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Kategorie: Innere Medizin

Frage: Ergebnis Blutgasanalyse

Gefragt am 29.03.2010 14:44 Uhr | Einsatz: € 15,00 | Status: Beantwortet | Aufrufe: 1025

Hallo, ich bin 26 und männlich und leide ca seit meiner Jugend unter muskulärem und kognitivem Leistungsabfall. Die Muskulären beschwerden sind stark verkrampfte Muskulatur, die sich durch belastung löst und vermindertes Leistungsvermögen. Kognitiv ist am stärksten mein Langzeitgedächnis betroffen, das auch beim Neuropsycholgischen Test ein gravierendes Defizit dargestellt hat.

Nun zu meinen Ergebnissen

pO2 = 70 Norm: 72-100 mm Hg Alteresspezifisch ca. 95

pC02 = 37 Norm: 35-46 mm Hg

ph = 7,37 Norm: 7,35–7,45

BE = -3 Norm: -2 bis +3 mmol/l

O2st = 93 % Norm: 95–99 %


Meine Frage: Wie aussagekräftig sind die erniedrigten Werte oder lässt sich das mit normalen Pufferschwankungen erklären. Welche weiteren diagnostischen Massnahmen würden sie auf Basis dieser WErte empfehlen und was könnte Ursache der Abweichung sein?

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Antwort

Beantwortet von Dr. med. Christoph Schmülling (Profil ansehen)

Sehr geehrter Ratsuchender,

"nackte Zahlen" sind in der Medizin häufig schwer zu interpretieren und es ist oft ein Fehler, aus einer "Antwort ohne Fragestellung" Schlüsse zu ziehen.
Warum wurde die Blutgasanalyse (BGA) überhaupt angefertigt ? Hatte Sie Beschwerden, war es Routine oder gar Teil einer Verlaufsmessung ? etc., etc., ...
Die Messwerte sind, bis auf den relativ niedrigen Partialdruck des Sauerstoffs, nicht höhergradig auffällig. Eine gewisse Neigung zur metabolischen Azidose (Stoffwechselübersäuerung) ohne wesentliche Atemkompensation könnte man in die BGA hineininterpretieren, wenn man will.
Auf der Basis dieser Werte würde ich, der Frage nach dem Beschwerdebild folgend, zunächst einmal in Erfahrung bringen wollen: wurde die BGA arteriell (durch Arterienpunktion) oder kapillar (Finger oder Ohr) gewonnen ? Ist sie technisch gut durchgeführt worden (schneller Blutfluss, Heparinzusatz, etc.)? Wie lange war der Transport der Probe bis zur Messung? War das Gerät aktuell geeicht und auf den aktuellen Luftdruck und die Temperatur angepasst? "Passt" die BGA zu früheren Mesungen oder fällt sie aus dem Rahmen?, Wie sehen Blutbild und Nierenwerte aus?; lassen sich die Werte in einer Wiederholungsmessung bestätigen?; wie ändert sich die BGA unter Sauerstoffgabe und unter Belastung (z.B. Fahrradergometer)? Bevor man aus dieser "Spotmessung" Schlüsse zieht, sollte man die genannten Fragen beantworten. Fazit: kein Grund zur Sorge, aber zur entspannten Kontrolle.

Ich hoffe, meine Antwort ist für Sie hilfreich. Ich wünsche Ihnen alles Gute.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Christoph Schmülling

Nachfrage
Hallo Herr Dr Schmülling,
vielen Dank für ihre Antwort. Um kurz auf ihre Fragen einzugehen, die Bga wurde auf eigenen Wunsch gemacht und sie wurde kapillar gewonnen. Zu den technischen Details weiss ich leider nicht mehr. Bultbild und Nierenwerte sind unauffällig, bis auf einen stark erniedrigten Vitamin d Spiegel.

Welche Werte außer der wiederholung der Bga wären denn für die "entspannte Kontrolle" Relevant?

Und könnte die "Neigung zu einer metabolischen Azidose" stärkere körperliche Beschwerden verursachen?

Rückantwort
Sehr geehrter Ratsuchender,

das ist das Problem mit "ungezielten" Untersuchungen (kein Vorwurf an Sie) - man hat nachher oft mehr Fragen als vorher. Problem 1 ist, dass eine kapillär gewonnene BGA eine relativ hohe Fehleranfälligkeit hat und sie per se nicht so genau ist, wie eine arterielle BGA (die allerdings die Punktion einer Arterie voraussetzt, was für eine ungezielte Diagnostik eine "no-go-Area" darstellt!).
Aus der bei Ihnen durchgeführten BGA sollte man als Einzeluntersuchung schlicht keine weiteren Schlüsse ziehen.
Bezüglich des stark erniedrigten Vitamin D Spiegels ist zu erwähnen, dass es unterschiedliche D-Vitaminvarianten gibt und die Normbereiche recht abhängig von weiteren Faktoren sind, z.B. der Jahreszeit der Bestimmung.
Sie sehen - ohne ein profundes Wissen über Ihre Beschwerden, Ihre Anamnese und bekannte Vorbefunde stößt man bei komplexen Problemen schnell an die Grenzen dessen, was man "online" an Beratung leisten kann.
Sprechen Sie nochmals vertrauensvoll mit Ihrem Hausarzt und holen Sie durchaus mal eine Zweit- oder Drittmeinung bei versierten Internisten oder Allgemeinmedizinern ein. Dies ist überhaupt kein Misstrauensvotum gegenüber ihrem bisherigen Arzt, aber manchmal ist es einfach hilfreich, Dinge mit "neuen Augen" zu sehen oder betrachten zu lassen.

Ich wünsche Ihnen alles Gute!

Mit freundlichen Grüßen

Dr. med. Christoph Schmülling

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