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Kategorie: Orthopädie

Frage: Knochenmarködem Talus

Gefragt am 15.03.2011 15:32 Uhr | Einsatz: € 15,00 | Status: Beantwortet | Aufrufe: 1135
Bewertung: 5,0 (von 5 Sternen) Knochenmarködem Talus , 5 von 5 bei 1 Bewertungen Sehr geehrte Damen und Herren, ich bitte um Unterstützung und um Ihren Erfahrungsbericht. In der Anlage finden Sie den Befund des Fussgelenkes meines Sohens.Mein Sohn ist beim Fussballspielen umgeknickt und hat sich das LFTA gerissen. Auch mit Kapselverletzung. Nach 14 Tage Ruhegips begann das

Sehr geehrte Damen und Herren,
ich bitte um Unterstützung und um Ihren Erfahrungsbericht. In der Anlage finden Sie den Befund des Fussgelenkes meines Sohens.Mein Sohn ist beim Fussballspielen umgeknickt und hat sich das LFTA gerissen. Auch mit Kapselverletzung. Nach 14 Tage Ruhegips begann das Aufbautraining. Dann schmerzte der Fuss und es wurde ein MRT gemacht. Siehe Anlage.
Therapie vom Arzt:Zur Zeit wird Calcionit, Orthomol Sport Calcium 800 mg eingenommen. Dazu täglich eine Magnetfeldanwendung. Mein Sohn geht normal zur Schule. Nur bei schnellen Bewegungen tuts weh. Er verhält sich aber ruhig.
Meine Frage lautet: Wird alles wieder ausheilen und kann er dann wieder richtig Fussballzuspielen. Welche Tipps bzw. Erfahrungen können Sie mir geben und sind wir mit der Behandlungsmethode aus den richtigen Wege? Was kann man nocht tun?. Woher kommt dieses Ödem? Was beutet der Befund eigentlich in umgänglicher Sprache.?In 4 Wochen gehts zum Kontroll MRT. Danke.
mfg

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Antwort

Beantwortet von Christian Klein (Profil ansehen)

Guten Abend,

Ihr Sohn hatte ein Umknicktrauma des oberen Sprunggelenkes, wobei es durch die Stellung des Fußes und die nach außen einwirkenden Drehkräfte zum typischen Verletzungsmuster gekommen ist. Einmal ist die äußere Gelenkkapsel und das am häufigsten betroffene vordere Außenband verletzt worden, zum anderen sind durch die Wucht die Gelenkpartner im oberen Sprunggelenk, also der gelenkseitige Teil des Unterschenkels und des Sprungbeins aufeinandergeprallt. Daraus resultierte zum Glück kein Bruch, sondern "nur" ein Knochenmarködem oder "bone bruise", welches man sich als einen Bluterguß im betroffenen Knorpel- /Knochenanteil vorstellen kann. Im Kernspin ist diese Region in einer bestimmten Einstellung als leuchtender Fleck zu sehen, da es durch den Aufprall zu einer Flüssigkeitseinlagerung gekommen ist.
Zur Behandlung kann man sagen, dass die getroffenen Maßnahmen helfen können, die Heilungszeit zu verkürzen, einen eindeutigen Beweis gibt es wohl nicht.
Ein gerissenes LFTA sollte bei Instabilität im Schubladentest mit einer stabilisierenden Bandage für ca. 6 Wochen versorgt werden.
Allerdings weiß man, dass Knochenmarködeme sehr hartnäckig sein können und bis zu 3 Monaten Schmerzen bei bestimmten Bewegungen verursachen können. Ein Kontroll-Kernspin in 4 Wochen ist sinnvoll, um eine Rückbildung des Ödems feststellen zu können. Aber manchmal "leuchtet" es im Kernspin auch nach 3 Monaten noch.
Insgesamt ist die Prognose sicher sehr gut und die volle Sportfähigkeit sollte in 6-8 oder auch 8-12 Wochen erreicht werden. Selten machen eine Schleimhautentzündung im Gelenk oder leichte Vernarbungen im Gelenk durch den Bluterguß solche Restbeschwerden, dass als letzte Maßnahme eine Arthroskopie notwendig werden könnte.
Ich empfehle eine Fortsetzung der begonnenen Behandlung und nach 6 Wochen eine schmerzabhängige Vollbelastung.

Gruß,
Dr. Ch. Klein

Nachfrage
Sehr geehrter Herr Dr. Ch. Klein,
vielen Dank für Ihre Stellungnahme zum Knochenmarködem im Talus meines Sohnes ( 15 Jahre). Ich hatte vergessen aufgrund meiner ersten Anfrage noch etwas nachzufragen.
1. Hilft eigentlich eine Magnetfeldtherapie bei diesen Beschwerden?
2. Sie empfehlen eine Fortsetzung der begonnenen Behandlung was mein Sohn auch macht, jedoch gibt es vieleicht noch andere Behandlungsmethoden. Können Sie mir da welche nennen.
3. Ist während der Behandlung die Ernährung (Stoffwechsel) wichtig.
4. Was bedeutet \"als letzte Maßnahme eine Arthroskopie\" was genau wird dann gemacht und wie lange muss dann pausiert werden.
5. Natürlich soll später erstmal ein Tapeverband angelegt werden. Kann mein Sohn dann später auch mal wieder unbesorgt und gefühlssicher ohne Tape spielen, sobald die Unterschenkelmuskulatur verbessert, gestärkt ist, bzw. bringt es etwas eine stabile, gute orthopädische Bandage für den Fussball zu tragen. (Mein Sohn spielt für einen Lizensverein) Können Sie mir da Tipps geben.
6. Wie sollte eigentlich das Aufbautraining aussehen. Meisten beginnt der Aufbautrainer zu hart. Können Sie uns da einen Tipp und einen zeitlichen Rahmen geben.
Danke

Rückantwort
Hier meine Antwort der Zusatzfragen :

Sollte es im Kontroll-Kernspin zu keiner Besserung der Knochenmarködeme kommen oder sogar zu einer Zunahme und ist der Fuss weiter geschwollen und ueberwärmt, so muss eine ganz andere Erkrankung in Erwägung gezogen werden. Das CRPS, eine Ueberreaktion des Körpers auf eine Verletzung oder Unfall.
Diesbezueglich empfehle ich z.b die webseite zur weiteren Information.
http://www.schulthess-klinik.ch/app/article/index.cfm?fuseaction=Openarticle&aoid=10704&lang=DE
Die Ernährung sollte ausgewogen sein, eine Magnetfeldtherapie kann die Heilung anregen ist aber nicht bewiesen, d.h wen die Kosten nicht schrecken kann es ausprobieren. Je nachdem ob es bei dem unfallbedingten Ödem bleibt, kann auch z.B Akupunktur oder Enzymtabletten z.b Phlogenzym versucht werden. Geht es aber mehr in Richtung CRPS, also der Ueberreaktion auf eine eigentlich harmlose Verletzung muss der Fuss intensiv beim Spezialisten weiter untersucht und vielleicht sogar ruhiggestellt werden bzw. weitere Therapiemassnahmen.
Eine Arthroskopie ist eine Schluesselloch-OP, bei der entzuendete Schleimhaut oder Narben im Gelenk entfernt werden können.

Gruss,

Dr. Ch. Klein

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