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Kategorie: Innere Medizin

Frage: Blähbauch und Verstopfung

Gefragt am 06.01.2011 15:35 Uhr | Einsatz: € 20,00 | Status: Beantwortet | Aufrufe: 1057

Hallo!

Seit längerem lebe ich nun mit Verstopfung und Blähbauch. Ohne Abführmittel geht fast gar nichts mehr. Ich bin 35 Jahre alt und nehme seit 20 Jahren Carpamazepin da ich Epileptikerin bin und zwar in der Dosierung 1600 mg pro Tag. Meine Periode bekomme ich seit ca. 1 1/2 Jahren überhaupt nicht mehr. Schmerzen sind nur gelegentlich da und zwar ein bißchen unterm Bauchnabel. Mal stechend. War schon mal beim Arzt, aber der hat mir nur Moviol verschrieben und damit wurde es auch nicht besser. Ich wäre dankbar wenn mir jemand helfen könnte. Bis vor 3 Jahren war ich noch Raucher das habe ich aufgegeben. Ansonsten gibt es weiter nichts zu sagen. Meine Ernährung ist nicht gut, aber auch nicht schlecht. Trinke sehr viel Light-Produkte und auch viel schwarzen Kaffee. Mein Stuhlgang ist manchmal nur 1 mal die Woche und dann auch sehr hart. Für weitere Fragen bin ich gern bereit. Was könnte es sein, oder an wen kann ich mich da wenden. BITTE UM HILFE!!!!!!!!!!!

Gruß

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Antwort

Beantwortet von Dr. med. Ive Schaaf (Profil ansehen)

Guten Abend,
ich bin mir nicht sicher, ob wir das im ersten Anlauf hinkriegen, aber hier ist ein Anfang:
Solche chronischen Verstopfungen lassen sich nur mit Geduld wieder beheben. Vor allem, weil Sie ja schon (fast) alles probiert haben und es nicht von einem Tag auf den anderen besser werden kann, dürfen nicht so schnell aufgeben. Bedenken Sie, dass der Weg zurück nicht kurz sein kann, wenn der Hinweg Jahre gedauert hat.
Regel Nummer 1: Jeden Tag zur selben Zeit aufs Klo gehen. Ungestört, ohne dass jemand darauf wartet, dass das Bad frei wird etc.
Regel Nummer 2: Es kann jetzt klappen, muss aber nicht. Setzen Sie sich eine Weile aufs Klo, versuchen Sie den Stuhldrang zu spüren und wenn das gelingt, dürfen Sie auch pressen. Pressen ganz ohne Grund wird nicht funktionieren.
Regel Nummer 3: Ausreichend bewegen. Mindestens ein Spaziergang von 20 Minuten pro Tag, besser ist joggen und wenn es dazu zu kalt ist, dann Seilspringen oder (wirklich super) Trampolin springen.
Regel Nummer 4: Abends vor dem Fernseher mindestens 15 Minuten den Darm massieren - im Uhrzeigersinn - einfach probieren, Sie können nichts falsch machen.
Regel Nummer 5: Konsequent ballaststoffreich essen. Das kann Vollkorn sein, Gemüse und Salat geht aber genau so. Das oft gepriesene Müsli oder der Joghurt mit Leinsamen oder Kleie, sind super, aber nur wenn das Ihr Ding ist. Wenn Sie lieber gar nichts essen als "so was", dann brauchen Sie das auch nicht zu probieren.
Regel Nummer 6: Keine Abführmittel außer Laktose (= Milchzucker), wenn sie sich ohne weiteres in Joghurt etc mischen lässt oder Movicol. Wenn Movicol nicht hilft, ist es nicht richtig dosiert. Aber wenn Sie die obigen Regeln befolgen, sollten Sie gar kein Abführmittel brauchen.
Regel Nr 7: Essen Sie nichts, was den Stuhlgang verlangsamt, also z.B. Schokolade, Bananen, viel Fleisch. Süßstoff ist ganz schlecht, schwarzer Kaffee ist kein Problem.
Kommen Sie damit erst mal zurecht? Gibt´s noch Fragen? Sonst probieren Sie das erst mal 4 Wochen und melden sich dann gern noch mal. Und übrigens ist Punkt 1 aus gutem Grund an erster Stelle, auch wenn das vielleicht merkwürdig anmutet.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Schaaf

Nachfrage
Vielen Dank für Ihre Antwort.
Können Sie sich vorstellen das es einen Zusammenhang geben könnte mit meinen Antiepileptika "Carpamazepin" und meiner Verdauung. Und kann auch Süßstoff wirklich schlecht für die Verdauung sein? Wäre Ihnen dankbar für eine kurze Antwort.

Mit freundlichen Grüßen
Müller Tanja

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