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Kategorie: Neurologie / Nervenheilkunde

Frage: Wechselwirkung Marcumar / Alkohol & Drogen

Gefragt am 03.09.2010 17:05 Uhr | Einsatz: € 20,00 | Status: Beantwortet | Aufrufe: 1092

Guten Tag,

ich muss für einige Zeit Marcumar einnehmen, da ich eine TIA hatte, die auf ein PFO zurück zuführen ist.

Ich kann gewisse Themen mit meinem Hausarzt aus privaten Gründen nicht besprechen und suche nun hier einen Rat. Ich habe im Internet gelesen, dass man während der Marcumar Einnahme keinerlei Drogen, speziell Amphetamine und Kokain, konsumieren soll/darf, weil diese in Kombination mit meinem Blutverdünner hochgefährlich sind bzw. weitaus gefährlicher als sowieso schon. Gleiches hört man z.T. auch über Alkohol. Das Drogenkonsum generell schädlich ist und ebenso auch ein hoher Alkoholkonsum ist mir bewusst, dennoch möchte ich Sie bitten mir eine ehrliche Antwort auf die folgenden Fragen zu geben:

Wäre ein gelegentlicher Drogenkonsum/hoher Alkoholkonsum für mich als Marcumarpatient sofort lebensbedrohlich? Wenn ja Warum? Mir wurde Marcumar nicht als Blutverdünner sondern Blutgerinnunghemmer erklärt, sprich es werden lediglich die Gerinnungsfaktoren im Blut unterdrückt. Oder würde durch den Konsum die Wirkung des Marcumar beeinflusst bzw. unkontrollierbar ?

Vielen Dank für Ihre Hilfe!

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Antwort

Beantwortet von Dr. med. Olaf Stephan (Profil ansehen)

Sehr geehrter Fragender,

Marcumar ist der Antagonist (Gegenspieler) von Vitamin K. Vitamin K wird als Co-Enzym benötigt, um verschiedene Gerinnungsfaktoren in der Leber zu synthetisieren. Fehlt Vitamin K, können diese Faktoren nicht produziert werden, die Gerinnungsfähigkeit des Blutes nimmt ab, Sie werden damit künstlich zum sogenannten "Bluter", d. h. bei Verletzungen und Unfällen kann es z. B. zu einem recht hohen und teilweise lebensbedrohlichen Blutverlust ohne ärztliche Hilfe kommen. Auch werden innere Blutungen begünstigt oder nach Traumata (Unfällen) verstärkt. Der Hinweis auf dem Beipackzettel, das Medikament nicht bei Alkohol- und Drogenkonsum zu verwenden, resultiert hauptsächlich aus der Tatsache, dass im Rauschzustand ein erhöhtes Verletzungsrisiko und damit eine größere Blutungsgefahr besteht, außerdem kann im Rausch die Kritikfähigkeit so weit herabgesetzt sein, dass der Patient die Notwendigkeit ärztlicher Hilfe nicht erkennt. Bei schwerem Alkoholmißbrauch kommt es oft auch zur Schädigung der Lebersyntheseleistung, so dass u. u. die Blutgerinnung schon dadurch gestört ist, eine weitere Verminderung der Gerinnungsfähigkeit des Blutes durch Medikamente führt somit auch zu einer Gefährdung des Patienten. Ich kann Ihnen natürlich nicht zum Gebrauch von Alkohol und Drogen raten, aber ein gelegentlicher Konsum würde nur die Gefahr einer Verletzung im Rausch mit nachfolgender schwerer Blutung mit sich bringen, eine direkte Interferenz mit dem Medikament besteht hier nicht. Sie müssen also selbst entscheiden, ob Sie sich diesem Risiko aussetzen wollen. Übrigens beim offenen Foramen Ovale als Emboliequelle kann u. U. über einen Kathetereingriff das Foramen an der Herzscheidewand mit einem kleinen Schirmchen minimalinvasiv verschlossen werden, hierzu sollten Sie sich an einen Facharzt für Kardiologie wenden. Mit freundlichen Grüßen O. Stephan.

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