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Beantwortet von Dr. med. Susanne Plotz (Profil ansehen)
Sehr geehrter Fragende,
zunächst kann ich gut verstehen, dass Sie sich Sorgen machen und daher auch Ihren Schritt, selbst etwas zu unternehmen, um die Ursache für Ihre Beschwerden heraus zu finden.
Die Normalwerte der untersuchten Substanzen sind natürlich von Labor zu Labor unterschiedlich, die Werte für DHEA werden überdies zumeist in pg (Picogramm) angegeben.
Was mich zunächst verwundert: das DHEA wird üblicherweise im Blut bestimmt. Wie sind Sie denn an eine Blutprobe gekommen?
Weiterhin ist es in der Tat so, dass in einigen Studien ein Zusammenhang zwischen einem niedrigen DHEA Wert und Anzeichen einer Depression festgestellt werden konnte (vergleiche z.B. http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/17109944?ordinalpos=1&itool=EntrezSystem2.PEntrez.Pubmed.Pubmed_ResultsPanel.Pubmed_DefaultReportPanel.Pubmed_RVDocSum).
Aber aus meiner Sicht sind Untersuchungen und Werte immer nur zusätzliche Möglichkeiten, um eine Diagnose zu unterstützen, aber nicht, um daraus eine Diagnose zu machen.
Ich rate Ihnen daher dringend, sich mit Ihrem Arzt in Verbindung zu setzen und mit ihm Ihre Sorgen zu besprechen. Es ist dabei wichtig, dass Sie sich dort gut aufgehoben und verstanden fühlen mit Ihren Beschwerden.
Fernerhin möchte ich dringend von einer Selbstmedikation abraten. Bitte besorgen Sie sich keine Hormone oder Ersatzpräparate. Aus den vorliegenden Zahlen können Sie keine sichere Diagnose ableiten und im ungünstigsten Falle dem Körper Schaden zufügen.
Also nochmal mein Appell an dieser Stelle: bitte setzen Sie sich mit Ihrem Arzt in Verbindung und fordern Sie weitere Untersuchungen ein!
Auch eine Überweisung zu einem Neurologen /Psychiater würde ich in diesem Rahmen für sinnvoll halten.
Ich hoffe, ich konnte Ihnen weiterhelfen und sende Ihnen
herzliche Grüße,
Ihre Susanne Plotz
Nachfrage
Vielen Dank für die Information.
Ich habe diesen Test anhand einer Speichelprobe durchgeführt. Mir wurde gesagt dies sei viel genauer als durch eine Blutuntersuchung. Nach ein paar Tagen wurde mir das Ergebnis schriftlich mitgeteilt. Ich hatte die Symptome noch nie in meinem Leben. Auch aus meiner Familie hat dies keiner.Hängt es vielleicht damit zusammen das ich meine Arbeit verlor. Weil zu dem Zeitpunkt waren die Symptome am stärksten. Jetzt wo ich wieder arbeite sind sie zwar immer noch da aber nicht mehr so stark. Kann es damit etwas zu tun haben? Sind die Werte denn Ihrer Meinung nach in ordnung oder zu tief?
Ich habe gelesen das man Testosteron nur auf Rezept bekommt. Ist das richtig oder gibt es ein Medikament für DHEA und Testosteron (rezeptfrei)?
Vielen Dank
Antwort:
Lieber Fragende,
entschuldigen Sie bitte die verzögerte Antwort, hier hatte sich wohl der Fehlerteufel eingeschlichen. Zu Ihrer Nachfrage:
Natürlich können die Symptome mit dem Verlust Ihrer Arbeit zusammen hängen. Wenn andere Ursachen ausgeschlossen worden sind, ist das sogar das Wahrscheinlichste. Ein Verlust des Arbeitsplatzes geht meistens mit Sorgen, Nöten und Ängsten einher und das schlägt sich natürlich auch auf die Stimmung nieder.
Zu den Normalwerten: wie bereits beschrieben haben die Labors unterschiedliche Untersuchungsmethoden, woraus sich unterschiedliche Norm-Werte ergeben. Bei einer seriösen Untersuchung ist immer eine Normwerttabelle dabei, das heißt es stehen die Werte mit auf dem Ergebnisblatt, die eigentlich normal wären.
Einige Ihrer Werte sind in anderen Einheiten als den Üblichen angegeben. Anbei einige Normalwerte, die aber wie gesagt unter Berücksichtigung der unterschiedlichen Methoden der Labors gesehen werden müssen.
Testosteron gesamt im Blut: bei Männern unter 40 Jahren: 4-10 ng/ml (ng= Nanogramm, ml = Milliliter)
Testosteron im Speichel: in Ihrer Altersklasse (20-29 Jahre): 42-145 pg/ml (und damit normal bei Ihnen!)
DHEA im Blut: altersabhängig zwischen 1,5-8,0 ng/ml
DHEA im Speichel: (20-29 Jahre): 137-336 pg/ml (damit in diesem Falle leicht erniedrigt)
freies Cortisol im Urin: 20-180 mg/24 Stunden
Cortisol im Speichel:
8:00 – 10:00 Uhr: < 9.8 µg/l
14:00 – 15:30 Uhr: < 5.4 µg/l
gegen Mitternacht: < 2.0 µg/l
Die genannten Hormone bekommen Sie nicht ohne Rezept. Dies ist aber auch gut so, denn dann könnten Sie eigenmächtig in den Hormonhaushalt Ihres Körpers eingreifen und damit unter Umständen schwere Schäden anrichten. Diese Art von Behandlung gehört immer (also: immer!) in die Hände eines spezialisierten Arztes.
Ich wünsche Ihnen Alles Gute und sende Ihnen herzliche Grüße
Ihre Susanne Plotz
Rückantwort
Sehr geehrter Fragesteller,
bitte entschuldigen Sie die Verzögerung. Beachten Sie jedoch, dass nach Bewertung einer Antwort aus technischen Gründen eine Beantwortung einer Nachfrage nicht mehr möglich ist. Die Frage ist nach Abgabe der Bewertung geschlossen und für mich nicht mehr bearbeitbar.
Nun aber zur Nachfrage:
Zunächst können Sie, wenn Ihre Mieter die Miete wegen der neu entstehenden Arbeiten mindern - was rechtlich durchaus möglich ist - in Höhe der Minderung den ursprünglich beauftragten Handwerker in Anspruch nehmen. Dies wäre ein Schadensersatzanspruch.
Da der ursprünglich beauftragte Handwerker wohl eine Nacherfüllung verweigert, können Sie die Kosten, die durch einen anderen Handwerker mehr entstehen, vom ursprünglich Beauftragten als sog. Aufwendungsersatz fordern. Begrenzt ist der Aufwendungsersatz durch die Erforderlichkeit: Sie können nicht die Kosten des teuersten anderen möglichen Handwerkers geltend machen, sondern nach zumubarer Erkundigung die - wenn auch höheren Kosten - eines anderen Handwerkers, desssen Vergütung im Mittel dessen liegt, was entsprechende Handwerker am Markt für die vorzunehmende Arbeit verlangen. Im Übrigen müssen Sie auch nicht akzeptieren, dass der alte Handwerker die Fliesen aus und alles andere, was er gefertigt hat, entfernt, denn dies ist keine Nacherfüllung.
Ich hoffe, Ihnen weiter geholfen zu haben.
Mit freundlichen Grüßen
Andreas Scholz
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Andreas Scholz
- Rechtsanwalt -
Luisenstraße 4
78464 Konstanz
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Fax: 07531 8020645
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