Kategorie: Allgemeinmedizin |
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Frage: Starke Magenschleimhautentzündung |
| Gefragt am 01.02.2011 19:27 Uhr | Einsatz: € 20,00 | Status: Beantwortet | Aufrufe: 1028 |
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Bewertung: 5,0 (von 5 Sternen)
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Beantwortet von Dr. med. Olaf Stephan (Profil ansehen)
Sehr geehrte Fragende,
offenbar leiden Sie neben der Entzündung der Magenschleimhaut (Gastritis) auch an einer Entzündung der Speiseröhre durch Reflux (Rückfluss) von stark saurem Magensaft in die Speiseröhre (sogenannte Refluxösophagitis), des öfteren besteht hier auch noch eine kleine Hiatushernie (Endoskopiebefund??). Der Rückfluss des Magensaftes in die Speiseröhre wird durch liegen (z. B. in der Nacht) begünstigt, so dass die Patienten wenn mgl. mit leicht erhöhtem Oberkörper schlafen sollten. Diese Entzündungen sind sehr hartnäckig und müssen oft über lange Zeit (mitunter viele Jahr behandelt werden), außerdem besteht eine hohe Neigung zu Rezidiven (Rückfällen). Die sogenannten Protonenpumpenhemmer wie z. B. Pantozol sind heute die wirksamsten Medikamente zur Behandlung dieser Erkrankungen, sie sind insgesamt recht gut verträglich, Nebenwirkungen, auch in der Langzeitanwendung sind sehr selten. Recht häufig besteht auch eine Besiedelung der Magenschleimhaut mit speziellen Bakterien (Heliobacter pylori genannt), im Rahmen der Gastroskopie werden im allgemeinen hier Schleimhautproben getestet (Befund ist in 24 Stunden fertig), hier sollten Sie nochmals in den Endoskopiebefund schauen bzw. in die Epikrise des Krankenhauses oder den Hausarzt fragen. Sind diese Bakterien vorhanden, verhindern sie ein Abheilen der Entzündung, die Bakterien sind gut mit einer speziellen Antibiotikakombination zu therapieren (Dauer 7 Tage), die Beschwerden werden dann schnell besser. Es ist auch angeraten, zunächst das Pantozol regelmäßig täglich in einer höheren Dosierung (2 x 40 mg bis 3 x 40 mg) bis zum Verschwinden der Symptomatik einzunehmen, danach kann die Dosis langsam reduziert werden, evtl. ist auch eine Dauertherapie mit 1 x 40 mg oder 1 x 20 mg zur Nacht notwendig, hier ist der Krankheitsverlauf abzuwarten. Gleichzeitig zum Pantozol sollten Sie zunächst ein sogenanntes Prokinetikum einnehmen, das reguliert die Peristaltik und wirkt gut gegen Übelkeit und Erbrechen, hier empfehlen sich MCP-Tropfen in einer Dosis von 3 x 20 Tropfen täglich. Die genannten Medikamente können Sie sich problemlos vom Hausarzt verschreiben lassen, eine erneute Endoskopie ist aus meiner Sicht zunächst nicht notwendig, aber ich würde auch bei Beschwerdefreiheit zu zunächst jährlichen gastroskopischen Kontrollen raten, um rechtzeitig chronische Schleimhautveränderungen (sog. Barrett-Ösophagus) zu erkennen. Mit regelmäßiger Einnahme der oben beschriebenen Medikation müßten sich Ihre Beschwerden bald bessern. Mit freundlichen Grüßen O. Stephan. |
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