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Kategorie: Augenheilkunde

Frage: Kunststofflinse

Gefragt am 30.05.2010 19:41 Uhr | Einsatz: € 30,00 | Status: Beantwortet | Aufrufe: 1011

Sehr geehrte Damen und Herren,
kann eine nicht ganz befriedigende Kunststofflinse durch eine neuere bessere operativ ersetzt werden?
Gibt es dabei besondere Probleme der Risiken?
Besten Dank und freundliche Grüße

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Antwort

Beantwortet von Dr. med. Olaf Stephan (Profil ansehen)

Sehr geehrter Fragender,

offenbar ist kein Augenarzt unter den antwortenden Kollegen, so dass ich einmal versuchen möchte auf Ihre Frage zu antworten, da diese sehr allgemein gestellt wurde, kann ich auch nur allgemein antworten. Zunächst ist die Frage zu klären, warum die Kunstlinse implantiert wurde und welche Technik dabei angewandt wurde. Kunstlinsen des Auges werden verwendet bei Katarakt-OPs (grauer Star = Trübung der Augenlinse) oder auch bei dauerhafter Korrektur einer Fehlsichtigkeit vor allem bei jüngeren Menschen (die Patienten benötigen anschließend keine oder schwächere Sehhilfen wie Brille oder Kontaktlinsen). Katarakt-OPs sind die häufigsten Operationen in Deutschland, die Wahrscheinlichkeit, dass Komplikationen auftauchen, ist aber sehr gering (99% der OPs verlaufen ohne schwerwiegende Komplikationen). Im Jahr werden in Deutschland etwa 600.000 Augen vom Grauen Star befreit. Mehr als 90 Prozent der Patienten können nach dem Eingriff wesentlich besser sehen als vorher. Die Operation kann ambulant oder stationär, in lokaler Betäubung oder auch in Vollnarkose durchgeführt werden, je nach dem was medizinisch am zweckmäßigsten erscheint. Bei schon im Auge befindlicher Kunstlinse nach früherer Operation können Zweitlinsen nachträglich implantiert werden, ebenso kann eine bereits vorhandene Linse wieder durch eine andere ersetzt werden, jedoch hängt das Vorgehen in entscheidendem Maße von der Technik der vorangegangenen Operation und der Art der dabei implantierten Kunstlinse ab. Die näheren Details sollten Sie unbedingt vorher mit dem, die geplante Operation durchführenden Augenarzt, besprechen. Bei der Augenoperation kann es zu Blutungen und Nachblutungen kommen. Strukturen des Auges und der direkten Umgebung können verletzt werden, z. B. auch die Hornhaut, was sehr schmerzhaft sein kann. Ebenfalls können sich Infektionen des Auges oder des Glaskörpers ergeben. Die Linsenhinterkapsel kann evtl. reißen. Eine durch die Operation provozierte Augendruckerhöhung ist u. U. möglich. Durch Beeinträchtigung der natürlichen Linse kann es zur Linsentrübung (Grauer Star, Katarakt) kommen. An der Stelle des schärfsten Sehens (Makula) kann eine Wassereinlagerung (Makulaödem) hervorgerufen werden. Eine Netzhautablösung durch die Operation ist insgesamt extrem selten. In manchen Fällen kann es infolge der genannten Komplikationen zu dauerhafter Sehverschlechterung bis hin zur Erblindung oder dem Verlust des Auges kommen. Allergische Reaktionen auf verwendete Materialien sind immer nicht ganz auszuschließen, aber heute auch insgesamt extrem selten. Die Kunstlinse kann im Auge verrutschen und muss dann wieder festgehakt oder ausgetauscht werden. Auch die Art und die Häufigkeit der Komplikationen ist von der Art und Technik des Eingriffes abhängig, so dass Sie auch dieses genau mit dem vorgesehenen Operateur besprechen sollten, es gibt auch heute diverse Medikamente zur Behandlung einer evtl. Komplikation. In jedem Fall ist es jedoch notwendig das Für und Wider einer erneuten OP gegeneinander abzuwägen, die letztendliche Entscheidung müssen Sie selbst treffen. Ich hoffe, dass ich Ihnen ein wenig weiterhelfen konnte, obwohl ich kein Augenarzt, sondern Internist bin.

Mit freundlichen Grüßen O. Stephan.

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