Kategorie: Neurologie / Nervenheilkunde |
|---|
Frage: Anhealtende Herzpalpitationen |
| Gefragt am 11.02.2010 18:25 Uhr | Einsatz: € 15,00 | Status: Beantwortet | Aufrufe: 1078 |
|
Hallo, Weitere Fragen zum Thema "Neurologie / Nervenheilkunde" lesen! |
Klicken Sie hier und fragen Sie einen Arzt zum Thema Neurologie / Nervenheilkunde!
| Antwort |
|---|
|
Beantwortet von Dr. med. Olaf Stephan (Profil ansehen)
Sehr geehrter Fragender,
auf Grund der von Ihnen geschilderten Krankengeschichte kann ich die o.g. Diagnose des Krankenhauses gut nachvollziehen und stimme dem auch im wesentlichen zu. Normalerweise schlägt das Herz diskret und von uns unbemerkt. Unter Palpitationen verstehen wir jegliche Form von Herzklopfen, welches als störend empfunden wird. Palpitationen sind ein sehr häufiges Symptom in der allgemeinmedizinischen und der kardiologischen Praxis und für die Patienten oft recht beunruhigend. Mit dem Begriff Herzklopfen ist allerdings noch gar nichts über das Vorhandensein einer auffälligen Rhythmusstörung oder Erkrankung gesagt. Erst die genaue Anamnese erlaubt eine erste Differenzierung und die korrekte Indikationsstellung zu weiteren Untersuchungen mit technischen Methoden. Die Aufgabe dieser Untersuchungen ist es dann eine organisch bedingte Störung von einer sogenannten funktionellen Störung zu unterscheiden. Alle hierbei in frage kommenden nicht-invasiven Untersuchungsverfahren wurden bei Ihnen mit dem Ergebnis eines Normalbefundes durchgeführt, was mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit eine organische Erkrankung als Ursache für die von Ihnen geschilderten Palpitationen ausschließt. Derzeitig besteht auch bei Ihnen keine Indikation zur Durchführung weiterer Untersuchungen, insbesondere unter Anwendung invasiver Techniken, da hier auch die Untersuchung ein gewisses risiko in sich birgt. Die Tatsache, dass Sie organisch als gesund zu betrachten sind, ändert allerdings nichts an der Existenz der von Ihnen beklagten Symptomatik. Hier ist nun aber von einer funktionellen Genese auszugehen und als nächstes eine diesbezügliche Diagnostik durchzuführen. Beispielsweise könnte eine Angstörung (z.B. Kardiophobie) auf der Grundlage eines für Sie negativen Erlebnisverhaltens vorliegen, im Zusammenhang mit dem mangelnden Appetit kommt auch eine depressive Störung in Betracht oder es besteht derzeitig bei Ihnen ein Zustand einer global gesagt unzureichenden Konfliktbewältigung. Wie auch immer, es ist Ihnen dringend anzuraten, einen Psychologen oder entsprechenden Facharzt aufzusuchen und mit seiner Hilfe den Ursprung eventueller Ängste oder Konflikte zu eruieren. Hierbei spielt unser Unterbewußtsein und unsere Seele eine tragende Rolle, so dass wir manches nicht logisch oder rationell erklären können, weshalb auch Versuche der Selbstheilung oft zum Scheitern verurteilt sind. Auch eine eventuelle medikamentöse Therapie sollt von einem Facharzt wenn nötig durchgeführt werden, zumal viele der verwendeten Substanzen ein hohes Abhängigkeitspotential und Nebenwirkungen aufweisen. Um es ganz klar zu sagen, ich halte Sie nicht für "verrückt", glaube aber, dass bei Ihnen möglicherweise ein "seelisches" Problem die von Ihnen geschilderten somatischen Sensationen triggert. Im Rahmen einer entsprechenden psychologisch-fachärztlichen Therapie besteht eine große Wahrscheinlichkeit, dass Sie bald von Ihren Symptomen dauerhaft befreit werden. Mit freundlichen Grüßen O. Stephan. Weitere Fragen zum Thema "Neurologie / Nervenheilkunde" lesen! |
Klicken Sie hier und fragen Sie einen Arzt zum Thema Neurologie / Nervenheilkunde!
