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Kategorie: Allgemeinmedizin

Frage: Blutbild, Deutung

Gefragt am 31.01.2011 22:37 Uhr | Einsatz: € 30,00 | Status: Beantwortet | Aufrufe: 1013

Wie würden Sie nachfolgendes Blutbild von einem 50jährigen Mann mit den Symptomen Gangstörungen und Händekribbeln interpretieren – evtl. Diagnose - perniziöse Anämie?, mögliche Therapien und oder mögliche weitere Untersuchungen?
Mit bestem Gruß

Leukozyten: 3,2 Gpt/l
Hämoglobin: 8,3 mmol/l
Hämatokrit: 0,40 l/l
Thrombozyten: 224 Gpt/l
MTV: 11,2 fl
Erythroz.: 3,25 Tpt/l
MCV: 122 fl
Erythrozyten: 8,3 mmol/l
MCH: 2,55 fmol
MCHC: 21,0 mmol/l
EVB: 12,7 %
Glukose Serum: 4,88 mmol/l
Triglyceride: 0,46 mmol/l
Cholesterin: 3,65 mmol/l
HDL-Cholesterin: 0,92 mmol/l
LDL- Cholesterin: 2,52 mmol/l
Borrelia burgdorferieIgK-AK: 4 U/ml
Borrelia burgdorferieIgM-AK:

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Antwort

Beantwortet von Dr. med. Ralf Berg (Profil ansehen)

Geehrter Fragender !

Das erhöhte MCV (Norm bis 100) sind vereinbar mit einer perniziösen Anämie. Es liegt auch eine Anämie vor, wenn mit der Angabe 8,3 Hämoglobin die Einheit g/dl gemeint ist.
Zucker, Fettwerte, Cholesterin, und Serologie auf Borrelien sind normal, bzw. negativ.

Bei Verdacht auf A. Perniziosa, wären noch folgende US angezeigt

1. Magenspiegelung mit Biopsie um die Schleimhautveränderungen nachzuweisen. (Histologisch: atrophische Gastritis)
2. Bestimmung des Vitamin B 12 Status

Die Therapie besteht in der parenteralen (i.v.) oder wenn möglich oralen Zufuhr von Vitamin b 12.
Die Veränderung des MCV zur Norm bestätigt die Therapie ex juvantibus.

Gangstörungen und Kribbeln können davon herrühren, aber es können auch viele andere Ursachen dafür möglich sein.
Hier ist eine hausärztliche oder neurologische Unersuchung anzustreben.

Mit vielen Grüßen Dr. R. Berg
Mit vielen Grüßen,

Nachfrage
Guten Tag,

wie lange kann eine Perniziosa unbehandelt bleiben, damit eine restitio ad integrum der neurologischen Ausfälle möglich ist? In einem Fachbuch und im www habe ich die Zeitdauer von ca. 3 Monaten gelesen. Können Sie diese Aussage bestätigen?

Mit bestem Gruß

Rückantwort
Geehrter Fragender

diese Rückfrage kann ich weder bestätigen noch werten, da Sie sich vorstellen können, dass ich als Arzt immer dann wenn ich eine Perniziosa diagnostiziert habe natürlich sofort mit der Therapie anfagen. Dass es da einen Punkt gibt an dem keine Rückkehr in der Urzustand mehr möglich ist, ist einleuchtend, da sich Nerven meist nicht neu bilden können.
Aber warum um alles in der Welt soll den der Patient unbehandet bleichen ?? Mit vielen Grüßen R. Berg

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