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Beantwortet von Uni-Arzt Torben C. Müller (Profil ansehen)
Sehr geehrter Fragender,
der Gallenstein hat wahrscheinlich mit Ihrer Symptomatik nichts zu tun; die dadurch bedingten Schmerzen strahlen tendenziell nach rechts aus.
Sie beschreiben kein Sodbrennen, bzw. Magenbrennen; daher scheint es sich nicht um eine sogenannte Refluxerkrankung zu handeln.
Die Ausstrahlung in den Rücken hängt höchstwahrscheinlich mit der Projektion zusammen, gewisse Schmerzfasern werden zusammen zum Gehirn geleitet, daher lässt sich gerade ein visceraler Schmerz(also einer in der Bauchhöhle) nicht klar zuordnen.
Ein ziehender Schmerz, der sich bei Lageveränderung verbessert spricht evtl. für eine Hernie. Es gibt wie Sie vielleicht wissen verschiedene Hernientypen, darunter auch Hernien bei denen der Magen im Zwerchfell hoch und runter rutscht und sich zwischenzeitlich verklemmt. Man spricht hierbei von einer Hiatushernie (z.B. axiale Gleithernie) Die meisten Betroffenen haben allerdings auch Sodbrennen, die muss aber nicht der Fall sein.
Sollten Sie bereits im Bauch voroperiert sein, so könnten Verwachsungen zu dem hier beschriebenen Krankheitsbild passen.
Ihre Verdauungsbeschwerden haben vermutlich andere Ursachen, vor allem müssen sie bedenken, dass der Nahrungsbrei mehrere Stunden braucht um vom Magen bis zum After zu gelangen. Ein plötzlicher Stuhldrang nach Nahrungsaufnahme ist relativ typisch, da durch die Nahrungsaufnahme der gesamte Darmtrakt wieder in Gang gebracht wird.
Mein Tip zum Prozedere:
Weicher Stuhl kommt beim sonst Gesunden meistens durch zu wenige Ballaststoffe in der Nahrung. Hier könnte eine Nahrungsumstellung helfen.
1. Wegen der Schmerzen suchen sie am besten einen Internisten auf, dieser wird die nötigen Untersuchungen veranlassen. Wahrscheinlich wird erst einmal ein Ultraschall gemacht, evtl. sind weiter Abklärungen wie Röntgen oder Magenspiegelung nötig, aber dies wird Ihnen der Kollege sicher mitteilen.
Sollten Sie noch weitere Fragen haben stellen Sie diese gerne in der Rückfrage
Erst einmal alles gute
Herzlichst
T.C. Müller
Nachfrage
Vielen Dank für die schnelle Antwort. Leider leuchtet mir die von Ihnen angesprochene Möglichkeit der Hernie nicht ein. Zum Einen, weil die Beschwerden nur temporär spürbar sind und ich in keinster Weise sonst unter etwas leide wie Reflux etc. Auch die im web beschriebenen Symptomatiken wie Druck am Herz und Aufstossen kann ich nicht an mir beobachten. Zum Zweiten wurde weder eine Operation an mir durchgeführt, noch ist irgendeine Form von Einwirkung auf den Körper erfolgt, so dass eine mechanische Störung verursacht worden ist.
Wenn ich jetzt schätze, habe ich den Vorfall für ca. 2-3 Tage hintereinander, oder mal mit einem Tag Pause dazwischen, dann ist für 1-3 Wochen Pause und dann wieder. Dann kann es mal passieren, dass auch 6 Monate Pause sind. Das erste mal als es aufgetreten ist, bin ich zum Arzt, der direkt die Gallenblase herausoperieren wollte. Nach einer Zweitmeinung beim Gastroenterologen hatte dieser auch gesagt, es sei kein Vorfall der Galle. Dies war 2004. Ich habe Pantozerol oder so ähnlich (eine blaue, verschreibungspflichtige Schachtel)bekommen und hatte dann bis sicherlich 2006/2007 Ruhe. Seitdem kommt dieses Phänomen immer wieder mal auf. Ich wache nachts auf, bleibe kurz für 10 Minuten wach - auch liegend im Bett - und dann geht der Schmerz auch schon wieder.
Theoretisch würde ich auch so weiterleben, bin mir eben nur nicht sicher, ob ich mir auf Dauer einen Schaden zufüge. Bei einem Check-Up im August 2010 wurde ich von Kopf bis Fuss mit sämtlichen Blutparametern, Ultraschall etc untersucht. Etwas auffälliges wurde nicht festgestellt. Lediglich zu hoher Cholesterinspiegel. Mein Alter ist 37 Jahre und ich wiege bei 180cm Körpergröße 84kg.
Rückantwort
Die Möglichkeit einer Hernie wäre logisch erklärbar, vor allem dieses temporäre Auftreten ist nicht unüblich, denn je nach Lage des Körpers, Füllungszustand des Magens etc. ändert sich die Position der selbigen. Unter Pantozol wird die Säure des Magens gehemmt, dadurch kommt es bei Patienten mit axialer Gleithernie oder Patienten mit Refluxösophagitis zu einer dauerhaften Beschwerdefreiheit der durch die Säure verursachten Beschwerden. Wird dieses Medikament abgesetzt kommt es erneut zu Beschwerden.
Ich kann natürlich ferndiagnostisch keine komplette ärztliche Untesrsuchung ersetzen eine Hiatusherie würde man in einem normalen ärztlichen Check-Up auch nicht detektieren können. Das die Blutparameter in Ordnung sind sagt nichts über ihre womöglich spezielle Anatomie aus. Eine Hernie wäre auch keine lebensbedrohliche Erkrankung.
Auch ohne Voroperationen kann eine Hernie vorliegen, diese entwickelt sich bei sehr vielen Menschen einfach im Laufe des Lebens.
Für eine Cholezystektomie also eine Gallenblasenentfernung sehe ich hier auch keinerlei Indikation gegeben, vor allem weil die typischen kolikartigen Beschwerden fehlen und bei einer Entzündung der Gallenblase dies im grossen Labor aufgefallen wäre(Erhöhung von sepzifischen Leberwerten).
Abschliessend muss ich Ihnen sagen, wenn der Leidensdruck bei Ihnen sehr gross ist würde ich mir einen termin bei einem internistischen Kollegen geben lassen. Evtl. wäre eine Magenspiegelung einfach aus Sicherheitsgründen indiziert. Ein Ultraschall könnte zumindest ihre Gallenblase beurteilen und man könnte Ihnen mitteilen ob dort weiter Steine liegen. Diese können dann auch Richtung Darm wandern bis hin zur Verstopfung des gemeinsamen Asuführungsganges mit der Bauspeicheldrüse.
Auch hier würde nur eine weiterführende Bildgebung Klarheit schaffen.
Es klingt alles aber nicht so bedrohlich, als dass Sie noch heute in die Notaufnahem rennen müssten.
Schlafen Sie einmal eine Woche mit erhötem Oberkörper, evtl. ist das Problem, wenn es denn lageabhängig ist, dann schon gelöst.
Ich weiss, dass ich Ihnen nur die verschiedenen Möglichkeiten darstellen konnte und Ihnen keinen definitiven Weg vorzeigen konnte. Dies ist leider im Rahmen einer Online-Beratung auch nicht möglich.
Ich gruesse Sie recht herzlich
T.C. Müller
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