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Kategorie: Radiologie

Frage: Lungenkrebs?

Gefragt am 15.10.2011 00:39 Uhr | Einsatz: € 20,00 | Status: Beantwortet | Aufrufe: 1034

Hallo,

ich (47 Jahre, männlich, Nichtraucher) war heute beim Radiologen und habe den Thorax in 2 Ebenen röntgen lassen. Die Diagnose meines Hausarztes auf dem Überweisungsschein lautet "hyperreagibles Bronchialsystem nach Infekt". Seit ungefähr 4 Wochen habe ich Husten mit zeitweiligem gelblichen, oder morgens auch bräunlichem bis rötlichem Auswurf. Mein Hausarzt hat mir daraufhin Antibiotika verschrieben, wodurch sich meine Beschwerden auch gebessert haben. Der Husten und der Auswurf sind deutlich weniger geworden, allerdings noch nicht vollständig verschwunden. Besonders morgens kommt da noch einiges mit raus. Seit 2 Tagen nehme ich auf Anraten meines Hausarztes OPTIPECT Tropfen ein und inhaliere mit dem BUDES EASYHALER. Nach meinem Empfinden haben sich die Beschwerden dadurch noch ein wenig gebessert, obwohl es sich dabei ja eigentlich um Asthma-Medikamente handelt. Ansonsten fühle ich mich körperlich absolut fit (kein Fieber/Schüttelfrost/Müdigkeit/Appetitlosigkeit/Atemnot/Brustschmerzen), bin allerdings durch den Dauerhusten noch ziemlich heiser. Was mich nun dennoch erschreckt hat, war die Röntgenaufnahme heute beim Radiologen. Dort sieht man auf Bild 2 unten links einen helleren, runden Fleck in der Lunge, was ja eigentlich auf ein Bronchialkarzinom hindeutet. Daher meine Frage: Wie würden Sie die Symptome und die Röntgenbilder deuten?

Liebe Grüße

Matthias

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Antwort

Beantwortet von Dr. med. Ralf Berg (Profil ansehen)

Sehr geeerhter Fragender,

In der Tat ist der Schatten von der Form her ein Rundherd. Im Seitlichen Strahlengang würde ich aber alls entsprechenes Korrelat die perihiläre Verschattung sehen, wie sie bei Infektionen der Bronchien schon vorkommen können. Also primär infektbedingt, was auch die Fragestellung des HA war

Also Zusammenfassung: Alle Symptome würde ich als post infektiöse peribronchiale Infiltrate im Rahmen des INfekts sehen. Bei einem so großen Bronchialtumor, müßte man davon ausgehe, dass Sie schon weitere Symtome die für einen TUMor sprechen zeigen würden, was Sie aber nicht tun.

Mit vielen Grüßen Dr. R. Berg

Nachfrage
Hallo,

danke für die schnelle Antwort.

Bedeutet ein Rundherd nicht immer, dass es sich um einen bösartigen Tumor handeln muss, und wie würden Sie die Größe einschätzen? Sorgen macht mir auch der morgendliche rotbraune Auswurf. Könnte der auch andere Ursachen haben? Ich fühle mich wie gesagt überhaupt nicht krank, und bis auf die leichte Heiserkeit und den schon besser werdenden Husten geht es mir gut. Könnte denn ein bronchialer Infekt auf dem Röntgenbild ähnlich aussehen wie ein Tumor/Rundherd? Die Bilder machen mir eigentlich die meisten Sorgen, dass es sich doch um Lungenkrebs handeln könnte. Ausschliessen kann man das wohl leider nicht, oder? Vielleicht können Sie das ja auch in Prozenten ausdrücken, wie hoch die Wahrscheinlichkeit eines Tumors ist?

Liebe Grüße

Matthias

Rückantwort
Sehr geehrter Herr " Matthias"

ich kann ihre Sorgen verstehen und möchte gerne noch etwas deutlicher ausführen. Nein es bedeutet eben nicht immer dass es sich um einen Tumor handeln muss.
Auch ein bronchialer Infekt kann so aussehen, das wollte ich eigentlich ausdrücken, und habe das aber versiebt, da ich in der Fachsprache von "perihilärer Verschattung" gesprochen habe, was man natürlich so nicht verstehen kann. Ich bitte um Entschuldigung. Perihilär bedeutet die im frontalen Bild als Rundherd erscheinende Verschattung ist im Seitbild sehr wohl zu sehen, jedoch nicht als "Rundherd" sondern als "Wolke um einen Bronchus herum. Dies spricht für eine Entzündung, die ja sehr gut zu ihren sonstigen Beschwerden paßt. Ein bösartiger Tumor verursacht natürlich oft einen Bluthusten. Aber auch eine schwere SChleimhautenzündung der Bronchien kann zu Blut bzw. rotbraunem Auswurf führen.
Was kann man tun: 1. auch wenns Schwerfällt abwarten und Antibiotika schlucken. nach 3-4 Wochen Röntgenaufnahme wiederholen uns sehen ob die Verschattung weg ist.
Falls nicht und weiter Bluthusten besteht, kann man mit oder Ohne Narkose eine Bronchoskopie machen bei der man einen Schlauch in den Bronchus einführt und sich das ganze ansieht und Proben entnimmt.
ABER dies ist erst die allerletzte Maßnahme. Die Leitlinien sagen, dass man erst ab der 6 Woche bei Husten an diese Dinge denken muss. Über 90% von Symptomkombinationen von Erkältung und braunem Sputum sind eben nicht bösartigen Ursprungs sondern der Entzündugne geschuldet.

Aber natürlich haben Sie recht, wenn mann das Rö bild so sieht bekommt man erst einmal einen Schreck.
Und man sollte wenn ihr Erklätungssymptome abgeklungen sind, wegen diesem Befund sicher ein Kontrollröntgen erwägen.
Aber ich kann Ihnen noch einige (natürlich nicht beweisende) Fakten aufzählen, die doch gegen ein Tumor sprechen. 1. der Herd ist ganz schön groß, da Sie aber keinerlei sonstige Tumorzeichen oder Beschwerden haben spricht dies gegen eine Tumor. Irgendwann machen diese auch Probleme.
2. In der Lokalisation im Seitbild ist es keine Kugel, sonder eher eine Verschattung um einen Bronchus
3. Er ist nicht besonders dicht. Je dichte (=weisser) ein Rundherd ist desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass es sich um einen soliden Tumor handelt.
Falls Sie weiterhin sehr unruhig sind, dann fassen Sie Mut und rufen den Röntgenarzt an, der das Bild gemacht hat und fragen Sie um seine Einschätzung.

Mit vielen Grüßen R. Berg

PS Mailen Sie mir das Ergebnis der Kontrolluntersuchung?

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