Kategorie: Allgemeinmedizin |
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Frage: Schmerzen in der Brust mit Atemnot u.a. |
| Gefragt am 17.03.2010 11:01 Uhr | Einsatz: € 20,00 | Status: Beantwortet | Aufrufe: 1031 |
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Bewertung: 5,0 (von 5 Sternen)
zur Person: weiblich, 41 Jahre, 163 cm, ca. 60 kg |
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Beantwortet von Dr. med. Olaf Stephan (Profil ansehen)
Sehr geehrter Fragender,
auf Grund Ihrer sehr detaillierten Schilderung der Symptomatik knn man das bei Ihrer Frau in Frage kommende Spektrum von möglichen Diagnosen einigermaßen eingrenzen. Natürlich sollte auf Grund der Symptomatik (Thoraxschmerzen, Atemnot, Ausstrahlung in den linken Arm)als erstes eine Herzkrankheit im Sinne der Angina pectoris ausgeschlossen werden, obschon das bei einer noch recht jungen Frau relativ selten vorkommt. Hierzu würde ein EKG und evtl. eine Echokardiographie (Ultraschall vom Herzen) und ggf. eine Ergometrie (Fahrradbelastung)mit großer Wahrscheinlichkeit ausreichen, ggf. hierzu Vorstellung der Patn. beim Kardiologen. Des weiteren erscheint es jedoch eher möglich, dass die Beschwerden Ihrer Gattin auf Grund eines Schmerzsyndroms der Halswirbelsäule und der oberen Brustwirbelsäule entstehen, der Verdacht wird auch durch die Fehlhaltung in der von Ihnen beschriebenen Röntgenaufnahme erhärtet. Hier sollte zunächst eine eingehende klinische Untersuchung, z.B. durch einen Orthopäden erfolgen, diagnostisch stehen hier diverse bildgebende Verfahren von der einfachen Röntgendarstellung der Wirbelsäule (auch mit unterschiedlichen Funktionsaufnahmen der HWS) bis hin zum MRT (welches keine Strahlenbelastung beinhaltet) zur Verfügung. Über die Auswahl des Verfahrens sollte allerdings der behandelnde Arzt entscheiden. Eine dritte Verdachtsdiagnose, die sich aus Ihrer Schilderung ergibt, läßt auch an das Vorliegen einer sogenannten Refluxösophagitis bzw. Refluxkrankheit denken. Hierbei kommt es durch eine Schwäche im Verschluss des Mageneingangs (besonders im Liegen und nachts) zu einem Rückfluss von saurem Mageninhalt in die Speiseröhre, die darauf oft mit erheblich Schmerzen (meist hinter dem Brustbein) und Sodbrennen reagiert. Hier ist zur weiteren Diagnostik eine Magenspiegelung unbedingt erforderlich, sieht man hier bereits typische Schleimhautveränderungen in der unteren Speiseröhre, ist die Diagnose klar, die Behandlung mit sogenannten Protonenpumpeninhibitoren (also Medikamenten, die die Magensäure blocken) ist hier sehr erfolgreich, allerding kommt es häufig zu Rezidiven, die dann eine langfristige Einnahme der o.g. Medikamente erfordern. Häufig erscheint jedoch, besonders im Anfangsstadium der Krankheit, die Schleimhaut endoskopisch intakt, hier ist dann eines versuchweise Gabe der Protonenpumpeninhibitoren für etwa zwei Wochen angezeigt, ein deutlicher Rückgang der Beschwerden würde dann auch hochgradig für die Diagnose Refluxkrankheit sprechen. Am besten Sie wenden sich mit diesen Vorschlägen vertrauensvoll an den behandelnden Arzt Ihrer Frau, der kann mit Sicherheit die oben beschriebene Diagnostik organisieren und koordinieren, bzw. auch teilweise selbst durchführen. Ich hoffe, dass ich Ihnen bei Ihrem Problem etwas weiterhelfen konnte, eine genaue Diagnose ist natürlich ausschließlich nur aus der Beschreibung von Symptomen nicht möglich. Mit freundlichen Grüßen O. Stephan |
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