Kategorie: Sportmedizin |
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Frage: Krafttraining bei Aortenklappeninsuffizienz |
| Gefragt am 08.11.2010 23:16 Uhr | Einsatz: € 20,00 | Status: Beantwortet | Aufrufe: 1040 |
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Beantwortet von Dr. med. Olaf Stephan (Profil ansehen)
Sehr geehrter Fragender,
die bikuspide Aortenklappe ist eine angeborene Anlagevariante, die häufig im Laufe der Zeit zu einer Aortenklappeninsuffiziens infolge unzureichendem Schluss der Klappe führt, offenbar sind Sie seit Jahren in regelmäßiger Kontrolle beim Kardiologen. Bei dem von Ihnen beschriebenen Grad der Insuffiziens sowie den mitgeteilten Werten ist gegen Sport i. S. des Kraft- und Ausdauertrainings, also außerhalb des Leistungssports aus kardiologischer Sicht nichts einzuwenden. Auch ein Hanteltraining ist in vernünftigen Grenzen möglich, allerdings sollten Sie hierbei bedenken, dass schweres Heben und das Halten von Lasten über eine gewisse Zeit (auch einige Sekunden) zu einer deutlichen Drucksteigerung innerhalb des Brustkorbes führt, so dass funktionell daraus resultierend der Rückfluss das Blutes über die insuffiziente Klappe für den Zeitraum der Belastung (in Abhängigkeit vom Ausmaß der Drucksteigerung im Brustkorb) zunehmen kann. Damit sind Sie rein physiologisch nicht ganz so belastbar wie ein herzgesunder Mensch in Ihrem Alter, d. h. Luftnot und Erschöpfung können bei Ihnen etwas eher auftreten. Es ist schwer hier zu raten, da der Sport Ihnen offenbar Freude macht, grundsätzlich hat Ihr Kardiologe schon recht mit seiner Meinung über den Kraftsport, allerdings ist es sehr davon abhängig in welchem Ausmaß Sie den Sport betreiben und wie schwer die Gewichte, die Sie derzeitig verwenden, sind. Wie gesagt, in vernünftigen Grenzen hätte ich gegen ein Hanteltraining nichts einzuwenden, wenn Sie beim Training auch Ihre Belastungsgrenze akzeptieren und die Lasten nicht immer weiter steigern würden (was die große Gefahr bei dieser Art von Sport ist). Aus sportphysiologischer Sicht würde Ihnen ein isometrisches Training mit kleineren Gewichten auch beträchlichen Muskelzuwachs bringen und dabei das Herz und auch die Gelenke nicht so schwer belasten wie ein Training bis zur Leistungsgrenze mit großen Gewichten. Vielleicht können Sie ja hier für sich einen Kompromiss finden. Abraten möchte ich auf alle Fälle von der Verwendung muskelaufbauender Medikamente (wie sie häufig beim Kraftsport eingesetzt werden), dann diese schaden oft auch gesunden Sportlern schon beträchlich. Mit freundlichen Grüßen O. Stephan. |
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