Kategorie: Innere Medizin |
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Frage: Verwirrtheit durch Medikamente? |
| Gefragt am 18.08.2009 13:25 Uhr | Einsatz: € 50,00 | Status: Beantwortet | Aufrufe: 1033 |
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Bewertung: 5,0 (von 5 Sternen)
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Beantwortet von Dr. med. Christoph Schmülling (Profil ansehen)
Sehr geehrte(r) Ratsuche(r),
ich kann Ihre großen Sorgen sehr gut verstehen und kann sie Ihnen leider auch nicht vollständig nehmen. Natürlich können im Rahmen der plötzlichen und schweren Erkrankung sowie der notwendigen medizinischen Notfallmaßnahmen Situationen aufgetreten sein, in denen eine hirnorganische Schädigung bei Ihrer Mutter eingetreten ist. Mindestens ebenso wahrscheinlich, und das ist hoffentlich etwas beruhigend für Sie, ist jedoch das Vorliegen eines „Durchgangssyndroms“. Dieser Begriff beschreibt eine besonders bei älteren Menschen in Folge einer schweren Erkrankung oder z.B. infolge von Narkosen/Operationen auftretende vorübergehende (!) Minderung der Hirnleistungsfähigkeit. Häufige Zeichen sind Desorientiertheit, Bewusstseinsstörungen und auch psychotische Symptome, Halluzinationen, etc.. Das Auftreten zeigt häufig eine Latenz von Stunden bis wenigen Tagen nach dem auslösenden Ereignis. Dies erinnert an Ihren Bericht, Ihre Mutter betreffend. Auch unerwünschte Arzneimittelwirkungen können definitiv der Grund für den Zustand Ihrer Mutter sein. Gerade sogenannte „zentral wirksame Schmerzmittel“, wie Morphium und verwandte Substanzen, Narkose- und Beruhigungsmittel, Schlafmittel und in höheren Dosierungen auch viele andere Medikamente können, insbesondere beim älteren Menschen, zu erheblichen Einbußen der Hirnleistungsfähigkeit führen. Auch banal erscheinende Ursachen können zu einer Einschränkung der geistigen Leistungsfähigkeit führen. Bereits ein geringes Flüssigkeitsdefizit kann vor allem bei älteren Menschen genannte Symptome auslösen. Die Selbstregulation des Organismus ist im Alter und im Rahmen schwerer Erkrankungen eingeschränkt. Welche Ursache auch immer für die Symptomatik verantwortlich ist – wichtig ist, dass sich umgehend ein Internist oder Neurologe Ihrer Mutter annimmt und eine zielgerichtete Diagnostik und Therapie einleitet. Die Chance, dass sich Ihre Mutter vollständig erholt ist gegeben ! Mit freundlichen Grüßen und den besten Wünschen Dr. med. Christoph Schmülling |
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