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Kategorie: Allgemeinmedizin

Frage: Depressionen

Gefragt am 16.03.2011 16:12 Uhr | Einsatz: € 12,00 | Status: Beantwortet | Aufrufe: 1012

Hallo,
ich leide seit der geburt meiner Tochter vor 4 Jahren an depressionen. Die sind ganz plötzlich und sehr stark genau 4 wochen nach der geburt eingetretten.
Zu dem kommt das ich oft das gefühl habe als wäre alles unecht. Kann das garnicht so recht beschreiben.
Dann habe ich oft Kreislauf probleme. Kopfschmerzen, übelkeit und bin ständig müde und oft gereizt. Es gibt auch auch zeiten da geht es mir prima!
Ich bin noch mal schwanger geworden und habe noch ein Kind bekommen. In der schwangerschaft ging es mir die ganze zeit super! Keine anzeichen von depressionen. Ich frage mich ob es vielleicht von der schilddrüse kommt oder von hormonen die ich zwar in der schwangerschaft habe aber nicht so? Traue mich momentan nicht so richtig zum Arzt zu gehen. Weil ich nicht weiß ob er mich richtig versteht und was machen kann. Die angst ist groß als verrückt abgestempelt zu werden!
Ich war vor 4 Jahren schon mal mein arzt und das war eine sehr negative erfahrung!

LG

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Antwort

Beantwortet von Dr. med. Ralf Berg (Profil ansehen)

Liebe Patientin,

es ist allgemein verständlich, dass man eine Scheu hat, dort wo man negative Erfahrungen gemacht hat, noch einmal hinzugehen. Aber ich denke schon, dass Sie zu einem Arzt gehen müssen. Es sind ja mindestens 2 Ärzte derzeit mit Ihnen befaßt. Also entweder gehen Sie zu Ihrem Gynäkologen/in oder zu ihrem Hausarzt/in, eben dorthin, wo Sie noch keine negativen Erfahrungen gemacht haben.
Sie sprechen offen an, dass Sie Befürchtungen haben, dass Ihre Schilddrüsenfunktion nicht ausreichend ist. (Was ind er SChwangerschaft gar nicht so selten vorkommen kann) Dies kann man leicht durch eine Blutabnahme überprüfen. Wenn dieses einmal ausgeschlossen ist, sollten Sie diesbezüglich schon einmal Entlastung haben. Wenn es tatsächlich eine Unterfunktion ist, dann ist es im allgemeinen ganz einfach durch die Einnahme von Tabletten zu beheben. Dies ist auch für die Entwicklung ihres ungeborenen Kindes ganz wichtig, und schon alleine deswegen müssen sie sich zu einer ärztlichen Untersuchung begeben.
Zum Zweiten rate ich Ihnen, dass Sie auch gleich ansprechen, dass Sie die Befürchtung haben wieder psychische Probleme zu bekommen. Die Angst vor psychischen Erkrankungen ist heute immer noch sehr gross. Man hat in der Tat Angst, weil früher die oft einzige Therapie darin bestand, die Betroffenen ins Irrenhaus einzuweisen und dort festzuhalten. Dies ist aber heute nicht mehr so ! Sie müssen in Ihrem eigenen Interesse um eine Überweisung zum Psychiater/Psychotherapheuten nachsuchen, damit ein Facharzt Ihre Beschwerden untersuchen und einordnen kann. Sie können sicher sein, dass dieser Fachmann sie nicht als verrückt abstempelt. Psychische Symptome in der Schwangerschaft oder kurz danach treten häufig auf. Sie sind meist durch die Schwankungen der Hormone ausgelöst und verschwinden oder bessern sich danacht auch wieder. Außerdem gibt es heute viele Möglichkeiten, Depressionen zu behandeln und die Symptome zu lindern. Ich vermute, dass Sie diese Hilfe nach ihrer ersten SChwangerschaft nicht ausreichend wahrgenommen haben. Neben medikamentösen Maßnahmen können auch gezielte psychotherapheutische Verfahren ganz große Verbesserungen erzielen. Der erste Schritt ist aber, daß Sie sich dafür nicht schämen, sondern sich genauso darauf einlassen, wie z. b. auf die Untersuchung ihrer SChilddrüse.
Wenn Sie sich alleine nicht trauen, dann bitten Sie vielleicht Ihren Mann zusammen mit Ihnen, die Termine bei den Ärzten wahrzunehmen.

Ich hoffe ich konnte Ihnen soviel Mut und Motivation mitgeben, dass Sie nun die Sache in die Hand nehmen können
mit lieben Grüßen zurück Dr. R. Berg

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