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Kategorie: Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde

Frage: Vertigo

Gefragt am 13.08.2011 16:07 Uhr | Einsatz: € 20,00 | Status: Beantwortet | Aufrufe: 1018
Bewertung: 4,3 (von 5 Sternen) Vertigo , 4.3 von 5 bei 1 Bewertungen Sehr geehrte Damen und Herren Ich (32) habe seit 13 Jahren Multiple Sklerose, spritze seit 2006 Copaxone, im Januar der erste Schub seit 5 Jahren. Zudem bekannte Herzrhytmusstörungen und Tachykardien. Die vergangenen 3 Jahre habe ich Beta Blocker eingenommen, jedoch vor ca. 8 Wochen in RS

Sehr geehrte Damen und Herren
Ich (32) habe seit 13 Jahren Multiple Sklerose, spritze seit 2006 Copaxone, im Januar der erste Schub seit 5 Jahren.
Zudem bekannte Herzrhytmusstörungen und Tachykardien.
Die vergangenen 3 Jahre habe ich Beta Blocker eingenommen,
jedoch vor ca. 8 Wochen in RS mit dem Kardiologen abgesetzt,
da Herzkatheter OP folgen soll.
Vor 5 Wochen bekam ich einen einseitigen starken Augenbewegungsschmerz. Die Augenärztin konnte nichts feststellen.
Ein paar Tage später war ich auf dem rechten Auge blind. In der Klinik gab es 5x1000 mg Kortison, MRT war negativ.
Keine offenen Läsionen, Sehnerv regelrecht. Das Augenlicht kehrte nach und nach zurück.
Nun hab ich nur noch leichte Gesichtsfeldausfälle. Sehschärfe auf beiden Augen 100 %.
Vor 2 Tagen musste ich den Notarzt holen, da ich unter extremen Lagerungsschwindel (Drehschwindel) mit Übelkeit/Erbrechen und Kreislaufversagen litt. Das MRT war erneut unauffällig und man vermutet einen Defekt im Ohr.
Ich soll am Montag zum HNO Arzt.
Könnte es sein, das ich einen Virus im Körper habe, der sich erst auf das Auge und nun auf das Ohr konzentriert? (Herpes in früher Kindheit).
Über eine Rückmeldung und ggf. einen Denkansatz für mich würde ich mich sehr freuen.

Seit einigen Wochen nehme ich jeden morgen noch eine Tablette für den Vitamin D Gehalt im Blut. Dieser, als auch der B12 Wert waren bei mir so niedrig, das sie nicht messbar waren. Evtl. hat das ja auch mit diesen Werten zu tun?

Mit freundlichen Grüßen
Jasmin R.

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Antwort

Beantwortet von Christian Welsch (Profil ansehen)

Sehr geehrter Fragender,

Eine multiple Sklerose ist ja ein Komplexes neurologisches Krankheitsbild. Die von ihnen geschilderten Beschwerden sprechen fuer 2 Schübe der Ms . Der Hno Arzt wird messen , in wie weit das Gleichgewichtsorgan betroffen ist. Aber auch da sind die Befunde nicht immer eindeutig. Bei einer Herpesre-infektion wuerde man erwarten , dass Hautblaeschen und Schmerzen gekoppelt mit neurologischen Stoerungen auftreten . Ein vitamin b12 mangel sollte schwere neurologische Störungen gekoppelt mit einer Blutarmut machen , ein Vitamin D- mangel stoert primär den Knochenstoffwechsel .
Sie solltten erstmal die Hno Untersuchung abwarten , vielleicht findet sich ja auch ein harmloser Lagerungsschwindel , der mit dem ganzen nichts zu tun hat.
Gruss c. Welsch

Nachfrage
Aber es können doch keine Schübe sein, wenn laut MRT keine Entzündungen vorliegen, oder? Gibt es auch Schübe ohne offene Läsionen?

Kurze Rückmeldung wäre super und herzlichen Dank für die bisherige Antwort.

Rückantwort
Lieber Fragender, ich bin kein Neurologe, habe versucht, dieser Frage nachzugehen. Ich fand, das es zeitliche Differenzen zwischen einem Schub und einem radiologischen Bild im Mrt geben kann. Näheres kann Ihnen vielleicht Ihr Neurologe beantworten. Wenn am Auge selbst keine Ursache gefunden werden konnte, müsste die Ursache für die Sehstörung ja im Gehirn liegen.
Erwarten würde man aber denke ich , das ein Schub mit Sehstörungen sich bei dem zweiten Mrt im Rahmen des Schwindels als zusätzliche Herd zeigt....
Der HNO- Arzt kann die Funktion des Gleichgewichtsorganes messen welches mit dem Innenohr gekoppelt ist und ein Rezeptor des Körpers für den Gleichgewichtssinn darstellt. Dabei der Gehörgang mit Luft oder Wasser gereizt und man kann anhand eines Reflexes des Körpers an den Augenmuskel ein Zittern messen (Nystagmus ) , was einem einen Rückschluss über die Funktion des Gleichgewichtsorganes der betreffenden Seite liefert. Man kann anhand der Messung aber nicht feststellen, ob eine Durchblutungsstörung des Gleichgewichtsorganes besteht (ähnlich bei einem Hörsturz)oder ob der Gleichgewichtsnerv selber lädiert ist (z.b. durch die MS) . Dies kann man nur anhand des Gesamtbildes des Patienten eher in die eine oder in die andere Richtung deuten.(Hirnstrommessung, untersuchung der Fallneigung, Symptome am Ohr )

Das sind oft für den Arzt nicht so einfach zu beantwortende Fragestellungen.

Ich wünsche Ihnen trotzdem gute Besserung

C.Welsch

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