Kategorie: Allgemeinmedizin |
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Frage: "Gesund" zum Arzt, "tot"krank nach hause |
| Gefragt am 09.09.2009 23:29 Uhr | Einsatz: € 20,00 | Status: Beantwortet | Aufrufe: 1014 |
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Hey Doc ;) |
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Beantwortet von Dr. med. Christoph Schmülling (Profil ansehen)
Sehr geehrte Ratsuchende,
Medizin ist eine überaus komplexe und sehr komplizierte Sache mit der man sich über viele viele Jahre intensiv (und nicht nur theoretisch) beschäftigen muss, bevor man eine Frage wie die Ihre hoffentlich adaequat und möglichst noch zu Ihrer Zufriedenheit beantworten kann. Hier helfen keine "Medizinischen Kochbücher" oder Internet-Ratgeber, selbst medizinische Leitlinien bilden die Lebensrealität und Individualität des Einzelnen oft viel zu unscharf ab, als dass sie immer hilfreich sein können. Wo "richtig" und "falsch" liegt, ist in vielen medizinischen Fragen nicht zweifelsfrei zu entscheiden. Auch in der von Ihnen geschilderten Situation ist es schwierig, dies zu tun. Es wäre etwas einfacher, wenn mir noch mehr Informationen über Ihre Anamnese (z.B. Ihr Alter, Erkrankungen in Ihrer Familie, Beruf etc.) und die Befunde, die der Kollege aktuell erhoben hat, vorlägen. Man kann so vorgehen, wie der Kollege es bei Ihnen vorgeschlagen hat, und möglicherweise hat er Befunde erhoben, die ihn eine gewisse Notwendigkeit zur Eile spüren lassen. Wenn dem so ist, dann hat er sicherlich verpasst, Ihnen dies für Sie verständlich und einsehbar zu vermitteln. Das macht Sie berechtigterweise unzufrieden und auch unsicher. Sprechen Sie doch nochmal mit Ihm über die Frage, ob er derartige "Katastrophenbefunde" erhoben hat, dass er sich dermaßen zur Eile gedrängt fühlt eine medikamentöse Vierfachtherapie bei Ihnen zu beginnen.. Bei der Fragestellung, die Sie an Ihn haben und den von Ihnen hier dargestellten Befunden müssen für eine adäquate Diagnostik wirklich eine Menge an Laboruntersuchungen gemacht werden. Zudem sind bei den drohenden Diagnosen Bluthochdruck, Zuckerkrankheit, Gicht folgende Untersuchungen unbedingt durchzuführen, um eine Basisdiagnostik zu komplettieren: Langzeit-Blutdruckmessung, EKG, Belastungs-EKG, Herzultraschall, Ultraschall der Oberbauchorgane und der Nieren, Urinuntersuchung, ggf. noch bestimmte Hormonuntersuchungen, ggf. Schlaf-Apnoe-Screening (Suchtest auf Atemaussetzer im Schlaf). In den allermeisten Fällen kann man die Ergebnisse dieser Diagnostik erst einmal abwarten, um unter Kenntnis der Resultate eine zielgerechte Therapie zu beginnen. Wenn eine medikamentöse Therapie von vornherein als unausweichlich erachtet wird, so ist es meines Erachtens immer vorteilhafter, die Medikation langsam einzuschleichen und keine Substanzen zu mischen (was sich allerdings nicht immer vermeiden läßt). Mögliche Neben- und Wechselwirkungen sowie Unverträglichkeiten lassen sich so viel leichter identifizieren. Zu den Substanzen im Einzelnen kann ich in diesem Rahmen nicht umfassend Stellung nehmen. Es sind, soviel sei gesagt, alles bekannte und bewährte Medikamente, die für viele Menschen wirklich segensreich sind. Trotzdem halte ich es für eher unwahrscheinlich, dass die simultane Einführung eines "Medikamentenquartetts" in Ihrem Fall angezeigt ist. Sie haben sich vorgenommen, sich sportlich zu betätigen und Ihre Ernährung umzustellen. Dies ist absolut begrüßenswert und kann im Frühstadium der Entwicklung von Bluthochdruck und Diabetes alle drohenden Probleme lösen ! Sprechen Sie doch noch einmal mit Ihrem Arzt über das weitere Vorgehen - ich bin sicher, dass Sie einen für Sie akzeptableren Weg finden werden. Mit freundlichen Grüßen Dr. med. Christoph Schmülling |
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