Kategorie: Gynäkologie |
|---|
Frage: Schwangerschaft |
| Gefragt am 01.11.2010 21:18 Uhr | Einsatz: € 20,00 | Status: Beantwortet | Aufrufe: 1014 |
|
Bewertung: 5,0 (von 5 Sternen)
Guten Abend, |
Klicken Sie hier und fragen Sie einen Arzt zum Thema Gynäkologie!
| Antwort |
|---|
|
Beantwortet von Dr. med. Ralf Berg (Profil ansehen)
Liebe Patientin,
das sind ja ganz viele Fragen auf einmal, die Ihnen da im Kopf herum gehen. Aber angesichts der geschilderten Situation ist dies ja verständlich. Im Wesentlichen geht es um 3 Themen: 1 Fruchtbarkeit und HPV Virusinfektion. und 2. Sorge, dass sich der Zyklus/Eisprung nach Pilleneinnahme noch nicht so richtig einstellen will. 3. starke Regelschmerzen und Möglichkeit der Endometriose Zum ersten Punkt: Genitalwarzen können von verschiedenen Stämmen der HPV Virus ausgelöst werden. (Ich glaube man hat bisher 94 Stämme gezählt) Bestimmte Typen sind auch in 80-90 % der Fälle für den Gebärmutterhalskrebs verantwortlich. Aber Sie sind nur am äußeren Genitale und der Vaginalschleimhaut inc. der Portio aktiv und lebensfähig. Sie haben mit der Fruchtbarkeit/Eisprung und Eileiter nichts zu tun. Also keine Sorge in dieser Hinsicht. Außerdem sieht es ja so aus, dass Ihr Immunsystem diese Aufgabe gut gelöst hat, da sie ja schon 2 Jahre keine Infektion mit Warzen hatten. Von einem schwachen Immunsystem darf man so in diesem Zusammenhang nur sprechen, wenn es dem Körpger auf Dauer nicht gelingt, die Warzen in den Griff zu bekommen. Dass es Rezidive gibt ist oft weniger dem Immunsystem anzulasten, sondern der Tatsache, dass es so viele verschiedene Stämme der HPV gibt, die eben eine erneute (andere) Infektion verursachen. Heutzutage kann man ja diese recht zuverlässig mit dem HPV Impfstoff Gardasil verhindern. Also Ihr Immunsystem ist in Ordnung und von den HPV droht Ihnen aller Wahrscheinlichkeit keine Gefahr mehr. 2. Auch wenn es im Bauch nun wieder zieht und manchmal auch schmerzt: Machen Sie sich klar, dass dies eigentlich zunächst einmal Positiv zu sehen ist. Sofort nach Absetzen der Pille, beginnt ihr Körper wieder hormonell aktiv zu werden. Es ist auch Ihnen bekannt, dass es mitunter eine Weile braucht, bis sich alles wieder richtig eingespielt hat. Ihr Zyklus ist mit 31. und 35 Tagen noch etwas länger als im Durchschnitt (28), aber auch dies ist nicht schlimm. Es ist derzeit ohne einen Eisprung, natürlich nicht möglich schon schwanger zu werden. Darauf weisen ja auch die durchgeführten Hormonbestimmungen hin. Es gibt inzwischen die Möglichkeit in der Apotheke mit einfachen Testtreifen, im Urin, die Hormonveränderungen zu testen, die dem Eisprung vorausgehen. (z. B. Clear Blue, und andere). Nur wenn diese Tests in der Mitte des Zyklus positiv reagieren,sind Zeugungsversuche erfolgversprechend. Aber noch einmal 5 Monate nach Absetzen der Pille ist keine lange Zeit. Machen Sie sich ersteinmal keine Sorgen, in ihrem Alter kommt ein normaler Zyklus mit Eisprung von ganz alleine wieder zustande. 3. Etwas bedenklicher ist doch die von Ihnen angefragte Möglichkeit der Endometriose. Wenn Ihre Beschwerden so heftig und immer Zyklus assoziiert sind, könnte dies tatsächlich bei Ihnen vorliegen. Wenn sich Endometrioseherde vor dem Muttermund befinden, so kann der FA dies bei der Untersuchung ab Zyklusmitte feststellen (Man kann diese Herde z. B. anfärben). Wenn sich Endometrioseherde aber im Bauchraum befinden, was bei Ihrer Schilderung eher wahrscheinlich ist, so ist dies meist nur mit einer Laparotomie des Bauches (Operativer Eingriff in in Narkose) zu lokalisieren. Wenn sich in weiteren 4-5 Monaten an ihrem Zustand nichts ändert, sollten Sie mit ihrem FA einmal diese Möglichkeit erörtern. Ob eine Endometriose ein Schwangerschaftshindernis ist, hängt sehr davon ab wo sich die Endometrioseherde befinden. Befinden sich diese im Eileiter/Tube können sie für die Eizelle ein Hindernis darstellen. Falls sich hier ein Verdacht ergäbe, so kann man mit einer "Tubendurchblasung mit Farbstoff" prüfen, ob die Durchgängigkeit bei beiden Eileitern gegeben ist. Aber für all diese Überlegungen ist es auch meiner Meinung nach jetzt noch viel zu früh. 1- 1,5 Jahre müssen Sie ihrem Körper schon Zeit geben, sich wieder in die neue Situation einzufinden. Ein enger und guter Kontakt zu ihrem Haus- und Frauenarzt ist dabei sicher hilfreich. Gegen die Regelbeschwerden, sollten verschiedene medikamentöse oder physikalische Gegenmassnahmen ausprobieren. Geduld ist manchmal eine der schwersten Übungen, gerade in so einem Fall. Aber bedenken Sie dass alle invasiven Manipulationen in ihrem Genitalsystem, im ungünstigen Fall auch selbst zu einer Erschwernis der Empfängnis führen können. Daher sind diese nicht als Erstmaßnahmen zu empfehlen. Ich hoffe ich konnte Ihnen einige Ihrer Ängste nehmen und einige Zusammenhänge veranschaulichen. Für Sie beide drücke ich beide Daumen, wenn der Eisprung wieder eingesetzt hat. Mit vielen Grüßen Dr. R. Berg
Nachfrage Rückantwort |
Klicken Sie hier und fragen Sie einen Arzt zum Thema Gynäkologie!
| Bewertung | ||
|---|---|---|
| 1. Wie hilfreich war die Antwort des Arztes? |
|
5,0 |
| 2. Wie bewerten Sie die Reaktionszeit des Arztes? |
|
5,0 |
| 3. Wie empfehlenswert ist der Arzt? |
|
5,0 |
