Kategorie: Urologie |
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Frage: Eigene Testosteronproduktion lahm gelegt |
| Gefragt am 13.10.2010 21:56 Uhr | Einsatz: € 10,00 | Status: Beantwortet | Aufrufe: 1016 |
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Lieber Urologe, |
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Beantwortet von Dr. med. Olaf Stephan (Profil ansehen)
Sehr geehrter Fragender,
der von Ihnen geschilderte Fall ist wesentlich komplizierter, als Sie sich das wohl derzeitzig vorstellen und betrifft auch nicht den Urologen, sondern den Hormonspezialisten (Endokrinologe). Das Hormonsystem (endokrines System) ist ein Organsystem zur Steuerung der Körperfunktionen, die sich vom Wachstum über die Fortpflanzung bis hin zum täglichen Verdauungsvorgang erstrecken. Das Hormonsystem übt seine Funktion durch weit über dreißig bekannte verschiedene Hormone aus. Die Hormone sind chemische Botensubstanzen und werden über den Blutkreislauf (endokrin) zu ihren Zielorganen geleitet oder entfalten ihre Wirkung direkt auf Nachbarzellen. Die Wirkung wird über spezielle Hormonrezeptoren an der Plasmamembran der Zellen oder im Zytosol vermittelt. Das gesamte Hormonsystem des Organismus besteht wiederum aus mehreren komplex verschalteten Systemen mit verschiedenen Hirarchien, Rückkopplungen, Steuerungen und Verknüpfungen zu anderen Regulationssystemen des Körpers, insbesondere des vegetativen Nervensystems. Sie haben durch einen extremen Missbrauch von Anabolika (Testosteron) einen massiven Eingriff in die physiologische Funktion Ihres Körpers vorgenommen, wodurch wahrscheinlich einerseits die körpereigene Testosteronproduktion gegen Null reguliert wurde, aber andererseits diverse Nebenwirkungen im Gesamthormonhaushalt und an Zielorganen (z. B. Genitale) eingetreten sind. Wenn Sie jetzt vorhaben, sich weiter unkontrolliert verschiedene Hormone in unphysiologisch hohen Dosen im Rahmen einer Selbstbehandlung zu applizieren, um damit die Schäden des vorhergehenden Missbrauches zu kompensieren, so dieses Verhalten als hochgefährlich zu werten, kein Arzt würde Ihnen dafür das ok. geben!!! Die Folgen einer solchen Selbstmedikation sind nicht absehbar! Sie sollten auf alle Fälle sofort jeden Medikamentenmissbrauch einstellen und so bald wie möglich einen Hormonspezialisten aufsuchen (der Hausarzt kann Sie an den entsprechenden Facharzt überweisen). Hier kann dann nach Bestimmung der Konzentration der Hormone im Blut und eingehender Untersuchung eine medizinisch vernünftige Behandlung erfolgen, die in der Regel zur Wiederherstellung der physiologischen (also normalen) Situation führt. Ein anderer Weg ist Ihnen aus ärztlicher Sicht nicht zu empfehlen. Mit freundlichen Grüßen O. Stephan. |
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