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Kategorie: Allergologie

Frage: Cetirizin dauerhaft einnehmen schädlich?

Gefragt am 11.08.2009 14:19 Uhr | Einsatz: € 12,00 | Status: Beantwortet | Aufrufe: 1095

Guten Tag,

ich leide vor allem von Januar bis einschließlich Mai unter sehr starker Pollenallergie (Hasel und Birke). Auch unter der ständigen Einnahme in dieser Zeit von apothekenfreiverkäuflichen Allergietabletten habe ich sehr starke Symptome. Ohne Tabletten zu sein ist daher eigentlich gar nicht möglich, um nicht auch noch ein Umschlagen in Asthma zu riskieren. Auch mit Tabletten, antiallergischen Augen- und Nasentropfen habe ich es schon leicht auf den Bronchien im Frühjahr.

Zudem leide ich ganzjährig unter Lebensmittelallergie gegen Äpfel und sehr viel anderes Stein- und Kernobst. Mein ganzer Mund juckt und brennt dann und oft fangen auch Augen und Nase an zu jucken. Manchmal habe ich auch das Gefühl im Hals verschleimt zu sein und bekomme dann Angst dass der Hals womöglich zuschwillt (was aber noch nie geschehen ist). Es ist aber sehr unangenehm.

Aus diesem Grund tendiere ich manchmal dazu entweder gar kein Obst mehr zu essen oder das Cetirizin fast ganzjährig zu nehmen, da es doch sehr gesund ist Obst zu essen und einfach fast alles sonst an Obst wegfällt,was mir keine Beschwerden verursacht...

Ist die Einnahme von Allergietabletten ganzjährig schädlich auf die Dauer oder kann man dies in meinem Fall vertreten? Sollten regelmäßige Blutuntersuchungen stattfinden oder ähnliches wegen der dauerhaften Einnahme? Gibt es dazu vielleicht schon Langzeitstudien wie sich eine dauerhafte Antihistaminika-Einnahme auf den Körper auswirkt?

Man will sich selbst ja nichts schlechtes tun, aber so gut wie gänzlich auf Obst zu verzichten und sich rumquälen ist auf Dauer auch nichts (schon für die Psyche) oder? Ich trinke z. B. kaum bis keinen Alkohol und schädige sonst in keinster Weise meine Leber und belaste meinen Körper auch nicht durch Nikotin oder ähnliches.

Mfg Nina Melchior (28 Jahre, weiblich)

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Antwort

Beantwortet von Dr. med. Susanne Plotz (Profil ansehen)

Liebe Frau Melchior,

vielen Dank für Ihre Anfrage. In der Tat kommt es häufig vor, dass eine Pollenallergie gleichzeitig mit einer Allergie gegen Obst (vor allem Kernobst) auftritt, die so genannte Kreuzallergie.
Dass Ihnen dies Beschwerden bereitet und Sie auch weiterhin Obst essen möchten, kann ich gut verstehen.
Im Vorwege: natürlich ist es immer besser, die Einnahme eines jeglichen Medikamentes möglichst auf ein Minimum zu beschränken, also so lange es eben nottut.
Im Falle von Cetirizin besagt die Fachinformation, dass Erfahrungen von einer Einnahme bis zu einem Jahr vorliegen.
Darüber hinaus gibt es Studien, die auch eine längere Einnahme als nicht schädlich ausweisen (siehe:
http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/18761784?ordinalpos=3&itool=EntrezSystem2.PEntrez.Pubmed.Pubmed_ResultsPanel.Pubmed_DefaultReportPanel.Pubmed_RVDocSum
Und:
http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/16723217?ordinalpos=12&itool=EntrezSystem2.PEntrez.Pubmed.Pubmed_ResultsPanel.Pubmed_DefaultReportPanel.Pubmed_RVDocSum
Und:
http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/12872679?ordinalpos=25&itool=EntrezSystem2.PEntrez.Pubmed.Pubmed_ResultsPanel.Pubmed_DefaultReportPanel.Pubmed_RVDocSum
Bei zwei der Studien ist der Wirkstoff Levocetirizin, das ist ein Abkömmling des Cetirizins.
Sie sollten vor einer längeren Einnahme aber auf jeden Fall mit Ihrem behandelden Arzt sprechen, dieser sollte informiert sein und eine regelmäßige Einnahme in jedem Falle absegnen.
Haben Sie schon über eine Desensibilisierung nachgedacht? In einigen Fällen können damit sehr gute Resultate erzielt werden. Falls noch nicht geschehen, können Sie auch dies mit Ihrem Arzt besprechen.
Ich hoffe, ich konnte Ihnen weiterhelfen und wünsche Ihnen Alles Gute.
Herzliche Grüße,
Ihre Susanne Plotz

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