Kategorie: Neurologie / Nervenheilkunde |
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Frage: Z.n. Läsion des N. radialis u. Armplexusparese |
| Gefragt am 04.03.2011 11:11 Uhr | Einsatz: € 30,00 | Status: Beantwortet | Aufrufe: 1026 |
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Bewertung: 5,0 (von 5 Sternen)
Meine Tochter ( 18) hatte vor ca. 20 Monaten einen Reitunfall mit den o.g. Verletzungen. Weitere Fragen zum Thema "Neurologie / Nervenheilkunde" lesen! |
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Beantwortet von Uni-Arzt Torben C. Müller (Profil ansehen)
Sehr geehrter Fragender.
erst einmal eine Anmerkung zum natürlichen Ablauf. 1. Es kommt zur traumatischen Degeneration an der Stelle wo der Nerv verletzt wird. Das Nervenende (Axon) zerfällt Der Wachstumskolben beginnt anzuschwellen. 2. Es kommt zur absteigenden Degeneration, d.h. die Nerven gehen distal (körperfern) kaputt. (Die sog. Waller-Degenration). 3. Danach kommt es zu einer retrograden Degeneration, die proximal bis ins Rückenmark geht. 4.Nun beginnt die REGENERATION. Der Nerv fängt wieder an zu wachsen und wächst grob gesagt wieder am Endorgan (z.B. Muskel) und an der Verbindung zum Rückenmark an. Nerven wachsen optimalerweise 1-2 mm/Tag, d.h. theoretisch nach 20 Monaten a 30mm sollte die KOntinuität wieder hergestellt sein. Selbst wenn man weniger optimistische Studien nimmt, die von 2-4 mm die Woche sprechen, sollte nach 20 Monaten die Kontinuität des Nervens wiederhergestellt worden sein. Wurde einer der betr. Nerven damals durchtrennt? Wenn ja wurde er wieder genäht? Schmerzen und Sensibiltätsstörungen treten u.U. auch nach vollständiger Regenration eins Nervens sein. Der Ursprungszustand wird niemals mehr erreicht. Es wird sich in den betroffen gebieten immer anders anfühlen als auf der gesunden Seite. Allerdings lernt der Körper damit umzugehen. Sprich man gewöhnt sich nach und nach daran. Bei Ihrer Tochter scheint doch eine grössere Beeinträchtigung vorzuliegen, daher ist es sicher wichtig "dran" zu bleiben. Zu der Einschätzung und Ihrer eigentlichen Frage, theoretisch kann es auch nach so langer Zeit noch zu einer Regeneration kommen, praktisch ist es nicht abzuschätzen wann und ob überhaupt es eintritt. Man kann es Ihrer Tochter nur von Herzen wünschen, dass sich der Zustand noch weiter verbessert. Falls Sie noch eine Rückfrage haben so stellen Sie diese gerne, ansonsten wünsche ich Ihnen eine schöne Woche und Ihrer Tochter einen guten Heilungsverlauf Mit freundlichen Grüssen T.C. Müller
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