskulatur (Myokarditis, z.b. bei Infektion mit Coxakie-Viren) auszuschliessen. Leider gibt es mehrere Hundertschaften von Viren, auch noch mit zig verschiedenen Stämmen, so dass ein Nachweis nur selten gelingt. Am ehesten noch wenn man aufgrund des Krankheitsbildes schon ganz konkret einen Typ im Verdacht hat. Antibiotika, da muss ich Ihrem Arzt ebenfalls beipflichten, sind grundsätzlich gegen Viren unwirksam. Zwar kommt es vor, dass durch die Abwehrschwäche, nach einem Virusinfekt es im zweiten Stadium zu bakteriellen Befall kommt, aber auch hier hat sich gezeigt, dass eine Antibiotikagabe zur Prophlaxe in den seltesten Fällen gelingt. Ich glaube hier sind Sie gut beraten, wenn Sie mit Ihrem Hausarzt in Kontakt bleiben, um bei Bedarf dann mit dem richtigen Antibiotikum zurückzuschlagen

Mit vielen Grüßen und besten Wünschen für Ihre Genesung
Ihr Dr. R. Berg

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