Kategorie: Neurologie / Nervenheilkunde |
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Frage: Krampfanfall - Angst vor Hirntumor und mehr Fragen... |
| Gefragt am 12.02.2011 19:14 Uhr | Einsatz: € 50,00 | Status: Beantwortet | Aufrufe: 1028 |
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Beantwortet von Dr. med. Olaf Stephan (Profil ansehen)
Sehr geehrter Fragender,
offenbar leiden Sie an einer Epilepsie, die Schilderung des Anfalls läßt auf einen sog. Grand mal-Anfall (großen Anfall) schließen, besonders Fieberkrämpfe in der Kindheit sind oft Vorboten einer Epilepsie, die sich dann später in nahezu jedem Lebensalter manifestieren kann. In den meisten Fällen handelt es sich um eine endogene (angeborene) Erniedrigung der Krampfschwelle im Gehirn, die Anfälle werden in der Regel durch psychoemotionalen Stress und besonders durch Schlafentzug (entspricht hier Ihrer Schilderung) hervorgerufen, in selteneren Fällen kann bei Erwachsenen auch ein Hirntumor als Ursache vorliegen (wie gesagt sehr selten). Nach dem Erstereignis sollte eine umfangreiche neurologische Diagnostik mit CT (mit Kontrastmittel) bzw. MRT und EEG erfolgen, das ist bei Ihnen bislang nur teilweise geschehen. In einem CT ohne Kontrastmittel kann man einen Hirntumor nicht mit Sicherheit ausschließen, aber bei Ihnen ist in kurzer Zeit ein MRT geplant, das in der Diagnostik bezüglich eines Tumors sehr spezifisch ist, diesen Befund müssen Sie abwarten, um sicher zu sein, allerdings läßt die Schilderung des Ereignisses bei Ihnen weniger an einen Tumor, als an eine eigentliche Epilepsie denken, das haben offenbar die behandelnden Neurologen auch so gesehen. Die Behandlung mit Keppra ist auch richtig, jetzt muß man den weiteren Verlauf abwarten, d. h. ob und wie häufig in der Zukunft Anfälle auftreten, die Medikation sollte die Anfälle im Idealfall prophylaktisch verhindern. Es empfielt sich, dass Sie sich in der nächsten Zeit körperlich schonen und auch Stress (z. B. auf der Arbeit) vermeiden. In den nächsten Wochen sollten Sie auch bei körperlichen Anstrengungen (wie Gebirgswanderungen, hier besteht noch dazu das Problem der Höhenbelastung) vorsichtig sein, es muss sich erst zeigen, ob die derzeitige Medikation effektiv ist, ich halte auch eine Krankschreibung für etwa zwei bis vier Wochen, abhängig von Ihrem Zustand für gerechtfertigt. Sauna und Schwimmen erscheinen mir unbedenklich, allerdings sollten Sie in den nächsten Wochen laute Musik, längere Partys, Lichtshows etc. meiden, es könnte wieder einen Anfall provozieren. Auch Alkohol ist nicht empfehlenswert, außerdem verträgt er sich nicht mit der antiepileptischen Medikation, später bei stabiler Einstellung sind geringe Mengen wie etwa zum Essen oder am Abend erlaubt. Wenn ein Tumor mit dem MRT ausgeschlossen ist und Sie stabil auf Medikamente eingestellt sind, können Sie in vieler Hinsicht ein nahezu normales Leben führen, Sie können auch Ihrer Arbeit nachgehen und Sport treiben wie früher, trotz allem sollten Sie aber Schlafmangel und übermäßigen Stress meiden (aber irgendwie sollten wir das ja alle :-)). Eine regelmäßige neurologische Kontrolle ist auf jeden Fall bei Ihnen empfehlenswert. Ich hoffe, dass ich Ihnen weiterhelfen konnte, mit freundlichen Grüßen O. Stephan. Weitere Fragen zum Thema "Neurologie / Nervenheilkunde" lesen! |
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