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Kategorie: Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde

Frage: chron. Sinusitis der Kieferhöhlen

Gefragt am 09.01.2011 21:17 Uhr | Einsatz: € 20,00 | Status: Beantwortet | Aufrufe: 1059

ICh habe häufig Erkältungen, ständigen Räusperzwang und bin ständig verschleimt, das ganze Jahr über.
Der HNO-Arzt führt dies auf Sinusitits der Kieferhöhle zurück. Da nach 2-monatiger Anwendung von Avamys (2xtgl 1 Sprühstoß pro Nasenloch)keine Besserung der Beschwerden (Müdigkeit, Räuspern, schleim) eingetreten ist, verschrieb er mir Doxyciclin, Celestamine und Phlogenzym (vgl. beigefügter Bericht). Mit dieser Therapie habe ich noch nicht begonnen.

Ich habe schon den Eindruck, dass sich etwas tut, beim Schneuzen kommen teils Borken mit heraus, die etwas blutig sind.

Halten Sie es für erforderlich, dass ich die verordneten Medikamente so nehme? ICh würde nämlich gerne das Antibiotika weglassen; ich habe schlechte Erfahrungen damit, v.a. weil ich sehr schnell Pilze bekomme.
Wäre es möglich die Celestamine zu nehmen sowie das Phlogenzym mono (hier heißt es im Beipackzettel höchstens 2 Tabl. pro tag, verordnet wurden mir ab 3 pro Tag?) und weiterhin auch Avamys?

Ich wäre Ihnen für eine Aufklärung sehr dankbar.

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Antwort

Beantwortet von Dr. med. Olaf Stephan (Profil ansehen)

Sehr geehrte Fragende,

der HNO-Arzt hat bei Ihnen eine chronische Sinusitis festgestsellt, des weiteren auch eine Allergie auf Rinderhaare, diese würde aber nur eine Rolle spielen, wenn Sie häufiger Kontakt zu den Tieren haben und dann die Sinusitis triggern oder verschlimmern. Infolge der chronischen Affektion der Nebenhöhlen kommt es zu einer begleitenden Entzündung bzw. Reizung des Rachens und Kehlkopfes und somit zu dem von Ihnen beschriebenen Räusperzwang bzw. der Verschleimung. Ein Therapieversuch mit nasal zu applizierenden Kortikoiden (Avamys) erbrachte keine Symptomlinderung, deshalb wurde jetzt eine neue Therapiestrategie vorgeschlagen. Da es sich um einen chronischen Prozess der Nasennebenhöhlen handelt, ist es fraglich, ob eine Antibiotikatherapie erfolgreich ist, jedoch ein Versuch ist gerechtfertigt. Sollten Sie allerdings hier schlechte Erfahrungen haben (Nebenwirkungen), können Sie das Doxyciclin nach Rücksprache mit dem HNO-Arzt auch weglassen. Eine Behandlung mit Phlogenzym ist hier unbedenklich, das Medikament wird bei vielen chronischen Entzündungszuständen verabreicht und kann auch über lange Zeit gegeben werden, bezüglich der Dosierung ist der Beipackzettel zu verwenden. Relevante Nebenwirkungen sind sehr selten. Celestamine ist ein oral zu verabreichendes Kortikoidpräparat (insfern brauchen Sie dann das Nasenspray, das substanzgleich wäre, nicht gleichzeitig zu verwenden), hier sind relevante Nebenwirkungen schon möglich (siehe Beipackzettel), eine Langzeitmedikation sollte nicht erfolgen. Wenn unter der neuen Therapie keine Besserung zu verzeichnen ist, empfehle ich die Durchführung einer Computertomographie der Nasennebenhöhlen, um das Ausmaß der Schleimhautveränderung zu erkennen. Je nach CT-Befund sowie Dauer der Erkrankung und Schwere der Symptome kann auch eine operative Sanierung der Nasennebenhöhlen notwendig sein. Das müßten Sie dann mit dem behandelnden Arzt besprechen. Ich wünsche Ihnen erst einmal gute Besserung, mit freundlichen Grüßen O. Stephan.

Nachfrage
Vielen Dank für Ihre Antwort.

Mit Rinderhaaren komme ich, außer dass ich am Land lebe, nicht in Berührung; das ist also kein Thema.

Habe ich Sie recht verstanden, dass ich bei der Therapie aus Ihrer Sicht auf das Antibiotika verzichten könnte und "nur" das Cortison-Präparat zusammen mit Phlogenzym nehmen kann?

Ein CT wurde bereits im Oktober angefertigt, woraufhin der Arzt die Notwendigkeit einer Operation von vorne herein verneinte.

Rückantwort
Sehr geehrte Fragende,

ja, da es sich um eine chronische Erkrankung handelt und mit großer Wahrscheinlichkeit mit Nebenwirkungen der Antibiotikatherapie zu rechnen ist, können Sie, wie gesagt nach Rücksprache mit dem HNO-Arzt das Doxyciclin erst einmal weglassen. Mit freundlichen Grüßen O. Stephan.

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