Kategorie: Neurologie / Nervenheilkunde |
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Frage: schmerzhafte Gefühlsstörungen bei Sex |
| Gefragt am 16.03.2010 18:42 Uhr | Einsatz: € 20,00 | Status: Beantwortet | Aufrufe: 1019 |
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Beantwortet von Dr. med. Olaf Stephan (Profil ansehen)
Sehr geehrte Fragende,
es ist unschwer zu erkennen, dass das von Ihnen geschilderte Problem sowohl für Sie selbst, als auch für Ihre Partnerschaft eine große Belastung darstellt. Für die Betroffenen ist es auch aus verständlichen Gründen oftmals sehr schwer überhaupt darüber zu reden, sei es mit anderen oder mit dem eigenen Partner. Auf der einen Seite wird es durch die Anonymität des Internets für Sie leichter solch ein Problem zu kommunizieren, auf der anderen Seite ist es aber für mich fast unmöglich eine konkrete Diagnose zu stellen. Das Unvermögen den gefühlsmäßigen Höhepunkt im Rahmen des körperlichen Zusammenseins mit dem Partner zu erleben, wird gemeinhin als Anorgasmie bezeichnet, diese Störung kommt prinzipiell gar nicht so selten und in unterschiedlicher Ausprägung besonders bei Frauen vor. Aber wie gesagt, die meisten reden nicht so gern darüber. Zunächst sollte erst einmal eine genaue Untersuchung durch den Frauenarzt erfolgen, um körperliche Ursachen, die aber insgesamt sehr selten das Problem erklären, auszuschließen. Bei den meisten Betroffenen ist der Grund für das Ausbleiben des Orgasmus im seelisch-psychischen Bereich zu suchen, das kann mitunter recht kompliziert sein. Beispielsweise können latente (verborgene) oder offene Partnerschaftskonflikte, differente Vorstellungen von Sexualpraktiken und Liebe bei beiden Partnern, traumatische Erlebnisse des Einzelnen in der Vergangenheit, Stress und Konflikte im Berufs- oder Familienleben und vieles andere mehr solche Störungen auslösen oder verstärken. Gerade das Sexualleben stellt einen sehr empfindlichen und extrem störanfälligen Bereich unserer Psyche dar. Bei längerem Bestehen solcher Probleme kommt es in der Regel im Rahmen einer Chronifizierung zu einem erheblichen Konfliktpotential im Rahmen der Partnerschaft und zu depressiven oder teilweise auch aggressiven Tendenzen bei den einzelnen Partnern. Aus diesem Grund ist eine frühzeitige Behandlung unbedingt notwendig, je früher diese einsetzt, dest besser sind die Heilungsaussichten. Ganz wichtig ist, dass Sie solche Störungen nicht selbst therapieren können, Sie brauchen hier immer professionelle Hilfe, oft ist auch eine Partnerschaftstherapie erforderlich. Je mehr Sie versuchen Gefühlmomente in irgendeiner Art und Weise zu provozieren, desto größer werden die Mißerfolge, die somit das bestehende Problem weiter verschärfen, Sie können in diesem Bereich nichts erzwingen. Der erste und wahrscheinlich auch schwierigste Schritt ist das Problem als solches zu erkennen und darüber auch zu reden, den haben Sie bereits getan. Sie sollten auch unbedingt versuchen, mit dem Partner Ihr Problem zu kommunizieren, möglicherweise hat er es noch gar nicht in dieser Bedeutung erkannt. Als nächster Schritt ist die Konsultation eines in diesem Bereich erfahrenen Psychologen oder Psychotherapeuten zur weiteren Diagnostik und Therapie unbedingt erforderlich, vielleicht kann Ihnen hierbei Ihr Frauenarzt behilflich sein, sprechen Sie das Problem dort einfach mal an, es unterliegt in jedem Fall der ärztlichen Schweigepflicht. Im Rahmen von Gesprächen, ggf. auch mit beiden Partnern einzeln oder zusammen kann ein erfahrener Psychotherapeut den Ursprung der Störung des Gefühlslebens aufdecken, woraus sich in jedem Fall die Therapieansätze ableiten werden, auch hier schützt Sie in jedem Fall die Schweigepflicht. Ich hoffe, dass ich Ihnen etwas Mut machen konnte so bald wie möglich einen entsprechenden Facharzt aufzusuchen, um mit der Lösung Ihres Problems zu beginnen, bitte haben Sie keine Angst, man wird Sie mit Sicherheit ernst nehmen! Mit freundlichen Grüßen O. Stephan Weitere Fragen zum Thema "Neurologie / Nervenheilkunde" lesen! |
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