| Kategorie: Gynäkologie |
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| Frage: Schwanger während Marcoumartherapie |
| Einsatz: € 10,00 |
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Guten abend, |
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| Antwort |
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Beantwortet von Dr. med. Olaf Stephan (Profil ansehen)
Sehr geehrte Fragende,
zunächst einmal ein paar Worte zur Therapie mit Marcumar, hierbei handelt es sich um ein sogenanntes Anti-Vitamin-K, d. h. das Medikament reduziert die physiologische, Vitamin K-abhängige Bildung einiger Faktoren der Blutgerinnung und setzt damit die Gerinnungsfähigkeit des Blutes insgesamt, abhängig von der verabreichten Dosis, herab. Es wurde in Ihrem Fall zur Verhinderung eines Thromboserezidives angewendet. Wenn Sie die Therapie bereits ein halbes Jahr lang durchgeführt haben, ist das ausreichend lange, vorausgesetzt dass es sich bei der Unterschenkelthrombose um das erste Ereignis dieser Art handelt. Somit können Sie die Marcumartherapie ohnehin jetzt beenden, d. h. Sie brauchen die Tabletten einfach nicht mehr einzunehmen und Ihre Blutgerinnung normalisiert sich innerhalb weniger Tage auf den physiologischen Zustand. In dieser Zeit werden Sie ja dann auch mit Sicherheit erfahren, ob Sie schwanger sind oder nicht. Das Medikament Marcumar ist in der Schwangerschaft absolut verboten, da es mit großer Wahrscheinlichkeit zu schweren Fruchschäden führt, insbesondere bei der Anwendung in der Frühschwangerschaft, somit ist ein Schwangerschaftsabbruch durchaus indiziert, zumal Sie offensichtlich zum gegenwärtigen Zeitpunkt auch kein Kind wünschen. Es ist immer wichtig im Rahmen einer Therapie mit Marcumar bei jüngeren Frauen auf eine sichere Schwangerschaftsverhütung zu achten, sollte ein Kinderwunsch bestehen sowie gleichzeitig eine Antikoagulantientherapie aus medizinischen Gründen erforderlich sein, ist nach Umstellung der Therapie auf Heparinspritzen eine völlig normale Schwangerschaft möglich, allerdings sollte das bereits vor Eintritt der Schwangerschaft aus den o. g. Gründen erfolgen. Wenn sich die Gerinnungsaktivität des Blutes bei Ihnen in den nächsten Tagen nach Absetzen des Marcumars wieder normalisiert hat, ist auch ein Schwangerschaftsabbruch ohne weiteres möglich, wenn Sie es wünschen, kann dies sicher auch medikamentös mit dem Medikament RU 486 erfolgen, in Deutschland ist die Anwendung der RU 486 seit 2008 bis zur neunten Schwangerschaftswoche erlaubt (offenbar liegt bei Ihnen ohnehin ein sehr frühes Schwangerschaftsstadium vor). Hierzu kann Sie sicher der behandelnde Gynäkologe ausführlich beraten, für den Schwangerschaftsabbruch liegt ja auch eine begründete medizinische Indikation vor. Die Anwendung des Medikamentes führt kurz nach der Einnahme in der Regel zu einer stärkeren Abbruchblutung, so dass hierfür auch eine intakte Gerinnungsfähigkeit des Blutes notwendig ist. Ich hoffe, dass ich Ihnen mit meinen kurzen Ausführungen helfen konnte, das Problem zu verstehen. Mit freundlichen Grüßen O. Stephan |
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